Sollte dieses Email nicht einwandfrei zu lesen sein, klicken Sie hier, oder kopieren Sie folgenden Link in Ihren Browser: http://www.voelkerkunde.at/news/deutsch/newsletter/2005_1/index.htm
Newsletter I/2005
Klicken Sie auf die Links, um zu den gewünschten Beiträgen zu gelangen!
Beiträge:
Travestie und Tradition
Der Surrealist als Sammler
Bandung, Bayern, Wien
Unsere Frau für Ostasien
Schreie des Schreckens
Archiv für Völkerkunde 54
Ethnorätsel
Auflösung des letzten Rätsels
Veranstaltungsprogramm
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
Impressum
Didik Nini Thowok in Wien, 2004. Foto: John Marshall
Zu den Höhepunkten unseres Herbstprogramms zählte zweifellos der Auftritt des javanischen Tänzers Didik Nini Thowok, der mit seinen wahrhaft Aufsehen erregenden und teilweise witzigen Variationen einer alten javanischen Tanztradition der Travestie das Publikum begeisterte.
Kleiderwechsel ist jetzt auch für das Museum für Völkerkunde angesagt – die schon lange angekündigte Großbaustelle wird im Jänner 2005 eröffnet. Der Verein “Freunde der Völkerkunde” wird dennoch versuchen, sein Programm so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, bittet aber schon jetzt um Nachsicht für allfällige baubedingte Belästigungen.

![]()

Wolfgang Paalen, "Toison d'Or", 1938 ... und der Shakes-Wandschirm, 1939
Unter den Ethnographica sammelnden Künstlern der europäischen Moderne spielte Wolfgang Paalen (1905–1959) in seiner Zeit eine Rolle, die seinen heutigen Ruf übertrifft. Vor genau hundert Jahren in Baden bei Wien geboren, in Wien, Berlin und Schlesien aufgewachsen, erfuhr Paalen seine künstlerische Prägung in München und Paris, wohin er 1928 (im Jahr der Eröffnung des Museums für Völkerkunde Wien) übersiedelte, wo er sich zuerst der Abstraction-Création-Bewegung um Hans Arp anschloss, 1935 jedoch zu den Surrealisten wechselte.
Nach seiner Emigration in die Neue Welt zog es ihn nach British Columbia und Alaska, wo er zum Sammler von Nordwestküstenkunst wurde und unter anderem den mittlerweile klassischen Wandschirm mit dem Bärenwappen des Tlingit-Häuptlings Shakes (heute im Denver Art Museum) erwarb. Noch im selben Jahr ließ er sich in Mexiko nieder, gab 1942–1944 die einflussreiche Kunstzeitschrift DYN mit Beiträgen prominenter Zeitgenossen von Henry Miller über André Breton und Pablo Picasso zu Albert Einstein heraus, versuchte sich in einer Vielfalt verschiedener Stile, und beging schließlich Selbstmord, nachdem er durch seinen illegalen Handel mit präkolumbischer Kunst in ernste Schwierigkeiten geraten war.
In Wien war ihm zuletzt 1993 die Ausstellung (mit Katalog) Wolfgang Paalen: Zwischen Surrealismus und Abstraktion gewidmet, kürzlich erschien als ausführliche Widmung Amy Winters Buch Wolfgang Paalen. Artist and Theorist of the Avant-Garde (New York 2003).

Sri Tjahjani Kuhnt-Saptodewo, neu am Museum für Völkerkunde Wien
Seit November 2004 hat die Sammlung Insulares Südostasien am Museum für Völkerkunde Wien eine neue, höchst kompetente Kustodin. Wien ist die vorläufig letzte Station auf dem Lebensweg der aus Jakarta gebürtigen Sri Tjahjani Kuhnt-Saptodewo, einer Frau mit vielen Talenten. In Bandung aufgewachsen studierte sie an der dortigen Universität deutsche Sprache und Literatur, bevor sie sich als Stipendiatin in München zur Deutschlehrerin ausbilden ließ. Nach einem Jahr Unterricht in Bandung, machte sie München zu ihrem Lebensmittelpunkt und schloss ihr Studium der Neuen Deutschen Literatur mit dem Magistergrad ab.
Aber ein Studium war ihr nicht genug: Neben einem langjährigen Lehrauftrag an der Universität München für Indonesisch und Javanisch begann Jani Kuhnt-Saptodewo Völkerkunde zu studieren und führte 1987–1988 eine Feldforschung in Mittelkalimantan durch, auf der nicht nur ihre Dissertation beruhte, mit der sie 1992 promovierte, sondern auf der auch ihr preisgekrönter Film “Fluss des geliehenen Lebens” über das Totenritual der Ngaju Dayak entstand.
Die nächste Station für unsere vielseitige neue Kollegin war Passau, wo sie sechs Jahre lang Mitarbeiterin am Institut für Südostasienkunde der Universität war, ehe sie sich im Jahr 2003 mit einer Arbeit über “Getanzte Geschichte. Tanz, Religion und Geschichte” an der Humboldt Universität in Berlin habilitierte.
Wien und die Museumssammlung, die sie jetzt für die Neuaufstellung in zwei Jahren vorbereitet, hat Frau Dr. Kuhnt- Saptodewo schon im Rahmen von Exkursionen mit ihren Studenten in Passau kennengelernt. Ihre Fähigkeiten als Organisatorin konnte sie bereits kurz nach ihrem Einstand am Museum mit der Präsentation des javanischen Tänzers Didik Nini Thowok unter Beweis stellen. Und der Schritt vom Bayrischen zum Wienerischen sollte für das Sprachentalent auch kein Problem sein.

Renate Noda, neu am Museum für Völkerkunde Wien
Ebenfalls seit November 2004 vertritt die Sinologin und Japanologin Mag. Renate Noda für die kommenden drei Jahre die Stelle der für ein Forschungsprojekt beurlaubten Kustodin der Ostasien-Sammlung, Dr. Bettina Zorn. Renate Noda, die mehrere Jahre sowohl in Japan als auch in China und Hongkong gelebt hat, stellt neben ihrer Museumstätigkeit ihre Dissertation fertig, die sich mit Reisetagebüchern von Frauen der Edo-Zeit befasst.
Ihre Beziehungen zum Museum für Völkerkunde Wien reichen ins Jahr 1987 zurück, als die damalige Studentin der Sinologie und Altamerikanistik hier ein Museumspraktikum in der Nord- und Mittelamerikaabteilung absolvierte. Zuletzt war Renate Noda Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte am Institut für Sinologie der Universität Wien.

Cheri-Cherin (eigentlich Papa Mfum’eto), "L’étrange messe noire", 2000. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 179.178. Foto: Fotostudio KHM
Die Kunsthalle Wien im Museumsquartier zeigt bis 30. Januar 2005 eine Ausstellung, in der auch vier Leihgaben aus dem Museum für Völkerkunde zu sehen sind. In der beeindruckenden und doch auch kontroversen Schau “Africa Screams. Das Böse in Kino, Kunst und Kult” wird ein Streifzug durch jene Mythologien der Gegenwart und Vergangenheit versucht, die sich mit dem Schrecken des Kolonialismus und Imperialismus, des Krieges und der Apartheid, der schwarzen Magie und Hexerei oder einfach des Hässlichen und der Angst auseinandersetzen. Eine Vielfalt von Kunstwerken thematisiert diese äußerst unterschiedlichen Kategorien des Horrors. Der Bogen spannt sich von kontemporärer Konzeptkunst, etwa der Südafrikanerinnen Jane Alexander und Candice Breitz, über zeitgenössische Künstler der afrikanischen Diaspora, wie Sokari Douglas Camp, Pascal Marthine Tayou, Dominique Zinkpé oder Fernando Alvim, zur populären Malerei von Cheri-Cherin und der kommerziellen ghanaischen und nigerianischen Horrorfilmkultur. Dazwischen verweist eine Gruppe von Masken – leider von nicht herausragender Qualität – auf überlieferte Traditionen von schreckgestaltigen und zur Vertreibung des Bösen eingesetzten Maskenwesen. Besonders eindrucksvoll sind die in den Trash-Horrorfilmen reflektierten Aspekte einer okkulten Ökonomie, in der durch Kannibalismus, Zombiefizierung und Hexerei Versprechen von Reichtum eingelöst werden.
Der von Tobias Wendl und Ulf Vierke für das Iwalewa-Haus in Bayreuth konzipierten und in Wien von Thomas Mießgang adaptierten Ausstellung wird vorgeworfen, aus “reißerischen” Gründen gerade diese Schattenseite der afrikanischen Moderne in den Mittelpunkt zu stellen und rassistische Bilder eines rückständigen Kontinentes zu befördern. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich selbst ein Bild zu machen, denn auch hier entspricht die Realität der Ausstellung nicht unbedingt dem Schrecken der Kritiker. Auch wenn die Vermischung der Kunstkategorien mit den fantastischen Bildern der Populärkultur auf den ersten Blick nicht einsichtig scheint, gibt es doch viele Verbindungslinien, an deren Offenlegung es den Kuratoren eigentlich gelegen war, die aber vielleicht zu wenig klar herausgestrichen wurden.
Die Ausstellung ist nach Wien auch im Museum der Weltkulturen in Frankfurt am Main zu sehen.
Barbara Plankensteiner
Soeben ist der jüngste Band unserer Zeitschrift Archiv für Völkerkunde erschienen, in dem wieder vielfältige Beiträge in deutscher und englischer Sprache zu ethnologischen Themen enthalten sind. So berichtet der Grazer Architekt Hasso Hohmann in einem reich illustrierten Aufsatz über die faszinierenden bemalten Grabbauten (Chullpas) in den bolivianischen Anden. Der ungarische Ethnologe Balázs Borsos befasst sich mit der Ostafrika-Expedition des ungarischen Grafen Teleki, einem Freund von Kronprinz Rudolf, und des österreichischen Marineoffiziers Ludwig Ritter von Höhnel in den Jahren 1887–1888 im Kontext der österreichisch-ungarischen Beziehungen. Besondere Einblicke in einige Rituale der Oku im Kameruner Grasland gewährt ein Text des “indigenen” Ethnologen Nkajoi John Bah. Um die Sammlung indischer Musikinstrumente des bengalischen Raja Sourindro Mohun Tagore im Museum für Völkerkunde Wien geht es im Aufsatz “Leise Lauten aus Calcutta” der Ethnologin und Musikerin Angelika Stadelmann. Gleich drei Beiträge widmen sich dem Thema “Hochzeit”: Christian Schicklgruber, Kustos am Museum für Völkerkunde Wien, beschreibt und analysiert das Hochzeitsritual der tibetischen Khumbo; Frau Professor Euphrosyne Rizopoulou-Egoumenidou von der University of Cyprus behandelt Geschichte und Gegenwart der traditionellen Hochzeitsbräuche der griechischen Zyprioten; im Anschluss daran präsentiert Margit Krpata, die Archivarin des Museums für Völkerkunde Wien, die Aufzeichnungen des Botanikers Franz Unger über eine zypriotische Hochzeit im Jahr 1862. Von drei seltenen Tabakspfeifen aus Geweihknochen im Gebiet der nordamerikanischen Großen Seen handelt abschließend ein Beitrag von Christian Feest, dem Direktor des Museums für Völkerkunde Wien.
Mitglieder können den 140 Seiten starken Band mit vielen Farbbildern zum Vorzugspreis von 15 € (statt 25 €) beziehen.
Der Erzherzog, der einmal Kaiser in einem fernen Land werden sollte, ließ sich an der Adria ein Schloss bauen, in dessen spanischem Namen die Erinnerung an einen ehemals bedeutsamen Zweig seiner Familie mitschwingt. Hier verwahrte er auch vorwiegend orientalische Sammelstücke, die er auf eigenen Reisen oder im Erbgang erworben hatte. Später sollte sich auch Archäologisches aus Amerika dazu gesellen.
Der Erzherzog war auch Oberkommandierender der Marine und überdies ein Förderer der Wissenschaften. Lange nachdem dies in anderen Ländern aus der Mode geraten war, regte er in seinem als Seenation nicht gerade herausragenden und kolonienlosen Land eine Weltumsegelung an, die der praktischen Ausbildung von Seeoffizieren, nationalen Handelsinteressen und der wissenschaftlichen Forschung dienen sollte. Dass dabei der Geologie größere Bedeutung zukam, lag am Interesse an der Lokalisierung von in der Heimat nicht verfügbaren Rohstoffen. Für diesen Aspekt der Reise nominierte die Akademie einen aus dem Ausland stammenden Geologen, der die Expedition gegen Ende der fast dreijährigen Reise verließ, um sich intensiver mit den Gesteinsformationen einer Doppelinsel zu beschäftigen. Im Rahmen seines neunmonatigen Aufenthalts schloss er engen und anhaltenden Kontakt zur Urbevölkerung. Einer der Häuptlinge bezeugte noch 25 Jahre danach der Witwe sein Beileid über das Ableben des Forschers; zwei andere Angehörige dieses Volks brachte man in die Hauptstadt der Weltumsegler, um sie zu Schriftsetzern auszubilden.
Für den Wissenschaftler bewirkte die Weltreise per Segelschiff ein dauerhaftes Interesse an der Völkerkunde. Als Gründungsdirektor eines großen Museums widmete er dieser Wissenschaft eine Abteilung, die sie mit Urgeschichtsforschung und der Humanbiologie teilte. Das Schiff selbst diente Jahre später, um die sterblichen Überreste des als Kaiser zu Tode gekommenen Erzherzogs in seine Heimat zurück zu schaffen.
Wer war der Erzherzog und spätere Kaiser? Wie hieß das Schiff, das eine so große Rolle in seinem Leben und Tod spielte? Wer war der ausländische Wissenschaftler und Museumsdirektor? Bei welchem Volk machte er seine ersten Erfahrungen mit kultureller Fremdheit?
Auflösung in der nächsten Ausgabe. Einsendungen mit richtigen Lösungen werden nicht prämiert.
Auflösung des Rätsels im Newsletter IV/2004:
Thomas Mann erstaunte sich über die Theorie der “Erntevölker” als Übergang von der
Sammelwirtschaft zum Bodenbau des späteren Rektors der Universität Leipzig Julius Lips, der als
Museumskustos in Köln über “Fallensysteme der Naturvölker geschrieben hatte.
Sein in Wien erschienenes Kinderbuch Zelte in der Wildnis spielt bei den Naskapi in Labrador.
Sonntag, 16. Januar 2005, 11.00 Uhr
Bisonzucht und nachhaltige Entwicklung bei den Lakota/Sioux-Indianern
(Vortrag und Film, englisch mit deutscher Zusammenfassung)
Henry Red Cloud, Pine Ridge Reservation, South Dakota
David Bartecchi, Colorado State University, Ft. Collins
Ralf Kracke-Berndorff, Journalist und Filmemacher
Gemeinsam mit einem Ethnologen und einem Filmemacher berichtet ein Nachkomme des Häuptlings Red Cloud über von der
Unterstützungsorganisation Village Earth geförderte alternative Entwicklungsprojekte (Bisonzucht, Gartenbau,
Heilpflanzenanbau, Sonnen- und Windenergie) auf einer der ärmsten Indianerreservationen in den U.S.A.
Gemeinsam mit dem "Arbeitskreis Indianer Nordamerikas"
Ort: Tiergarten Schönbrunn,
Vortragssaal im Elefantenhaus, 1. Stock
Eintritt in den Tiergarten: 10 € (Gruppenkarte)
Mittwoch, 19. Januar 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Kunstwelt Abidjan/Porto Novo – Weltkunst aus Afrika
Prof. Dr. Thomas Fillitz, Universität Wien, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
Afrika südlich der Sahara? Unsere Fernseh- und Radionachrichten oder die Tageszeitungen berichten über den
Kontinent fast ausschließlich über Katastrophen, über die Ausbreitung von AIDS, über Kriege zwischen
verfeindeten Machthabern oder Hungersnöte. Über die kreativen Leistungen von Menschen dieses Kontinents,
z.B. in den verschiedensten Künsten, wird hingegen der Schleier des Schweigens gebreitet. Der Vortrag widmet sich
einem dieser Bereiche, dem zeitgenössischen Kunstschaffen. Anhand von Bildern wird die kulturelle Bedeutung solcher
Kunstwerke erläutert und ein vor Kreativität sprühendes Afrika gezeigt.
Mittwoch, 26. Januar 2005, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Wasserpuppen aus Vietnam
Dr. Christian Schicklgruber, Kurator Süd- und Südostasien, Himalaya
Das Museum für Völkerkunde hat im Zuge der Vorbereitung einer Vietnamausstellung über 50 Wasserpuppen
in Vietnam erworben. Die Figuren stammen aus einem Dorf südlich von Hanoi, in dem diese für Vietnam so
einzigartige Theaterform seit vielen Generationen praktiziert wird. Anhand von ausgewählten Figuren wird auf
die Bedeutung des Spieles sowohl in der Geschichte Vietnams als auch im dörflichen Leben eingegangen.
Mittwoch, 2. Februar 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Die Wiener Völkerkunde nach dem “Anschluss” Österreichs 1938/39
Prof. Dr. Andre Gingrich, Universität Wien, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Dritte Reich kam es an der Universität Wien,
an den Museen und an der Akademie der Wissenschaften zu einer Reihe von Umstrukturierungen im Dienste der neuen Machthaber.
Der Vortrag beleuchtet dies anhand der Rolle des Wiener Völkerkundlers Christoph von Fürer-Haimendorf,
einem Indien- und Himalaya- Experten, der nach 1945 in England eine bedeutende Karriere machte.
Mittwoch, 9. Februar 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
„Als ich heute in meine Herberge zurückkehrte, da haftete an meiner Reisekleidung noch die Freude“
Reisende Frauen in der Edo-Zeit und ihre Reisetagebücher
Mag. Renate Noda, Kuratorin Ostasien
Frauen, die aus eigener Entscheidung auf ausgedehnte Reisen gingen und dabei auch noch Freude empfanden, ... das passt so gar
nicht zum immer noch gängigen Bild der "traditionellen japanischen Frau". Neuere Erkenntnisse aus westlicher und japanischer
Frauen- und Reiseforschung und vor allem die erhalten gebliebenen Reiseberichte von Frauen aus der Edo-Zeit (1600-1868)
lassen Einblicke in die Lebensrealität zu, die die Frauen jener Epoche in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Samstag, 19. Februar 2005, 14.00 Uhr
Exkursion in das Missions-Ethnographische Museum St. Gabriel in Mödling
Führung durch P. Dr. Andreas Bsteh, SVD
Treffpunkt: Pforte des Missionshauses St. Gabriel (rechts von der Kirche)
Anfahrtsweg von Wien-Mitte, -Nord oder -Meidling mit S1, S2 oder Eilzug (Richtung Wr. Neustadt) bis Mödling.
Weiter mit City-Bus 2A (13:20) oder 2B (13:40) bis Grenzgasse/Gabrieler Straße oder zu Fuß (ca. 15 Minuten)
Die letzte Generalsanierung und Neuaufstellung des Museums konnte vor einigen Jahren mit fachlicher Beratung und
Unterstützung des Museums für Völkerkunde Wien durchgeführt werden. An eine Führung durch
die Ausstellung schließt sich die Einladung zu einem Gespräch über die traditionsreiche Verbindung zwischen
der Völkerkunde in Wien und St. Gabriel und über die gegenwärtige Ausrichtung des Wissenschaftsprogrammes der
Ordensgemeinschaft SVD auf die Begegnung der anderen Kulturen und Religionen.
Mittwoch, 23. Februar 2005, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
James Cook im Museum für Völkerkunde Wien
Dr. Gabriele Weiss, Kuratorin Ozeanien und Australien
Der Naturforscher Leopold von Fichtel reiste 1806 nach London, um einen Teil der von James Cook auf seinen drei
Weltreisen (1768-1771, 1772-1775, 1776-1779/80) gesammelten Objekte für das Hofnaturalien-Kabinett des
österreichischen Kaisers Franz I. zu erwerben. Vorgestellt werden weltweit bekannte Objekte der Sammlung
James Cook aus Neuseeland, Hawai’i, Tonga und Tahiti.
Mittwoch, 2. März 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Ernst Frey - Ein Österreicher im Dienste Ho Chi Minhs
Horst Hermann, Wien
Wie kam Ernst Frey nach Vietnam? In Wien aufgewachsen und als Mitglied der KPÖ verließ Frey Österreich
nach dem Anschluss an Nazideutschland. In der Emigration in Frankreich meldete er sich zur Fremdenlegion, um gegen
Hitler zu kämpfen. Frey wurde aber nach Indochina geschickt und fand sich so auf der “falschen” Seite wieder.
Er desertiert aus der Legion und schloss sich der vietnamesischen Unabhängigkeitsbewegung Viet Minh an.
Frey lernte alle wichtigen Funktionäre der Bewegung kennen und übernahm die Militärausbildung der Vietnamesen.
Als Oberst nahm er an Besprechungen des Generalstabes teil, befehligte Kampfeinsätze und war für
Propaganda zuständig.
Mittwoch, 9. März 2005, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Die Liberia-Sammlung der Etta Becker-Donner
Dr. Barbara Plankensteiner, Kuratorin Afrika südlich der Sahara
Lange bevor die Ethnologin und Afrikanistin Becker-Donner (1911–1975) Direktorin des Museums für
Völkerkunde wurde, war sie Dank zweier Forschungsreisen nach Liberia in den Jahren 1934/35 und 1936
bereits eine Bekanntheit in Wien. Ein bedeutender Teil der während der Feldforschung angelegten Sammlung,
die zu den frühesten aus dieser Region zählt, befindet sich im Museum für Völkerkunde Wien.
Es werden ausgewählte Stücke der Sammlung und die Rahmenbedingungen der Reisen vorgestellt.
Mittwoch, 16. März 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Leben und leben lassen.
30 Jahre nach Kriegsende blickt Vietnam pragmatisch in die Zukunft
Dr. Helmut Opletal, Journalist und Asienexperte, Wien
Seit drei Jahrzehnten herrscht jetzt Friede, Vietnam hat sich mit Nachbarn und alten Feinden versöhnt,
Politiker und Bevölkerung streben heute vor allem nach wirtschaftlichem Aufschwung und einem
besseren Leben.
(Politische Reformen und Maßnahmen zur sozialen Gerechtigkeit bleiben jedoch manchmal auf der Strecke.)
Mittwoch, 23. März 2005, 18.30 Uhr
Lichtbildervortrag
Palenque – Architektur und Dynastiegeschichte einer klassischen Maya-Stadt
Dr. Claudia Augustat, Kuratorin Südamerika
Der Lichtbildvortrag führt zu einer der eindruckvollsten Ruinenstätten der Maya in Yucatan.
Die Bauten und ihre Inschriften spiegeln die Geschichte des Herrschers Pakal und seines Sohnes Chan-Balum wider.
Sie dienten der Legitimation ihres Machtanspruches, auf den die Familiengeschichte einen Schatten geworfen hatte.
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at
Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums
Vorträge
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Vortragssaal des Museums für Völkerkunde Wien
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1
Sollte der Newsletter nicht richtig dargestellt werden, finden Sie ihn als PDF-Datei unter
www.voelkerkunde.at/news/deutsch/newsletter/2005_1/letter_05_1.pdf
Wenn Sie sich von unserem Newsletter abmelden möchten, schicken Sie ein kurzes Email an
freunde@voelkerkunde.at
Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
freunde@voelkerkunde.at
Tel.: (01) 53430-212 oder -270
Redaktion: Dr. Christian F. Feest
Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.ethno-museum.ac.at