Armschmuck aus Eberhauern, Hawaii, um 1775. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 196 (Slg. James Cook). Foto: Atelier KHM
William Hodges, Die Kriegsboote der Insel Otaheite. Öl auf Leinwand, 1777. National Maritime Museum, Greenwich |
James Cook (1728–1779) verdankt seinen bis heute anhaltenden Ruhm seinen drei zwischen 1768 und 1779 unternommen Weltumseglungen, auf denen er mit der Erkundung des noch weitgehend unkartierten Pazifischen Ozeans sowie der Suche nach dem vermuteten Südkontinent und einer Nordwestpassage zwischen Asien und Amerika zur Abrundung der europäischen Kenntnis der Welt beitrug.
Die von der britischen Admiralität finanzierten Reisen dienten sowohl wissenschaftlichen wie geostrategischen Interessen und wurden von einem internationalen Team von Künstlern und Wissenschaftlern begleitet. Während die Wissenschaftler im Geist der Aufklärung zu einem auf der Vernunft gestützten Bild der Welt und einer systematischen Katalogisierung ihrer Tiere, Pflanzen und Völker beitrugen, förderten die Bilder und Berichte der Reisenden die Entstehung eines romantischen Bilds der Südsee als Inselparadies mit weitem Horizont und ungeahnten Freiheiten.
Cooks gewaltsamer Tod auf der von ihm entdeckten Inselgruppe Hawaii machte ihn unter Zeitgenossen zum Helden der europäischen Besitznahme der Welt. Mit rund 500 Exponaten, die in dieser Zahl erstmals seit der Rückkehr der Reisenden aus Museen und Privatsammlungen Europas, Amerikas und Australiens zusammengetragen wurden, erzählt die Ausstellung von James Cooks Reisen an die letzten Grenzen der Erde und den dabei gewonnenen Erkenntnissen im Bereich der Astronomie, Naturgeschichte, Geographie und Ethnologie sowie den Erfahrungen und Neuerungen im Bereich der Seefahrt. Sie zeigt vor allem eine Fülle kostbarer Kulturdokumente der Völker der pazifischen Inselwelt und von der Nordwestküste Nordamerikas, darunter beeindruckende Federarbeiten, verzierte Rindenbaststoffe und Schnitzwerke, aber auch die Geräte des täglichen Bedarfs, Kleidung, Schmuck und Waffen, wie sie schon bald danach unter westlichem Einfluss nicht mehr hergestellt wurden. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung sind die Gemälde und Zeichnungen, die von den mitreisenden Malern angefertigt wurde, zu denen kurzfristig auch der aus Tahiti stammende Tupaia zählte, dem wir die ältesten bekannten Zeichnungen auf Papier eines Polynesiers verdanken. Sie legen Zeugnis ab von einer von der westlichen Zivilisation noch unberührten Welt und vom Abenteuer der spektakulärsten Entdeckungsreise des 18. Jahrhunderts. Museum für Völkerkunde Wien Eine Ausstellung des Museums für Völkerkunde Wien – Kunsthistorisches Museum |
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