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Newsletter IV/2005
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Beiträge:
Museum im Aufbruch
Unsere neuen Botschafter
Jules Verne einmal anders
Unsere alten Ausstellungen
Ethnorätsel
Auflösung des letzten Ethnorätsels
Veranstaltungsprogramm
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
Impressum
Targi der Dag-Ghâli, Ahaggar.
Foto: Franz Trost, um 1980
Der unaufhaltsam fortschreitende und bislang plangemäße Umbau des Museums für Völkerkunde Wien bringt auch für den Verein einige Veränderungen mit sich. Da uns gegenwärtig für Veranstaltungen nur ein kleinerer Raum im ausgebauten Dachgeschoss der Neuen Burg zur Verfügung steht, werden einige Vorträge in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen an anderen Orten stattfinden. Auch sonst gibt es Neuerungen: Im "Club V*" versuchen wir eine neue Form der Vermittlung durch Gespräch statt durch Vortrag, und an Stelle der früher so beliebten Reisefilme zeigen wir John Tylos avantgardistisches Werk "Traveling Along the Nile".

Schutzgeistfigur tewes nevinbur, Süd-Malekula, Neue Hebriden (Vanuatu), um 1900
Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 150.295
Seit dem 8. Juli 2005 ist das Museum für Völkerkunde durch eine ganze Reihe neuer Botschafter im Außenministerium auf dem Wiener Minoritenplatz vertreten. In dem an diesem Tag neu eröffneten Dienstgebäude befinden sich wenigstens bis zur Wiedereröffnung des Museums im Mai 2007 ausgewählte Objekte als Leihgaben, um an die kulturelle Vielfalt der Welt und an Österreichs anhaltendes Interesse an ihr zu erinnern. Der Schutzgeist tewes, früher für die Einhaltung der Rechtsordnung bei den Festen der Geheimbünde (nevinbur) auf Vanuatu zuständig, versieht nunmehr seinen Dienst in Sachen Völkerverständigung und Weltfrieden.
Dass der französische Schriftsteller Jules Verne in der Ethnologie belesen war und ethnographische Details in seine Romane einfließen ließ, dürfte Leseratten bekannt sein. Seit jener Zeit ist die Welt kleiner geworden, und die großen Migrationsströme unserer Tage haben Fremdheit in Nachbarschaft verwandelt - mit allen Problemen, die solche Veränderungen mit sich bringen. Dass Jules Verne auch hier eine Rolle spielen kann, zeigt eine Produktion von SOS-Menschenrechte mit dem international bekannten brasilianischen Künstler João de Bruçó, mit der in der Erstaufnahmestelle Ost (siehe auch unser Veranstaltungsprogramm vom 5. November 2005) erstmals ein kulturelles Projekt unter professioneller künstlerischer Leitung durchgeführt wird.
Vorlage des skurrilen, subversiven, romantischen und wilden Musiktheaters ist Jules Vernes Roman 20.000 Meilen unter den Meeren. Captain Nemo und seine Crew kehren der Zivilisation, wie wir sie kennen, den Rücken und entwickeln auf dem U-Boot Nautilus ihre eigene auf die Natur zugeschnittene Form des Zusammenlebens. Das Stück thematisiert den Kampf gegen Unrecht und für den Ausgleich von Mensch und Umwelt sowie von Reichtum und Armut und eignet sich daher besonders gut als Projekt mit Flüchtlingen.
Im Rahmen einer kreativen Tagesstrukturierung für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist gerade Theater eine spezifische Form, um Gefühle, Wünsche, Träume und auch Erfahrungen zum Ausdruck zu bringen (und dazu noch handwerkliche Fähigkeiten zu fördern). Von der Musik bis zur Endproduktion, von den Kostümen bis zum Bühnenbild - alles ist aus der Hand minderjähriger Asylwerber unter professioneller Anleitung aus "Abfall" entstanden. So besteht etwa das U-Boot aus Kinderwagenrädern, Ampellichtern, Plexiglas, Abfallrohren und alten Reifen.
20. bis 23. Oktober 2005, täglich, Beginn 20 Uhr
Schauspielhaus Wien
Porzellangasse 19
A - 1090 Wien
Tel: +43/1/317 01 01
Fax: +43/1/317 01 01 - 22
www.schauspielhaus.at

Karl-May-Ausstellung 1949: Indianischer Jäger mit gefangenem Wolf
Fotosammlung des Museums für Völkerkunde
Dass Karl May noch nicht tot ist, legt unter anderem der seit kurzem erscheinende Wiener Karl May Brief nahe, der in seinem 2. Heft auch einen Bericht über die "Karl-May-Ausstellung" des Museums für Völkerkunde im Jahr 1949 wiedergibt. Die von Direktor Robert Bleichsteiner anlässlich des Erscheinens der ersten sechs Bände der Wiener Lizenzausgabe von Mays Werken zusammengestellte Schau widmete sich dementsprechend dem Orient, zeigte aber auch "um den an Jahren jungen Besuchern ... eine Freude zu bereiten, ... eine indianische Abteilung". Dass der dort gezeigte "berittene Sioux-Häuptling in Naturgröße" (oben nur ausschnittweise hinter dem Jäger in Wolfsbegleitung zu sehen) auf einem vom Präparator Fürst geschnitzten Vollholzpferd saß und den weltweit ältesten bekannten Lederanzug der Jicarilla-Apache und ein Paar irokesische Mokassins trug, tat der Begeisterung des Publikums offenbar keinen Abbruch: "Die Zahl der Besucher", so der Bericht, "schwankte an den Sonntagen zwischen 6-800." Auf eine vom Ueberreuther-Verlag gesponserte Tour durch mehrere Landesmuseen ging die Ausstellung dann weitgehend ohne Indianer.
Regelmäßige Museumsbesucher werden erkennen, dass der Wolf (unbekannter Herkunft) seinen letzten Auftritt bis zur Schließung des Museums in der Ausstellung "Jäger- und Sammlervölker in aller Welt" hatte, wo er ein zahmes Schlittenren verbellte.
"Wo's der Brauch ist ..."
"... legt man Küh' ins Bett," bemerkt Heimito von Doderer in einem Text, in dem er das ungewöhnlich gewalttätige Brauchtum eines erdachten Dorfs beschreibt. Der Brauch, um den es hier geht, ist zwar nicht im engeren Sinn gewalttätig, wohl aber ungewöhnlich; er ist zwar nicht gänzlich erdacht, aber als einheitliches Phänomen auch nicht viel tatsächlicher als der gute, alte "Totemismus".
Die Angelegenheit hat die Ethnologie seit ihren Anfängen verfolgt. Dem Jesuiten, der als Vater der vergleichenden Ethnologie gilt, war der Brauch spezifisch genug, um ihn als Beispiel für seine kulturhistorischen Schlussfolgerungen zu verwenden. Es gab zwar damals dafür noch keine allgemein übliche Bezeichnung, aber der Pater wusste immerhin, dass das Unbeschreibliche im Süden seiner Heimat noch praktiziert wurde, und zwar unter dem Namen, als dessen "Erfinder" gemeinhin der britische Ethnologe Edward B. Tylor gilt. Dieser griff als Quelle für die Bezeichnung auf eine mittelalterliche Verssammlung zurück, in der beschrieben wird, wie im Land Torelore die Königin an der Spitze einer Weiberarmee Krieg mit Eiern, weichem Käse und Kochäpfeln führte. (Ja, mit Eiern!)
So unbekannt aber waren weder das Wort noch die Tat. Schon im 17. Jahrhundert hatte der Verfasser einer Geschichte der Antillen die Bezeichnung gebraucht und mit einer Sitte in Verbindung gebracht, "die, obwohl lächerlich, sich nichtsdestoweniger unter den Bauern einer gewissen Provinz Frankreichs findet." Damit war der Ton des beleidigten Erstaunens angeschlagen, mit dem "das Rätsel auf dem Gebiet der Völkerpsychologie" bis ins 20. Jahrhundert auch von der Wissenschaft bedacht wurde. Als "eine der merkwürdigsten Erscheinungen im Völkerleben" hat man sie bezeichnet, und man fragte sich, "wie überhaupt eine solche Abnormität ... zur Ausbildung einer allgemeinen Volkssitte" werden konnte. Malinowski hielt die Sache für eine "offensichtlich absurde Idee".
An Erklärungsversuchen hat es nicht gefehlt: Es handle sich um eine freiwillige Buße für die Erbsünde, meint der gelehrte Jesuit; es sei der größte Triumph der Gynäkokratie, belehrt uns der Erfinder des "Mutterrechts"; für den Vater des "Elementargedankens" ist es ein Völkergedanke, und zugleich eine Fiktion, um die Naturangehörigkeit der Kinder auszudrücken. Spätere Forscher glaubten in der Praxis einen Ausdruck des Dualismus von Körper und Seele zu erkennen. Andere gestanden offen ein, dass die Motive im Dunklen lagen. Trotzdem wurde der Begriff von der Psychiatrie übernommen, um damit bestimmte psychosomatische Phänomene zu charakterisieren, die als nichtrituelles Äquivalent der kulturellen Praktiken gelten sollten.
Schon ein 1890 erschienener Aufsatz meinte, die Riten würden so wechselnde Gestalt annehmen, dass sie mangels Gemeinsamkeit auch nicht gemeinsam erklärt werden könnten. Auch eine Dissertation von 1912 warnte vor "falschen Deutungen, namentlich der Generalisierung," und bezweifelte die Möglichkeit einer einheitlichen Erklärung. In dem 42 Jahre später erschienenen monumentalsten Werk zum Thema, das die fragliche Bezeichnung nur im Untertitel führt und erst nach dem Tod des Autors herausgegeben wurde, versuchte ein weiterer Geistlicher einmal mehr eine "'Ehrenrettung' der wissenschaftlich erkennbaren älteren und ältesten Menschheit": Was einst "kurios" schien, wurde als etwas erkannt, "das der menschlichen Natur alle Ehre macht."
Ein amerikanischer Leser bezeichnete das deutschsprachige Opus 1966 als "Totgeburt", empfahl es aber gleichzeitig seinen Kollegen als wichtige Kompilation der einschlägigen Quellen.
Wer legt sich hier in welches Bett? Welcher Kirchenmann verursachte die besagte posthume Totgeburt? Und was hat das alles mit Eiern zu tun?
Auflösung in der nächsten Ausgabe. Richtige Einsendungen werden nicht prämiert.
Auflösung des Rätsels im Newsletter II/2005:
In den Worten von Bronislaw Malinowski, dem Lehrer von Hortense Powdermaker, war Richard Thurnwald, der Schüler seines Landsmanns Ludwig Gumplowicz, der "führende deutsche Anthropologe". Sein Studienfreund Rudolf Pöch war nicht nur ein Pionier des ethnographischen Films, er bereiste auch schon vor Thurnwald den Sepik im heutigen Papua Neuguinea, an dessen Oberlauf die "Thurnwald Range" an ihren "Entdecker" erinnert.

"Tätowierte Japaner, um 1880
Museum für Völkerkunde Wien, Fotosammlung Inv.Nr. 1284
Mittwoch, 5. Oktober 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Tätowierkunst in Japan (mit Lichtbildern)
Mag. Marc Schwaiger, Kunsthistoriker, Wien
Bereits als die ersten Europäer im ausgehenden 19. Jahrhundert nach Japan kamen, bewunderten sie die großflächigen Tätowierungen, welche die Angehörigen der unteren Schichten oft zu tragen pflegten. Sie waren sogar dermaßen von den Hautverzierungen angetan, dass sich viele Europäer und Amerikaner und sogar Hochadelige von japanischen Tätowierern ein Souvenir anfertigen ließen. Bis heute hat sich in der japanischen Tätowierung wenig verändert und sie erlebt seit den letzten 15 Jahren eine wahre Renaissance.
Dienstag, 11. Oktober 2005, 19.00 Uhr
Gemeinsam mit dem Zeitschriftenverlag St. Gabriel und dem Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien. Freier Eintritt
Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien, Universitätsstraße 7, 4. Stock, Hörsaal A
Podiumsdiskussion
100 Jahre Anthropos - Der Mensch im Mittelpunkt
Univ.-Prof. Dr. Thomas Fillitz, Prof. Dr. Christian F. Feest, P. Christian Tauchner, SVD, Karin Hintersteiner
Moderation: P. Franz Helm, SVD
Im Jahr 1906 gründete P. Wilhelm Schmidt, SVD, im Missionshaus St. Gabriel in Mödling bei Wien die internationale Zeitschrift Anthropos als Sprachrohr einer aus seiner Sicht "modernen Ethnologie, die (mit wechselnden Erscheinungsorten) bis heute das auflagenstärkste ethnologische Fachorgan des deutschsprachigen Raums geblieben ist. In einer Podiumsdiskussion aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des Anthropos werden Fragen der Ethnologie in der heutigen Zeit aus dem Blickwinkel von Universität, Museum, Publizistik und Mission erörtert.
Mittwoch, 12. Oktober 2005, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Stimmen der Geister - Sakrale Musikinstrumente aus Amazonien
Dr. Claudia Augustat, Kuratorin für Südamerika
Sakrale Musikinstrumente gehören zu den wichtigsten Ritualgegenständen in Amazonien. Sie verleihen Geistwesen und Ahnen eine Stimme und spielen vor allem bei Initiationsriten eine bedeutende Rolle. Ihre Herstellung und Verwendung unterliegt Tabus, die nicht-initiierte Männer, Frauen und Kinder ausschließen.
Mittwoch, 19. Oktober 2005, 18.00 Uhr
Gemeinsam mit der Anthropologischen Gesellschaft Wien. Freier Eintritt
Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien, Universitätsstraße 7, 4. Stock, Hörsaal A
Vortrag
Robert Heine-Gelderns Theorien im Licht neuer wissenschaftlicher Forschung
Ass.-Prof. Dr. Helmut Lukas, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Robert Heine-Geldern (1885-1968) war ein sehr vielseitiger Wissenschaftler, der in seinen Forschungen (vor allem zu den Kulturbeziehungen Südostasiens und Ozeaniens) ethnologische, prähistorische, archäologische und indologische Konzepte mit einander verband. Trotz seiner kulturhistorischen Orientierung stand Heine-Geldern wegen seiner empirischen und undogmatischen Einstellung der Wiener Schule der Ethnologie sehr kritisch gegenüber. Der Vortrag versucht, die wissenschaftliche Arbeit Heine-Gelderns in Beziehung zu seiner Biographie und zum sozialen und politischen Kontext der Zeit zu setzen und die Ergebnisse seiner Forschungen mit jenen der heutigen Wissenschaft zu vergleichen.
Samstag, 5. November 2005
Exkursion
in die Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen
Führung und Diskussion
Mag. Klaus Neumann, Regionalleiter Niederösterreich, Wien, Burgenland, SOS - Menschenrechte Österreich
Ort: Otto-Glöcklstraße 24/9
2514 Traiskirchen
Vorbehaltlich der Genehmigung durch das Bundesministerium für Inneres. Anmeldung erbeten unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder info@ethno-museum.ac.at
Treffpunkt: 14.00 Uhr
Haltestelle: Traiskirchen (Badner Bahn)
Anfahrtsweg: mit der Badner Bahn von Wien Oper
Abfahrtszeit z.B. 12.55 oder 13.10 Uhr von Wien Oper
Ankunft Traiskirchen 13.46 oder 14.01 Uhr
SOS-Menschenrechte Österreich entstand 1993 im Zuge der Aktion "Lichtermeer" und ist in den Bereichen der Gewährleistung, Sicherstellung und Einmahnung von Rechten benachteiligter Gruppen, insbesondere unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge, und (obdachloser) Asylwerber österreichweit aktiv.
Im Dezember 2000 wurde eine Clearingstelle in der Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen eröffnet, wo derzeit täglich rund 200 Hilfe suchende Menschen beraten und betreut werden. Die Beratungstätigkeit liegt vor allem im medizinischen und gesundheitlichen Bereich, der sprachlichen, schulischen und beruflichen Ausbildung, sowie der rechtlichen Beratung und Verfahrensbegleitung.
Mittwoch, 9. November 2005, 18.30 Uhr
Ort: Kunsthistorisches Museum Wien, Medienraum
(Zugang über den Haupteingang Maria-Theresienplatz, Einlass: ab 18.15 Uhr)
Mitgliederversammlung des Vereins Freunde der Völkerkunde und Vortrag
Zur Frage der Herkunft der Sahara-Tuareg
Prof. Franz Trost, Wien
Zahlreich sind die Meinungen und Theorien über den Ursprung und die Herkunft der Tuareg, deren Einwanderung in die zentrale Sahara in mehreren epochalen Wellen erfolgte und mit der beginnenden Islamisierung Nordafrikas im 11. Jahrhundert ihren Höhepunkt fand. Ein charakteristisches Merkmal der traditionellen Tuaregkultur ist die hierarchische Schlichtung ihrer Sozialstruktur, deren genaue Untersuchung uns Kenntnisse über die Herkunft der "verschleierten Menschen der Wüste" liefert.
Mittwoch, 16. November 2005, 18.00 Uhr
Club V*
Vom Flug der Bolas nach Chavín, oder
Der Laie als Fachmann (mit Lichtbildern)
Prof. Dr. Christian F. Feest spricht mit
Ing. Wilhelm Diessl, Linz
Ing. Wilhelm Diessl, bis 1987 im Industrieanlagenbau tätig, verfolgte seit den 1950er Jahren ein Interesse an altamerikanischen Kulturen, das durch seine technischen Kenntnisse und unstillbare Neugier Lücken der Forschung schließen half. Im Gespräch mit Christian Feest berichtet er von der Forscherkarriere eines akademisch unbelasteten "Amateurs", die ihn vom Studium der Flugbahnen der Wurfwaffen der Pampas zur Veröffentlichung eines Buchs über die Archäologie der peruanischen Sierra de Ancash (Huantar, San Marcos, Chavín, 2004) führte.
Mittwoch, 23. November 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Der javanische Maler Raden Saleh (1811-1880)
Sein Leben und seine Beziehung zu Österreich
Dr. Werner Kraus, Kulturwissenschaftler, Passau
Raden Saleh war der erste javanische Intellektuelle der in Beziehung zu Europa trat. Er lebte 23 Jahre in Holland, Deutschland und Frankreich. Dabei wurde er nicht nur Teil der europäischen Kunstgeschichte, sondern nahm auch Teil am gesellschaftlichen Diskurs seiner Zeit. Eine besonders enge Freundschaft verband Saleh mit Arthur Graf Mensdorff-Pouilly und dessen Bruder Alexander Graf Mensdorff-Pouilly, Fürst Dietrichstein zu Nikolsburg, Außenminister von 1864-66. Von ihm malte er ein großes Porträt, das sich heute im Besitz der Königin von England befindet.
In den 1870er Jahren schenkte Raden Saleh, durch Vermittlung von Arthur Mensdorff-Pouilly, Kaiser Franz Joseph ein javanisches Genre-Gemälde, das sich heute im Besitz der Österreichischen Galerie befindet.
Mittwoch, 30. November 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Zur Neugestaltung des Museums für Völkerkunde
Prof. Dr. Christian F. Feest, Direktor
Achtzehn Monate vor der Wiedereröffnung des gegenwärtig im Umbau begriffenen Museums für Völkerkunde Wien bietet der Vortrag einen ersten Blick hinter die Kulissen der inhaltlichen Neugestaltung der Schausammlung und die Planungen für die ersten Sonderausstellungen des Hauses.

Busabfahrt in Wadi Halfa, 4. Februar 2001
aus "Traveling Along the Nile" von John Tylo
Mittwoch, 7. Dezember 2005, 18.00 Uhr
Film
"Traveling Along The Nile"
John Tylo, Filmemacher, Weitersfelden
Ein avantgardistischer "Reisefilm" im Museum für Völkerkunde. Das Museum erklärt fremde Kulturen mit ihren Mannigfaltigkeiten an kulturellen Äußerungen, John Tylo hingegen zeigt sie - ohne Ansatz eines Erklärungsversuches, ohne Kommentar, nur mit Originalton. Der Film erscheint beinahe ungeschnitten, die Kamera fängt über lange Strecken (im zeitlichen als auch räumlichen Sinn) das ein, was ein Reisender sieht, der im Bus entlang des Nils durch Afrika fährt.
Diskussion mit John Tylo

Hausmodell der Toraja, Sulawesi
Museum für Völkerkunde Wien
Mittwoch, 14. Dezember 2005, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Das Universum im Haus
Traditionelle Architektur Indonesiens
Dr. Jani Kuhnt-Saptodewo, Kuratorin für Insulares Südostasien
In vielen traditionellen Gesellschaften Indonesiens spiegelt das Haus die Vorstellung des Kosmos wider. Die Konstruktion des Hauses symbolisiert den Makrokosmos: die Oberwelt, wo die Gottheiten und die Ahnen wohnen, die mittlere Welt der Menschen und die Unterwelt mit ihren Geistern und Dämonen. Dabei wird das Dach mit der Oberwelt assoziiert, die Wohnfläche mit der Welt der Menschen, der Raum zwischen den Stützpfeilern eines Pfahlhauses mit der Unterwelt.
Anhand von Hausmodellen wird die Struktur der Häuser besprochen.
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
Begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at
Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums
Vorträge, Film und Club V*
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Besprechungsraum des Museums für Völkerkunde Wien
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1
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Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
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Redaktion: Dr. Christian F. Feest
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