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Newsletter IV/2004
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Beiträge:
Willkommen
Fremde Federn
Südamerika in fester Hand
Ur-Ethnographie
Fantomas und die Ethnologie
Reise nach Vietnam
Ethnorätsel
Veranstaltungsprogramm
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
Impressum
Junge Vietnamesin, John Marshall, 2003
beim neuen Vierteljahresprogramm des Vereins Freunde der Völkerkunde! Trotz der Schließung des Museums für Völkerkunde während der gegenwärtigen Renovierungsarbeiten bleiben wir aktiv. Ab sofort bieten wir unseren Mitgliedern und anderen Freunden der Völkerkunde neben der Programmvorschau auch aktuelle Berichte aus dem Verein, aus dem Museum für Völkerkunde Wien und aus der Welt der Ethnologie.
Wir laden alle herzlich zur Mitarbeit ein: Bilder und kurze Berichte über neue Bücher, Ausstellungen und Filme völkerkundlichen Inhalts sind uns stets willkommen.
Das Redaktionsteam

Der heilige Hieronymus. Mexikanisches Federmosaik, um 1550. Museum für Völkerkunde Wien
Den altmexikanischen Federkopfschmuck des Museums für Völkerkunde Wien kennt so gut wie jeder. Dass Wien auch über die größte Sammlung kolonialer Federkunst des 16. Jahrhunderts aus Mexiko verfügt, ist weit weniger bekannt. Eine Bischofsinfel und zwei Federbilder im Völkerkundemuseum sowie vier weitere derartige Bilder in der Geistlichen Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums zeugen vom Fortleben der vorspanischen Federkunst im Dienste der katholischen Kirche und sind Dokumente einer blühenden Mestizenkunst.
Im Juni nahmen Christian Feest und Walter Baumgartner, Direktor und Restaurator des Völkerkundemuseums, im Rahmen eines von der Getty-Stiftung finanzierten Projekts an einer Tagung in New York teil, bei der sich Experten aus der Alten und der Neuen Welt mit Ursprüngen, Techniken und konservatorischen Problemen dieser fragilen Kunstwerke beschäftigten. Ein weiteres Ziel der Veranstaltung war die Vorbereitung einer Ausstellung zu diesem Thema, die nach der Wiedereröffnung des Museums für Völkerkunde 2007 in Wien und danach in Mexiko zu sehen sein wird. In ihr sollen erstmals die heute über die halbe Welt verstreuten Schätze einer beinahe vergessenen Kunstform zusammengetragen und in ihrem historischen Rahmen erläutert werden.
Die Tagung machte deutlich, wie wenig wir immer noch über Techniken und Bedeutung mexikanischer Federarbeiten wissen. Aus diesem Grund ist im Vorfeld der Wiener Ausstellung auch ein weitere Tagung geplant, bei der man sich unter anderem aus der mikroskopischen Untersuchung der aus winzigen Kolibrifedern bestehenden Bilder Antworten auf die offenen Fragen erhofft.

Claudia Augustat, neu am Museum für Völkerkunde Wien
Mit zehn wusste sie schon, dass sie einmal in einem Museum arbeiten wollte. Seit 1. Juli 2004 ist sie Leiterin der Südamerika-Abteilung am Museum für Völkerkunde Wien. In den Jahren dazwischen hat Claudia Augustat hart daran gearbeitet, ihren Kindertraum Wirklichkeit werden zu lassen.
In Wuppertal aufgewachsen und zur Schule gegangen, studierte sie in Bonn Ethnologie (unter besonderer Berücksichtigung der Altamerikanistik), Kunstgeschichte und Orientalische Kunstgeschichte, und nahm nach Erlangung des Magistergrads ihr Doktoratsstudium in Frankfurt am Main auf. Nachdem sie schon zuvor an den Völkerkundemuseen in Köln, Frankfurt und Berlin Praktika absolviert hatte, war sie zwischen 1993 und 2001 am Museum der Weltkulturen in Frankfurt in der Öffentlichkeitsarbeit und Museumspädagogik und in der Amerika-Abteilung tätig. 2002–2003 konnte sie ihren Erfahrungsschatz am Ethnologischen Museum Berlin als wissenschaftliche Museumsassistentin erweitern und unterrichtete auch am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin.
Als Ethnologin ist Claudia Augustat aber keine Stubenhockerin. 1999 und 2000 führte sie Feldforschungen im venezolanischen Bundesstaat Amazonas vor allem bei den Piaroa durch. Diese Untersuchungen bildeten die Grundlage für ihre Dissertation “Entmachtete Gegenstände? Zur Kommerzialisierung sakraler Masken bei den Piaroa”, mit der sie 2004 zum Dr.phil. promoviert wurde – gerade rechtzeitig, um sich auf die freie Stelle am Museum für Völkerkunde Wien zu bewerben, für die sie ideal qualifiziert ist. Zu ihren ersten Aufgaben zählt die Vorbereitung des Südamerika-Teils der Schausammlung des Museums, die nach der Wiedereröffnung ab 2007 zu sehen sein wird.
Während sich das Museum glücklich schätzen kann, eine tüchtige und erfahrene Mitarbeiterin gewonnen zu haben, hat der Verein Freunde der Völkerkunde in Dr. Augustat eine neue 2. Schatzmeisterin gefunden. Für all diese und die vielen anderen Aufgaben, die auf sie warten, wünschen wir ihr viel Glück und Erfolg.
Poster zur Ausstellung im Museum für Volkskunde Wien
Mit Leihgaben ist das Museum für Völkerkunde Wien an der Ausstellung “Ur-Ethnographie. Auf der Suche nach dem Elementaren in der Kultur. Die Sammlung Eugenie Goldstern” im Österreichischen Museum für Volkskunde vertreten (Laudongasse 15–19, 1080 Wien; bis 13. 02. 2005). Im Mittelpunkt steht die Sammlung ethnographischer Gegenstände aus Savoyen, dem Wallis, Piemont und dem Aostatal, die zwischen 1912 und 1924 von der aus Odessa gebürtigen (und 1942 im KZ ermordeten) Eugenie Goldstern gesammelt wurden.
Die Ausstellung präsentiert diese Dokumente alpiner Lebensweisen des 19. Jahrhunderts im Kontext der von Goldsterns Lehrer Michael Haberland vertretenen vergleichenden Methode. So hängen in der Laudongasse jetzt u.a. Masken aus Papua Neuguinea, Liberia und Sri Lanka neben solchen aus Österreich und Ungarn. Jenseits der faszinierenden Sammlungsstücke Goldsterns bietet die Ausstellung so auch interessante Einblicke in die Geschichte der österreichischen Ethnologie im frühen 20. Jahrhundert. Hingehen, anschauen!

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Paul Fejos, 1932 (links) und das Plakat für seinen Fantomas (rechts)
Anlässlich der Viennale 2004 vom 15. 10. bis 27. 10. 2004 zeigt das Filmarchiv Austria im Metrokino (Johannesgasse 4, 1010 Wien) eine Retrospektive der Filme von Paul Fejos (1897–1963), eines in Ungarn geborenen Weltbürgers, Filmemachers und Ethnologen. Als Mediziner ausgebildet, emigrierte der im 1. Weltkrieg als Flugzeugpilot tätige Fejos 1926 in die USA, wo er in einer Klavierfabrik arbeitete und für Universal Studios als Regisseur Filme zu drehen begann, darunter den Klassiker Lonesome (1929). Nach Europa zurückgekehrt setzte er sein Filmschaffen in verschiedenen Ländern fort, drehte 1933 in Österreich Sonnenstrahl und schuf 1932 in Frankreich mit Fantomas eine bis heute anhaltende Legende.
In dieser Zeit brachte ihn ein Filmprojekt nach Madagaskar, wo sein Interesse an Ethnologie geweckt wurde, das in 30 Kilometer Film und einer ethnographischen Sammlung (heute in Kopenhagen) messbaren Ausdruck fand. Mit 44 Jahren drehte er seinen letzten Film, The Yagua, über einen karibsprachigen Stamm am oberen Amazonas, dessen Lebensweise zugleich Thema seines ersten wissenschaftlichen Buchs (Ethnography of the Yagua, 1943) wurde.
Dies war auch die erste Veröffentlichung des vom schwedischen Rüstungsmillionärs Axel Wenner-Gren in New York gegründeten Viking Fund. Fejos war von der Gründung bis zu seinem Tod Direktor dieser später in Wenner-Gren Foundation umbenannten Stiftung, die sich um die Förderung ethnologischer und archäologischer Forschung verdient machte, indem sie z.B. der Radiokarbondatierung zum Durchbruch verhalf. Um nach dem 2. Weltkrieg über den Eisernen Vorhang in seine ungarische Heimat sehen zu können, baute Fejos für die Stiftung die burgenländische Burg Wartenstein zu einem internationalen ethnologischen Konferenzzentrum aus.
Während man bisher über Paul Fejos nur auf Englisch in John W. Dodds’ The Several Lives of Paul Fejos (1973) nachlesen konnte, erscheint jetzt im Zusammenhang mit der Retrospektive der von Elisabeth Büttner herausgegebene Band Paul Fejos. Die Welt macht Film (Wien 2004).

Junge Vietnamesin, John Marshall, 2003
Anlässlich der Vietnam-Ausstellung in Leoben veranstaltet Dr. Maiers Studienreisen in Kooperation mit dem Museum für Völkerkunde unter Leitung von Dr. Christian Schicklgruber eine “Faszination Vietnam”-Reise zum Keo-Pagoda-Festival. Die erste Woche führt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Nordvietnams. Von Hanoi aus werden in Tagesausflügen die wichtigsten Tempel und Pagoden des Landes besucht, eine Bootsfahrt auf dem Roten Fluss führt zu traditionellen Handwerksdörfern. Höhepunkt in dieser Woche ist der Besuch des Keo-Pagoda-Festivals. Von Hanoi geht es per Flug in die alte Kaiserstadt Hue. Nach Besichtigungen von Hue und Umgebung, teilweise mit Booten am Parfümfluss, wird im Bus der legendäre Wolkenpass überquert und die Stadt Hoi An erkundet, die von der UNESCO als Weltkulturerbe geführt wird. Von Da Nang mit dem weltberühmten Cham-Museum wird Ho Chi Minh City angeflogen. Eine Bootsfahrt führt in das Delta des Mekong.
Termin : Samstag, 23. 10. – Samstag, 06. 11. 2004
Pauschalpreis : 2460 €, Einbettzimmerzuschlag 295 € (15 Tage Halbpension, Flug/Bus)
Anmeldungen und ausführliche Informationen: Dr. Maiers Studienreisen, Goldschmiedgasse 10, 1010 Wien. Tel.: (01) 5350615, E-mail: office@maiers.org
Nach dem Tod des Gelehrten kommentierte Thomas Mann eine Lehrmeinung des Verstorbenen: "Das ist mir eine vollkommen neue Wissenschaft, und wie heute auf allen Gebieten so viele lange geglaubte Vorstellungen umgestürzt werden, so ist auch diese Erfahrung, daß es Sesshaftigkeit gegeben hat vor der Erfindung des Kornbaus, eine Einsicht, die jahrtausend alte Vorstellungen erschüttert."
Der Tod hatte den Verstorbenen fern seiner südwestdeutschen Heimat in der Geburtsstadt seiner Frau ereilt. Dort hatte er mehr als dreißig Jahre zuvor Die Kultur der Kulturlosen studiert, dorthin war er zur Übernahme höchster akademischer Würden zurückgekehrt. Dazwischen lagen für den promovierten Ethnologen und Juristen Jahre im Dunstkreis von Apfelwein und Kölnischwasser. Er schrieb ein Buch über Thomas Hobbes und folgte als dritter Direktor eines Museums zwei Vorgängern, die eng mit der kulturhistorischen Methode der Ethnologie verbunden waren. Andere Vertreter dieser Richtung spielten eine wichtige Rolle in einem aufsehenerregenden Plagiatsvorwurf, der sein Heftchen Einleitung in die vergleichende Völkerkunde betraf.
Das bezügliche Urteil des Ehrengerichts erreichte ihn im Exil, in das er nach Verlust von Museumsdirektion und Professur gegangen war. Während einer seiner zurückgebliebenen Kollegen ihn öffentlich als "einen der charakterlosesten und hetzerischsten deutschen Emigranten" schlecht machte, sah ihn seine Lehrstuhlnachfolgerin weinen, als er bei einer Feldforschung "einen verwundeten Bären in einer Falle" erblickte – ein Hinweis nicht nur auf seine Herzensbildung, sondern auch auf ein Hauptwerk aus der Museumszeit des Gelehrten. Dieser Feldforschung entsprang nicht allein ein zitierfähiger rechtsethnographischer Aufsatz, sondern auch ein zuerst in englischer Sprache, dann auf Deutsch in Wien erschienenes Kinderbuch, von dessen bewundernswerter "Menschen-Erforschung" nicht nur Heinrich Mann "ergriffen" war.
Wer war der Gelehrte? Über welche seiner Theorien verwunderte sich Thomas Mann? Welches seiner Werke berührte den verwundeten Bären? Bei welchem Volk spielt sein Kinderbuch?
Auflösung in der nächsten Ausgabe. Einsendungen mit richtigen Lösungen werden nicht prämiert.
Sonntag, 10. Oktober 2004
Exkursion zur Ausstellung
Geheimnisvoller Osten. Schrecken – Schätze – Schicksale
Burg Schlaining, Stadtschlaining, Burgenland
Führung durch Gerard van Bussel, Kurator der Ausstellung
Abfahrt um 11.00 Uhr (vom Museum für Völkerkunde)
Rückkehr ca. 18.00 Uhr
Kosten: 22 € (Busfahrt, Eintritt, Führung), 27 € (für Nichtmitglieder)
Bitte um Anmeldung bis spätestens 5. Oktober unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at
Die Exkursion findet nur bei genügend Anmeldungen statt.
Mittwoch, 13. Oktober 2004, 18.30 Uhr
Vortrag
Ethnologisches Wissen, Objekte und koloniale Macht. Am Beispiel der Naga-Sammlung im Museum für Völkerkunde Wien
Mag. Hildegard Scheffler, Wien
Mit über 600 Objekten besitzt das Museum für Völkerkunde Wien eine der weltweit größten Sammlungen der nordost-indischen Naga. Der Wiener Ethnologe Christoph von Fürer-Haimendorf legte diese Sammlung in den 1930er Jahren in enger Zusammenarbeit mit der britischen Kolonialverwaltung Indiens an. Anhand vor allem von Kopftrophäen wird der politische Kontext des Erwerbs dieser Sammlung beleuchtet.
Sonntag, 17. Oktober 2004
Exkursion zur Ausstellung
Faszination Vietnam. Götter – Helden – Ahnen
Kunsthalle Leoben
Führung durch Dr. Christian Schicklgruber, Kurator der Ausstellung
Abfahrt um 9.00 Uhr (vom Museum für Völkerkunde)
Rückkehr ca. 18.00 Uhr
Kosten: 27 € (Busfahrt, Eintritt, Führung), 32 € (für Nichtmitglieder)
Bitte um Anmeldung bis spätestens 12. Oktober unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at
Die Exkursion findet nur bei genügend Anmeldungen statt.
Mittwoch, 20. Oktober 2004, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Federgeld und Muschelperlen. Wertmesser und Zahlungsmittel aus der Südsee
Dr. Gabriele Weiss, Kuratorin Ozeanien und Australien
Die den hier präsentierten Gegenständen (Walzähne, Eberhauer, Schmuckgürtel, Schildpattlöffel, Matten, Steingeldscheiben, Federgeldrollen, Muschelgeldschnüre) zugeschriebenen Werte gründen sich auf ihre spezifische kulturelle Bedeutung, aber auch auf die subjektive Wertschätzung der Tauschpartner. Die Umverteilung und der Erwerb wertvoller Güter, Nahrungsmittel und Dienstleistungen sind die Grundlage für die Einhaltung moralischer Verpflichtungen, für die Würdigung sozialer Tauschbeziehungen, zur Förderung des wirtschaftlichen Wettbewerbes und zur Stabilisierung politischer Allianzen.
Samstag, 23. Oktober 2004
Exkursion zur Ausstellung
Sehnsucht nach dem Paradies. Von Gauguin bis Nolde
Kunsthalle Krems
Führung durch Dr. Tayfun Belgin
und Dr. Gabriele Weiss
Abfahrt um 9.30 Uhr (vom Museum für Völkerkunde)
Rückkehr ca. 17.30 Uhr
Kosten: 25 € (Busfahrt, Eintritt, Führung), 30 € (für Nichtmitglieder)
Bitte um Anmeldung bis spätestens 18. Oktober unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at
Die Exkursion findet nur bei genügend Anmeldungen statt.
Mittwoch, 27. Oktober 2004, 18.30 Uhr
Lichtbildervortrag
Tanz der Masken. Kommerzialisierung sakraler Masken bei den Piaroa in Venezuela
Dr. Claudia Augustat, Kuratorin Südamerika
Der Vortrag beleuchtet die gesellschaftlichen Veränderungen einer indianischen Gemeinschaft im Süden Venezuelas in den letzten 35 Jahren und geht der Frage nach, ob ein Piaroa sterben musste, der nach den Vorbildern sakraler Masken gefertigte Kunstwerke an Touristen verkaufte.
Mittwoch, 3. November 2004, 18.00 Uhr
Mitgliederversammlung des Vereins Freunde der Völkerkunde und Lichtbildervortrag
Der Stab des Propheten
Prof. Dr. Christian F. Feest, Direktor
Szenen aus der Museumswelt: Ein keulenartiges Holzbrett mit Ritzverzierungen, die sich angeblich auf die Lehren des im frühen 19. Jahrhundert aktiven Shawnee-Propheten Tenskwatawa beziehen, wird zum Kriminalfall: Das seltene Stück verschwindet aus einem amerikanischen Museum, taucht leicht verändert auf dem Kunstmarkt auf, die Polizei ermittelt und ein Museumskustos wird zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Vortrag geht dem Geheimnis des Stabs und der Tat nach.
Mittwoch, 10. November 2004, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Der Altar von Cross Village
Dr. Sylvia S. Kasprycki, Museum der Weltkulturen, Frankfurt am Main
Einer der Schätze des Museums für Völkerkunde Wien ist ein Altar, dessen Tabernakel und Leuchter mit Birkenrinde und Stachelschweinborsten verziert sind. 1851 vom Salzburger Kirchenmaler Martin Pitzer in der von österreichisch-slowenischen Missionaren betreuten Ottawagemeinde Cross Village (Michigan) gesammelt, ist der Altar ein einzigartiges Dokument der Auseinandersetzung indigener Völker mit dem Christentum.
Mittwoch, 17. November 2004, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Reise zu den Geistern. Halluzinogene Drogen und Schnupfgeräte in Amazonien
Dr. Claudia Augustat, Kuratorin Südamerika
Die umfangreiche Sammlung von Schnupfgeräten gibt Einblicke in den Gebrauch halluzinogener Drogen, die im Schamanismus des nördlichen Amazonasgebiets eine zentrale Rolle spielen. Mit ihrer Hilfe wird die Grenze zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Geistwesen durchlässig, wird Unsichtbares sichtbar.
Mittwoch, 24. November 2004, 19.00 Uhr
Raumbilddiavortrag
Unbekanntes Vietnam
Dr. Jochen May, Neustadt an der Weinstraße
Erleben Sie eine dreidimensionale Reise durch Vietnam mit der quirligen heimlichen Hauptstadt Saigon und den fruchtbaren Ebenen des Mekong-Deltas, der "Verbotenen Stadt" und den Sommerpalästen der Kaiserstadt Hue, der französisch geprägten Hauptstadt Hanoi, der weiten Delta-Landschaft des Roten Flusses mit ihren Tempeln und Pagoden und den Karstkegeln der Halong-Bucht.
Der Vortrag findet aus technischen Gründen im Kinosaal des Naturhistorischen Museums statt.
Mittwoch, 1. Dezember 2004, 18.30 Uhr
Vortrag und Videopräsentation
Die Frau geht zum Mann. Analyse eines tibetischen Hochzeitsrituals
Dr. Christian Schicklgruber, Kurator Süd- und Südostasien
Ein kurzes Video zeigt eine Hochzeit bei den Khumbo, einer heute in Nordostnepal lebenden tibetischen Ethnie. In der Analyse des Rituals werden für den gesamten tibetischen Kulturraum signifikante Abschnitte herausgearbeitet, die auf den Ausdruck von sozialen Vorschriften in religiösen Vorstellungen verweisen.
Dienstag, 7. Dezember 2004, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Indische Miniaturen auf Elfenbein und deren Restaurierung
Mag. Timea Tallian, Wien
Das Museum für Völkerkunde besitzt eine der weltweit größten Sammlungen indischer Portraitminiaturen auf Elfenbein. Restauratorische Maßnahmen erforderten eine genaue Materialanalyse und die Rekonstruktion des Herstellungsprozesses. Daneben wird auf die Geschichten eingegangen, die uns die Bilder erzählen.
Mittwoch, 15. Dezember 2004, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Die offene Grenze zwischen Original und Fälschung
Mag. Florian Rainer, Restaurator, und Dr. Wilhelm P. Bauer, Restaurator i.R.
Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie Echtes von Unechtem zu unterscheiden ist.
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at
Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums
Vorträge
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Vortragssaal des Museums für Völkerkunde Wien
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1
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Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
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Tel.: (01) 53430-212 oder -270
Redaktion: Dr. Christian F. Feest
Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.ethno-museum.ac.at