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Verein Freunde der Völkerkunde

Newsletter I/2006

Inhaltsverzeichnis

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Beiträge:
Alt und Neu
Ukiyoe
Trongsa Dzong
Tsunami etc.
Auflösung des letzten Ethnorätsels

Veranstaltungsprogramm
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

Impressum

Roxanne J. Chinook, Indian Pride, 2002, Foto: Christian Feest, 2003 (Museum of Warm Springs, Oregon)

Roxanne J. Chinook, Indian Pride, 2002
Foto: Christian Feest, 2003 (Museum of Warm Springs, Oregon)

Alt und Neu

Das Alte als Nährboden des Neuen: Das gilt für das Museum für Völkerkunde Wien, das im Jahr 2006 - am Vorabend seiner Wiedereröffnung - seinen 200. Geburtstag als ethnographische Sammlung feiert, ebenso wie für den Verein "Freunde der Völkerkunde", für den die Erneuerung des Museums ebenfalls eine Chance darstellt, sich neu aufzustellen. Wie das neue Jahr beginnt, verrät die umseitige Programmvorschau; wie das alte Jahr gelaufen ist, können Sie aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 9. November 2005 auf unserer Webseite entnehmen.

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Ukiyoe

Kunisada I., Ansicht des Sangen-Teehauses im Schnee, in der MAK-Datenbank

Kunisada I., Ansicht des Sangen-Teehauses im Schnee, in der MAK-Datenbank

Am 30. November 2006 wurde im Museum für angewandte Kunst in Wien die Ausstellung "Ukiyo-e Reloaded" eröffnet (wo sie bis zum 26. März 2006 zu sehen sein wird), in der eine Auswahl von etwa 600 japanischen Farbholzschnitten aus dem umfangreichen Gesamtbestand zu bewundern ist. Zeitgleich mit dieser Eröffnung wurde die ukiyoe-Datenbank der gesamten 4131 Farbholzschnitte des MAK ins Netz gestellt. Wer sich also an den 600 Exponaten der Ausstellung noch nicht satt gesehen hat und dessen Neugier auf die restlichen Bestände geweckt wurde, kann diese nun bequem vom Computer zu Hause aus genießen.

Die Datenbank, die auf die Homepage des MAK (www.mak.at) über den Link "Sammlung" zu erreichen ist, bietet in drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Japanisch) die Möglichkeit, eine Auswahl an Bildern nach vorgegebenen Schlagworten (wie Religion, Unterhaltung, Alltagsleben, Bekleidung etc.) aufzurufen, die ihrerseits in mehrere Unterthemen gegliedert sind. Darüber hinaus gibt es auch eine individuelle Suchoption. Klickt man ein kleinformatiges Bild des Suchergebnisses an, so erscheint auf dem Bildschirm das ausgewählte Bild in größerem Format gemeinsam mit Informationen über den Holzschnitt wie Titel, Serienname, Künstler, Datierung des Drucks, Verleger etc. Durch einen weiteren Mausklick lässt sich ein großformatiges Bild in hoher Auflösung auf den Bildschirm zaubern, das nur durch das etwas groß geratene und als Kopierschutz gedachte Wasserzeichen des MAK beeinträchtigt wird.

Das Logo des ukiyoe Projekts an der Japanologie der Universität Wien

Das Logo des ukiyoe Projekts an der Japanologie der Universität Wien

An der Abteilung Japanologie des Instituts für Ostasienwissenschaften der Universität Wien entsteht zur Zeit eine weitere ukiyoe-Datenbank im Rahmen eines FWF-Projekts, die einen ganz anderen Ansatz verfolgt. Nicht die geschlossene Sammlung eines bestimmten Museums, sondern ein bestimmtes Genre der Farbholzschnitte steht im Mittelpunkt: die bisher wenig erforschten Karikaturen. Diese wurden aus den verschiedensten Sammlungen weltweit in digitaler Form zusammengetragen und werden derzeit noch bearbeitet. 2006 soll die Datenbank ins Netz gestellt werden. Mit Spannung sind dann die Ergebnisse der auf der Basis dieser Datenbank geplanten Erforschung der Entwicklung des politischen Bewusstseins der Stadtbevölkerung von Edo (Tokyo I ) vor I und nach der Meiji-Restauration (1868) zu erwarten … Renate Noda Kuratorin für Ostasien

Eine Führung von Dr. Johannes Wieninger, dem Kurator der Ausstellung, durch "Ukiyo-e Reloaded" für den Verein Freunde der Völkerkunde findet am Dienstag, 31. Jänner 2006, 19.00 Uhr im MAK (Stubenring 5, 1010 Wien) statt.

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Trongsa Dzong

Die Wehrburg Trongsa Dzong. Foto: Christian Schicklgruber

Die Wehrburg Trongsa Dzong. Foto: Christian Schicklgruber

Der Wunsch nach Erhaltung und Revitalisierung vom Verfall bedrohter Burgen und Schlösser hat in Österreich in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhundert zahlreiche Schlossmuseen hervorgebracht, von denen Schloss Matzen, die Kartause Gaming und Schloss Scharnstein längere Zeit als erfolgreiche Außenstellen des Museums für Völkerkunde Wien dienten. Jetzt hat diese Idee das ferne Bhutan erreicht - und wieder ist das Museum für Völkerkunde mit dabei.

Es geht um die Mönchsburg Trongsa Dzong, 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Thimphu, genauer gesagt um den oberhalb davon gelegenen Wachturm Taa Dzong.

Festungen wie diese waren in der Geschichte des Landes zentrale Orte der politischen und religiösen Macht und prägen bis heute die Identität Bhutans. Ihre kostspielige Erhaltung erfordert freilich eine neue wirtschaftliche Basis sowie fachkundige Unterstützung. Diesem Ziel dient ein Gemeinschaftsprojekt der königlich-bhutanischen und der österreichischen Regierung, das aus dem alten Wachturm von Trongsa Dzong bis zum Jahr 2008 einen touristisch attraktiven Ort der lebendigen Erinnerung machen soll.

Als österreichischer Experte wurde der Kustos der Abteilung Süd- und Südostasien und Himalayaländer des Museums für Völkerkunde Wien, Dr. Christian Schicklgruber, verpflichtet, der im Herbst 2005 gemeinsam mit den Mönchen von Trongsa Dzong Objekte aus dem klösterlichen Bestand für die geplante Schaustellung im renovierten Wachturm auswählte. Darunter finden sich spektakuläre Gegenstände wie die Rabenkrone mit dem Gott Mahakala, in der sich die enge Verbindung von Religion und Politik in Bhutan verkörpert, aber auch Tonfiguren, die bis heute Teil des lebendigen Kults sind. Letztere werden im Interesse der Mönche durch Nachbildungen ersetzt, die nach ihrer Weihe weiter der ursprünglichen religiösen Bestimmung dienen sollen - wie dies ähnlich während der Renaissance auch in Europa geschah. Darüber hinaus wird die Ausstellung im Taa Dzong auch einen aktiven Gebetsraum in der Hoffnung auf eine friedliche Koexistenz zwischen kontemplierenden Lamas und staunenden Touristen in die Präsentation einbeziehen - Museum und Tempel im Kombipack, aus Sicht der buddhistischen Praxis kein Problem.

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Tsunami etc.

Raddampfer als Spielzeug, Nikobaren, um 1880. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 29.576 (Slg. Svoboda)

Raddampfer als Spielzeug, Nikobaren, um 1880. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 29.576 (Slg. Svoboda)

Dass die Wertschätzung einer Sache mit ihrem Verlust steigt, gilt auch für das kulturelle Erbe. Besonders leidvoll mussten dies die Bewohner der Nikobaren und Andamanen erfahren, als vor einem Jahr der schreckliche Tsunami ihre Inselheimat verwüstete - und damit auch einen erheblichen Teil ihres materiellen Kulturbesitzes, dessen Bewahrung auch eine Folge der Isolationspolitik der indischen Regierung gewesen war. In den rasch errichteten Auffanglagern und bedroht vom unerwarteten Modernisierungsschub eines kulturell unsensiblen "Katastrophenkapitalismus" wurde den Flutopfern durch den Verlust der bisherigen Alltagsweltdeutlich, dass sie durch die Verheerung ihr kulturelles Erbe verloren hatten.

Der am Institut für Soziale Ökologie in Klagenfurt tätige indische Ökologe Simron Jit Singh, der schon vor dem Tsunami einen privilegierten Zugang zu den Nikobaren und ihren Bewohnern besaß, hat nun vor diesem Hintergrund das Buch The Nicobar Islands/Die Nikobaren (Wien 2005: Czernin Verlag) vorgelegt, in dem er die "traditionelle" Kultur der Insulaner rekonstruiert, um es - so die Verlagsinformation - den Überlebenden zu ermöglichen "an ihre Vergangenheit anzuknüpfen, um ihre Zukunft ökologisch nachhaltig, sozial gerecht und wirtschaftlich solide zu gestalten."

Wie sehr das neu entdeckte kulturelle Erbe vor allem eine identitätsstiftende Rolle in diesem alternativen Modernisierungsprozess spielt, hat auch der Besuch einer Delegation von den Nikobaren im Museum für Völkerkunde Wien im Herbst 2005 gezeigt. Hier wurden sie mit Kulturdokumenten ihrer Ahnen konfrontiert, die seit dem 19. Jahrhundert in einem fremden Land als wertvoll betrachtet und bewahrt wurden, während zu Hause nicht erst der Tsunami, sondern die stetige Veränderung der lebendigen Kultur kaum etwas von den alten Dingen übrig gelassen hat. Gerade weil viele der Museumsobjekte den Besuchern mittlerweile rätselhaft geworden waren, erfüllte sie die Begegnung mit dem Ahnenerbe nicht nur mit Stolz, sondern auch mit jenem Schmerz über den Verlust, der auch uns überkommt, wenn wir im Museum angesichts der künstlich am Leben erhaltenen Vergangenheit an die Vergänglichkeit der Welt erinnert werden.

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Auflösung des Rätsels im Newsletter IV/2005:

Auflösung aus der letzten Ausgabe: Bei dem "rätselhaften" Brauch handelt es sich um das "Männerkindbett" (oder Couvade; von frz. "couver", 'ausbrüten'), dem Thema des letzten großen Werks von P. Wilhelm Schmidt, SVD, dem Begründer der Wiener Schule der kulturhistorischen Völkerkunde, als deren Ahnherrn Schmidt den Jesuiten und Couvade-Beobachter Joseph François Lafitau reklamiert hatte.

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Vorträge und Veranstaltungen

Mittwoch, 11. Jänner 2006, 18.30 Uhr
Vortrag
Cham - die Muslime Vietnams?
Ethnische Vielfalt in Vietnam und warum die Cham anders sind als die anderen

Mag. Michael Lidauer, Ethnologe, Wien

Die Cham unterscheiden sich von den anderen 54 ethnischen Gruppen Vietnams in wesentlichen Punkten - sowohl in ihrer Geschichte als auch heute. Lange vor den Viet haben Cham Fürstentümer gebildet und weitreichende überregionale Kontakte unterhalten. Mit ihren hindu-buddhistischen Sakralbauten haben sie ein weltberühmtes architektonisches Erbe hinterlassen. Heute sind viele von ihnen Muslime und finden so Anbindung an eine größere internationale Gemeinschaft. Dieser Prozess soll im Vortrag nachskizziert werden.

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Donnerstag, 19. Jänner 2006, 19.00 Uhr
Sebastião Salgado: The Children of Exodus
Führung in der Fotogalerie WestLicht. Schauplatz für Fotografie, durch Fleur-Christine Swoboda, MAS

Westbahnstrasse 40, Wien 7

An irgendeinem Tag ihres Lebens sahen sie einen Fremden mit einem Fotoapparat, ein Ereignis, das sie in helle, lärmende Aufregung versetzte.
Damit sie den Fotografen in Ruhe arbeiten ließen, wurden sie eingeladen, sich für ein Porträt aufzustellen. Plötzlich änderte sich ihre Haltung.
Eines nach dem anderen trat vor die Kamera und entschied für sich, wie es dargestellt werden wollte.
[...] Und vielleicht zum ersten Mal in ihrem jungen Leben konnten sie sagen: "Ich bin".
(Auszug aus dem Einleitungstext der Ausstellung "The Children of Exodus")

"Das Lager Kamaz in Mazar-e Sharif für afghanische Flüchtlinge, Afghanistan". Foto: © Sebastião Salgado, 1996

"Das Lager Kamaz in Mazar-e Sharif für afghanische Flüchtlinge, Afghanistan". Foto: © Sebastião Salgado, 1996

WestLicht. Schauplatz für Fotografie - assoziierte Leica Galerie Wien - präsentiert von 29. November 2005 bis 05. Februar 2006 die erste große Einzelausstellung des brasilianischen Starfotografen Sebastião Salgado in Österreich. "The Children of Exodus" zeigt Porträts von Kindern aus den Flüchtlingslagern, Waisenhäusern und Landlosensiedlungen Lateinamerikas, Afrikas, Asiens und Europas. Die Werkreihe ist ein Thema aus Salgados groß angelegtem Zyklus Exodus/Migrations, der zwischen 1993 und 1999 auf Reisen in 39 Länder der Erde entstanden ist. Die eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Bilder erzählen von Trauer und Leid; zugleich jedoch spiegeln sie in faszinierender Intensität die Kraft, Lebenslust und ungebrochene Würde der Kinder der Migration wieder.
Kuratorin der Schau ist Lélia Wanick Salgado.

Ermäßigter Eintritt, inklusive Führung: 4 € pro Person bei mehr als 10 Teilnehmern.
Bitte um Anmeldung unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at

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Mittwoch, 25. Jänner 2006, 18.30 Uhr
Vortrag
Andreas Reischek - Ein umstrittener Neuseelandforscher aus Österreich

Dr. Georg Schifko, Ethnologe, Wien

Der aus Oberösterreich stammende Tierpräparator Andreas Reischek verweilte insgesamt zwölf Jahre (1877-1889) auf Neuseeland und legte große Sammlungen zur Kultur der Maori wie auch zur Fauna der polynesischen Doppelinsel an.
Österreich verfügt daher nicht nur über eine beachtenswerte Kollektion zur dort lebenden Vogelwelt, sondern ist ebenso im Besitz der letzten geschlossenen Sammlung von Maori-Artefakten, die Neuseeland verlassen hat.
Allerdings werden in jüngster Zeit die Methoden, derer er sich beim Zusammentragen seiner Sammlungsstücke bediente, scharf kritisiert. Ihm wird Grabschändung, Diebstahl und Betrug an den Maori sowie die Beinahe-Ausrottung mancher neuseeländischer Tierarten vorgeworfen. Im Vortrag wird auf besagte Sammlungen eingegangen und die Vorgangsweise Reischeks im Lichte des damals herrschenden sozialdarwinistischen Zeitgeistes betrachtet.

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Dienstag, 31. Jänner 2006, 19.00 Uhr
UKIYO-E RELOADED
Die Sammlung japanischer Farbholzschnitte im MAK
Führung im MAK von Dr. Johannes Wieninger, Kurator der Ausstellung

MAK, Stubenring 5, Wien 1

Urbane Vergnügungen und der bürgerliche Alltag ebenso wie Darstellungen der Natur sind die Motive des Ukiyo-e. In der Kunst des japanischen Farbholzschnitts erlebten die "Bilder der fließenden Welt" ihre bedeutendste Ausprägung. Auch wenn Blätter von Meistern wie Katsushika Hokusai oder Ando Hiroshige heute Ikonen japanischen Kunstschaffens sind, wurden sie einst als Gebrauchsgrafik für die urbane Bevölkerung konzipiert. Als Phänomen einer städtischen Massenkultur werden sie auch in der Ausstellung aufbereitet. Edo (Tokio) war bereits um 1730 Millionenmetropole. Rund um die Theater- und Vergnügungsviertel entstand eine Populärkultur, wie sie westliche Städte erst im 20. Jh. hervorbrachten. Ukiyo-e diente hier vor allem der gezielten Verbreitung des Starkults. Viele Blätter zeigen Schauspieler, aber auch die hoch kultivierten Kurtisanen, für die Edo berühmt war. Ähnlich den Models und Starlets unserer Zeit waren sie Trendsetter für Mode und Konsumverhalten - und dabei auf die enorme Breitenwirkung des Ukiyo-e angewiesen. Da ihre Bildnisse nicht von irgendwelchen "Entwerfern" geschaffen werden konnten, wurden die Künstler selbst zu Stars. Doch nur die populärsten von ihnen konnten auf dem Markt bestehen. Die Folge war ein ständiges Streben nach Sensationen und Neuerungen im Sinne des Publikumsgeschmacks, der vielen Blättern einen ganz eigenen Reiz beschert. Die Ukiyo-e-Sammlung des MAK umfasst über 4000 Arbeiten, von denen rund 600 für die Ausstellung ausgewählt wurden. Sie erlauben einen Überblick über zwei Jahrhunderte japanischer Farbholzschnitte, wie er bislang kaum zu sehen war.
Ermäßigter Eintritt, inklusive Führung: 4 € pro Person ab 12 Teilnehmern.
Bitte um Anmeldung unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at

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Mittwoch, 15. Februar 2006, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
"Die Sammlung kann füglich ein Schatz genannt werden ..."
Die ethnographische Sammlung des Baron van Hoëvell von den Zentral- und Südmolukken

Mag. Ursula Brandl-Straka, Ethnologin, Wien

Der oben zitierte Ausspruch stammt von Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este, der während seiner Weltreise in den Jahren 1892-1893 die Sammlung als Geschenk erhalten und nach Wien gebracht hatte. Die Region der Zentral- und Südmolukken zählt auch heute noch zu einem der weniger bekannten Gebiete Indonesiens. An Hand einiger ausgewählter Objekte wird ein Querschnitt durch die Sammlung gezeigt.

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Mittwoch, 22. Februar 2006, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Der Reiseboom im vormodernen Japan

Mag. Renate Noda, Kuratorin für Ostasien

In der Edo-Zeit (1600-1868) entstand in Japan ein regelrechter Reiseboom, der alle Bevölkerungsschichten umfasste. Anhand von Objekten aus den Este- und Sieboldsammlungen des Museums für Völkerkunde wird die Art und Weise des Reisens im vormodernen Japan nachvollzogen.

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Mittwoch, 1. März 2006, 18.30 Uhr
Vortrag
Die Afrikareise des Viktor Lebzelter 1926-1928

Mag. Susanne Lebzelter, Ethnologin, Wien

Der Wiener Anthropologe und Ethnologe Viktor Lebzelter unternahm in den 1920er Jahren eine Forschungsreise nach Süd-und Südwestafrika zur Erforschung der dortigen Buschmannkultur. Eine zweijährige Expedition, die auch zu Lebzelters Hauptwerk führte, wird anhand seiner Reiseberichte dargestellt. Mit Hilfe von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen wird ein Bild der Forschertätigkeit der damaligen Zeit gezeichnet und über die persönlichen und politisch-kulturellen Bedingungen dieser Reise informiert.

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Avalokita oder Ekadasamukha-Avalokitesvara Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 75.098 Foto: Atelier KHM

Avalokita oder Ekadasamukha-Avalokitesvara
Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 75.098
Foto: Atelier KHM

Mittwoch, 8. März 2006, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Tibetische Ritualkarten
Eine Ikonographie des tibetisch-mongolischen Pantheons

Dipl.-Ing. Uwe Niebuhr, Tibetologe, Wien

In Tibet, dem buddhistischen Schneeland, fließt Kunst in das Leben der Menschen mit ein, und praktisch alle Künste werden als heilig empfunden. Die meditative Versenkung in Ikonen, Skulpturen und Mandalas ermöglicht es den Tibetern in Regionen vorzudringen, zu denen man normalerweise keinen Zugang hat. Umgekehrt lassen diese Kunstformen das Mitgefühl der Gottheiten in diese Welt des Leidens und Jammerns hineinscheinen. Die Ritualkarten - tsakali - der Sammlung Hans Leder sind ein Teil dieser Kunst. In Ritualen benutzt, zeigen sie dem westlichen Betrachter den großen ikonographischen Reichtum an Göttern, Dämonen und Beschützern.

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Teil eines Frieses, Khmer, Baphuon-Stil Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 171.451 Foto: Atelier KHM

Teil eines Frieses, Khmer, Baphuon-Stil
Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 171.451 Foto: Atelier KHM

Mittwoch, 22. März 2006, 18.30 Uhr
Vortrag
Götterbilder
Hinduistische und buddhistische Skulpturen der Khmer-Sammlung des Museums für Völkerkunde Wien

Mag. Veronika Wolf, Kunsthistorikerin, Österreichische Galerie Belvedere

Der Vortrag präsentiert die Ergebnisse der ersten kunsthistorische Aufarbeitung von 23 Skulpturen aus Kambodscha im Museums für Völkerkunde Wien, die Götterbilder des späten 6. bis 13. Jh. vereint. Anhand von vierzehn ausgewählten Objekten wird die Entwicklung der Khmer-Kunst erläutert. Sowohl anhand stilistischer Merkmale als auch durch Vergleiche mit Objekten anderer Sammlungen, vor allem aus dem Musée Guimet, wird der Entstehungszeitraum der Skulpturen festgelegt. Obwohl aufgrund des Fehlens wichtiger ikonographischer Merkmale bei der Datierung mancher Werke Probleme bestehen bleiben, beleuchtet der Vortrag die Gestaltungsprinzipien und Eigenheiten der Khmer-Bildwerke und illustriert deren oftmals atemberaubende Schönheit.

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Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at

Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums

Vorträge, Film und Club V*
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Besprechungsraum des Museums für Völkerkunde Wien
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1

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Impressum

Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
freunde@voelkerkunde.at
Tel.: (01) 53430-212 oder -270
Redaktion: Dr. Christian F. Feest

Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.ethno-museum.ac.at