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Verein Freunde der Völkerkunde

Newsletter II/2006

Inhaltsverzeichnis

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Beiträge:
Museumsfrühling
Dschingis Khan und seine Erben
Lateinamerika in Wien

Veranstaltungsprogramm
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

Impressum

Tanzmaske, Bhutan. Foto: Christian Schicklgruber, 2005

Tanzmaske, Bhutan. Foto: Christian Schicklgruber, 2005

Museumsfrühling

Unaufhaltsam wächst das neue Museum für Völkerkunde Wien aus dem Staub der Baustelle. Nach den Büros unter dem Dach der Neuen Burg, wird nun bald der Seminarraum verfügbar, in dem der Verein Freunde der Völkerkunde bis auf weiteres die meisten seiner Veranstaltungen abhalten wird. Ab Beginn des Sommers wird dann die Bibliothek wieder zugänglich sein. Und ein neues Logo gibt es auch schon, an das man sich bis zur Wiedereröffnung des Museums im Mai 2007 langsam gewöhnen kann.

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Dschingis Khan und seine Erben
Das Weltreich der Mongolen

Objekte aus dem Museum für Völkerkunde zu Gast auf Schloss Schallaburg

Auf der Schallaburg: Die zornvolle Srimati Devi reitet über einen mit Leichenteilen gefüllten Blutsee. Mongolei, 18-19. Jh. Museum für Völkerkunde Wien, Inv. Nr. 74679. Foto: Fotoatelier KHM

Auf der Schallaburg: Die zornvolle Srimati Devi reitet über einen mit Leichenteilen gefüllten Blutsee. Mongolei, 18-19. Jh. Museum für Völkerkunde Wien, Inv. Nr. 74679. Foto: Fotoatelier KHM

Vom 31. März bis zum 1. November präsentiert das internationale Veranstaltungs- und Ausstellungszentrum des Landes Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Museum Wien und dem BMBWK im Renaissanceschloss Schallaburg die bislang umfangreichste Ausstellung über die Mongolei im deutschsprachigen Raum. Es sind vor allem hervorragende Exponate aus den Museen der Mongolei selbst zu sehen sowie Objekte aus den Beständen des Museums für Völkerkunde Wien und anderer wichtiger europäischer Museen (u.a. Musée Guimet, Paris; Museum für Islamische Kunst, Berlin; Staatliche Eremitage, St. Petersburg).

Die bereits in Deutschland erfolgreich gezeigte Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn (in Kooperation mit dem Staatlichen Museum für Völkerkunde München) konnte für ihre Station in Österreich um zusätzliche wertvolle Objekte wie eine Schnupftabaksflasche aus Koralle, eine Holzstatuette einer Yama-Gottheit sowie hervorragende Beispiele von Tsam-Masken aus mongolischen Museen bereichert werden, die nicht in den Ausstellungsstationen in Deutschland zu sehen waren.

Das Imperium des Dschingis Khan und seiner Nachfolger stand in einer langen Tradition von Nomadenreichen im eurasischen Steppengürtel. Das größte Reich der Geschichte erstreckte sich in seiner Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert vom Pazifischen Ozean bis nach Mitteleuropa.

Eine Vielzahl von Völkern und Kulturen haben seine Entwicklung nachhaltig geprägt. Für die Aufrechterhaltung der Macht dieses Reiches waren nicht nur erfolgreiche Eroberungen verantwortlich - die Mongolen verstanden es auch, mit wirksamen Verwaltungsstrukturen, Förderung des Handels, einem einzigartigen Pass- und Kurierwesen, sowie weit reichender religiöser und kultureller Toleranz, ihr riesiges Reich souverän zu regieren. Dies waren die Fundamente der "Pax Mongolica", die bis ins 16. Jahrhundert einen regen Austausch von Waren, Ideen und kulturgeschichtlichen Errungenschaften zwischen Europa und Asien ermöglichten.

Herausragende Kunstwerke repräsentieren in der Ausstellung das Mongolenreich auf dem Höhepunkt seiner Macht sowie seine Vorläufer und Nachfolgereiche. Zu bewundern sind einmalige Zeugnisse kultureller Wechselwirkung zwischen den nomadischen Eroberern und den sesshaften Völkern: Die Reiche der Goldenen Horde in Russland und das Ilkhanat in Persien, die sich beide dem Islam zugewandt hatten, sowie der Yuan-Dynastie in China haben großartige Kunstwerke hervorgebracht.

Kostbare Beispiele buddhistischer Kunst wie Handschriften, Malereien und Skulpturen beleuchten die Rolle des Buddhismus seit dem 13. Jahrhundert. Historische Dokumente und eindrucksvolle Kunstwerke geben Aufschluss über die wechselvolle Geschichte der Mongolei im 20. Jahrhundert. Mit dem Ende der mandschurischen Qing-Dynastie 1911 deklarierten Fürsten und Angehörige des buddhistischen Klerus die Unabhängigkeit ihres Landes und erhoben ihr religiöses Oberhaupt unter dem Titel Bogd Gegeen zum Khan der Mongolei. Nach seinem Tod 1924 wurde die Volksrepublik gegründet und die politische Entwicklung stand unter dem Einfluss der Sowjetunion. Diese wechselvollen schicksalhaften Ereignisse spiegeln sich in den ausgestellten Objekten wider. Das prachtvolle goldene Staatsornat des Bogd Khans, ein Ölgemälde, welches das Treffen Lenins mit dem "Revolutionshelden" Süchbaatar darstellt, sowie historische Fotos zerstörter buddhistischer Klöster sind nur einige Objekte die einen einprägsamen Eindruck von diesen historischen Etappen bis zur demokratischen Wende 1990 vermitteln.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 9-17 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag 9-18 Uhr
(Kassaschluss eine Stunde vorher)
Anreise:
Westautobahn A1, Ausfahrt Melk oder Loosdorf
Bahnanreise, ÖBB-Station Melk. Vom Bahnhof Melk wird ein kostenpflichtiger Shuttletransport durchgeführt.
Weitere Informationen:
A-3382 Schallaburg
Tel.: 02754-63 17
E-mail: office@schallaburg.at
www.schallaburg.at

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Lateinamerika in Wien:
Jenseits des EU-LAC-Gipfels

Beim EU-LAC-Gipfel: Federhaube. Mundurukú, Brasilien, um 1830. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 1253. Foto: Fotoatelier KHM

Beim EU-LAC-Gipfel: Federhaube. Mundurukú, Brasilien, um 1830. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 1253. Foto: Fotoatelier KHM

Vom 11.-13. Mai 2006 wird in Wien im Rahmen der österreichischen EU-Präsidentschaft das vierte Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, der Staaten Lateinamerikas und der Karibik stattfinden. Der EU-LAC-Gipfel stellt das wichtigste Forum für die Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Kontinenten dar. Im Zentrum stehen der mögliche Abschluss und Ausbau bilateraler Handelsabkommen. Die Schaffung einer Freihandelszone zwischen der EU und dem MERCOSUR würde einen Markt mit 700 Millionen Konsumenten schaffen.

Diese Bestrebungen werden von sozialen Bewegungen, NGOs und anderen globalisierungskritischen Akteuren kritisch gesehen. Um auf Probleme aufmerksam zu machen, die sich insbesondere für die ländliche und indigene Bevölkerung ergeben könnten, haben sie den Alternativgipfel "Enlazando Aternativas 2" ("Alternativen verknüpfen") organisiert, der vom 10.-13. Mai ebenfalls in Wien stattfinden wird.

Froschförmiger Anhänger. Panama, Chiriquí-Kultur, 1000-1550 n. Chr. Museum für Völkerkunde Wien, Inv. Nr. 91.347. Foto: Fotoatelier KHM

Froschförmiger Anhänger. Panama, Chiriquí-Kultur, 1000-1550 n. Chr. Museum für Völkerkunde Wien, Inv. Nr. 91.347. Foto: Fotoatelier KHM

Abseits politischer Grabenkämpfe nutzt die Wiener Kulturszene den EU-LAC-Gipfel, um in einer Vielzahl von Veranstaltungen Einblicke in lateinamerikanische und karibische Kunst und Kultur zu ermöglichen. Das österreichweite Kultur- und Bildungsfestival onda latina präsentiert in Kooperation mit Kulturen in Bewegung (vidc), Südwind und dem Lateinamerika-Institut (LAI) zwischen 20. April und 4. Juni 2006 Musik, Kunst, Literatur und Informationsveranstaltungen. Onda latina versteht sich als "ein Versuch, jene Facetten zum Vorschein zu bringen, die im politischen und wirtschaftlichen Diskurs kein Thema sind: die soziale Realität in den Ländern, die kreativen Formen, dem harten Alltag zu entfliehen, die wechselseitigen Einflüsse und Abhängigkeiten der Kulturen Lateinamerikas und Europas". Sowohl Einrichtungen in Wien (Konzerthaus, Radiokulturhaus, die Jazzklubs Porgy & Bess und Birdland, die Szene Wien, Sargfabrik, Floridita, oder moving cultures im Böhmischen Prater) als auch in den übrigen Bundesländern beteiligen sich am Festival. Die Angebote reichen von traditioneller/indigener Musik, über die junge globalisierungskritische Musikszene Lateinamerikas bis hin zu den dynamischen und stilistisch vielfältigen Musikgruppen, die in Österreich/Europa ihre Musik weiterentwickeln. Kooperationspartner wie die Sammlung Essl, das Quartier 21, die Kunsthalle Wien, das Kunstforum BA-CA, das MAK, die Galerie Westlicht u.v.a. haben ihr Interesse bekundet bzw. Projekte konkretisiert.

Das Museum für Völkerkunde Wien ist am Konferenzort des Gipfels mit einer Ausstellung vertreten - leider unter Ausschluss der breiteren Öffentlichkeit.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen bei:
LAI (Tel.: 01-3107465, www.lai.at), moving cultures (Tel.: 01-713 35 94, www.kultureninbewegung.org), Südwind (Tel.: 01-4055515/314, www.suedwind.at), Stadtinformation Wien (Tel.: 01-525 50, www.wien.gv.at), Pressestelle des Außenministeriums (Tel.: +43 50 11 50-0, www.bmaa.gv.at) und auf der Informationsplattform der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft (www.eu2006.at unter Tageskalender).

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Vorträge und Veranstaltungen

Mittwoch, 5. April 2006, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Ein nordperuanischer Heiler und seine Kraftobjekte:
Die Mesa von Eduardo Calderón

Dr. Bernhard Wörrle, Ethnologe, Wien

Die traditionellen Heiler Nordperus zeichnen sich innerhalb des südamerikanischen Schamanismus durch den rituellen Gebrauch des meskalinhaltigen San Pedro-Kaktus und durch besonders umfangreiche Sammlungen von Kraftobjekten aus. Zu den typischen Elementen einer solchen "Mesa", die nicht selten mehrere hundert Gegenstände umfasst, gehören Muscheln, Steine, präkolumbische Artefakte und mit Geisterdarstellungen verzierte Stäbe.
1999 kaufte das Museum für Völkerkunde die Mesa des 1996 verstorbenen Heilers Eduardo Calderón an. Der erste Teil des Kabinetts wird an ausgewählten Objekten die vielfältigen kosmologischen Bezüge der Mesa und deren Funktion im nächtlichen Heilungsritual verdeutlichen. Der zweite Teil befasst sich mit der Frage, wie sich die besondere Lebensgeschichte von Eduardo Calderón, der durch den ethnologischen Bestseller von Douglas Sharon "Magier der vier Winde" zu einem Star in US-amerikanischen und europäischen Esoterik-Kreisen wurde, in seiner Mesa widerspiegelt.

Begrenzt auf 15 Teilnehmer
Zusatztermin bei großer Nachfrage:
Donnerstag, 6. April 2006, 18.00 Uhr

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Die javanische Tänzerin Maria Darmaningsih. Foto: Patrick de Jourdan

Die javanische Tänzerin Maria Darmaningsih. Foto: Patrick de Jourdan

Mittwoch, 26. April 2006, 18.30 Uhr
Ort: Kunsthistorisches Museum Wien, Medienraum
(Zugang über den Haupteingang Maria-Theresienplatz,
Einlass: ab 18.15 Uhr)

Vortrag mit Buchpräsentation und Tanzvorführung
Mit freundlicher Unterstützung der indonesischen Botschaft
Getanzte Geschichte:
Tanz, Religion und Geschichte auf Java

Dr. habil. Jani Kuhnt-Saptodewo, Kuratorin für Insulares Südostasien, Museum für Völkerkunde Wien

Vergangenheit wird in verschiedenen Kulturen anders bewahrt und vermittelt. Im Zentrum des hier vorgestellten Buches, das die vom Verein Freunde der Völkerkunde herausgegebene Reihe "Veröffentlichungen zum Archiv für Völkerkunde" fortsetzt, stehen javanische Tänze, die nicht allein als Kunstform betrachtet werden können, sondern auch in ihrer Funktion als Medium zur nonverbalen Überlieferung der Vergangenheit. Dabei erweist sich der Tanz als kulturelles Reservoir, aus dem heraus Vergangenheit konserviert, modifiziert und weitergegeben wird.

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Frühlingsfest in der Sierra Tarahumara, Chihuahua, Mexiko. Foto: Evelyne Puchegger-Ebner

Frühlingsfest in der Sierra Tarahumara, Chihuahua, Mexiko. Foto: Evelyne Puchegger-Ebner

Mittwoch, 3. Mai 2006, 18.30 Uhr
Filmvorführung
Gott ist Mann und Frau: Ein Frühlingsfest in der Sierra Tarahumara, Chihuahua, Mexiko

Dr. Evelyne Puchegger-Ebner, Ethnologin, Wien

Film und Vortrag begleiten die BewohnerInnen von Retosachi bei ihren Vorbereitungen zu den Frühlingsfeierlichkeiten. Die dabei praktizierten präkolumbischen Riten werden von den Tarahumara als 'Heilzeremonien' zusammengefasst. Sie sind apotropäische Riten - d.h. auf nicht-materieller Ebene wird gegen künftige Unglücksfälle Vorsorge getroffen: Alles von Wichtig- und Nützlichkeit - von den Feldern über die Tiere bis zu den Menschen, muss zumindest einmal jährlich präventiv 'geheilt' werden. Weiters zeigt der Film, wie die Frauen über die Essensproduktion ihre geschlechtliche Identität inszenieren. Der Kochplatz wird dabei zum öffentlichen Ausdruck weiblicher Macht, denn Mais ist das Lebensmittel vieler indianischer Kulturen und seine Weiterverarbeitung ist fast ausschließlich Sache der Frauen. Dies hat in den präkolumbischen Mythen zu einer besonderen Verbindung von (Pro-)Kreativität, Produktivität, Frauen und Mais geführt und wird in den Riten immer wieder inszeniert.
(Weiblicher) Koch- und (männlicher) Ritual-Platz ergänzen einander. Beide fungieren als Zentrum der Kommunikation, als realer und imaginativer Raum, wo ökonomische, soziale, ethnische und politische Facetten der Tarahumara-Kultur in der Praxis des Gestaltens der Alltags- und Festtagswelt ineinander/ miteinander verwoben sind.

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Äthiopisch-orthodoxes Epiphanie-Fest. Foto: Claudia Haslinger

Äthiopisch-orthodoxes Epiphanie-Fest. Foto: Claudia Haslinger

Mittwoch, 17. Mai 2006, 18.30 Uhr
Club V*
Ein Blick auf äthiopisch-orthodoxe Glaubenspraxis in Wien

Father Fantahun Muche Assefa im Gespräch mit Studentinnen der Kultur- und Sozialanthroplogie (A. Kolodziejczyk, C. Haslinger, E. Mandl, K. Kien)

"Die äthiopisch-orthodoxe Kirche - eine Brücke zu Äthiopien - bietet Raum für Kommunikation und gegenseitige Unterstützung, verbindet die vielfältigen ethnischen Gruppen miteinander und schafft Identität für viele in Österreich lebende ÄthiopierInnen." (Interview mit Priester Fantahun Muche Assefa, 4. 12. 2005)
In unserem Vortrag möchten wir Ihnen zusammen mit Priester Fantahun Muche Assefa einen Einblick in die religiöse Praxis der äthiopisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft in Wien geben.

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Samstag, 20. Mai 2006
Exkursion zur Ausstellung
Dschingis Khan und seine Erben
Das Weltreich der Mongolen

Führung mit Mag. Nina Lang, Mitglied des Ausstellungsteams
Ort: Schloss Schallaburg, 3382 Schallaburg

Abfahrt 9.00 Uhr (vom Museum für Völkerkunde)
Rückkehr ca. 17.30 Uhr
Kosten: 25 € (Busfahrt, Eintritt, Führung)
30 € (für Nichtmitglieder)
Anmeldung erbeten bis spätestens 12. Mai 2006 unter 52524-212 oder -270 oder info@ethno-museum.ac.at

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Mittwoch, 31. Mai 2006, 18.30 Uhr
Vortrag
Ein neues Museum in Bhutan

Dr. Christian Schicklgruber, Kurator für Süd-, Südostasien und Himalaya, Museum für Völkerkunde Wien

Seit über einem Jahr arbeitet Dr. Christian Schicklgruber an der Gestaltung eines neuen Museums in Bhutan. In Kooperation mit der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit errichtet die Königliche Regierung Bhutans im Wachturm des Trongsa Dzong ein Museum, das die religiöse Bedeutung und die politische Geschichte dieses Wehrklosters widerspiegeln wird. Dabei werden vor allem Schätze aus den vielen Tempeln des Trongsa Dzong ausgestellt werden, die bisher nicht zugänglich waren. Anhand von Lichtbildern werden die Themen der zukünftigen Ausstellung vorgestellt und mit Objekten illustriert.

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Samstag, 10. Juni 2006
Exkursion zur Ausstellung
Die Welt des Orients - Kunst und Kultur des Islam

Ort: Kunsthalle Leoben, Kirchgasse 6, 8700 Leoben

Abfahrt 9.00 Uhr (vom Museum für Völkerkunde)
Rückkehr ca. 18.00 Uhr
Kosten: 27 € (Busfahrt, Eintritt, Führung)
32 € (für Nichtmitglieder)
Anmeldung erbeten bis spätestens 2. Juni 2006 unter 52524-212 oder -270 oder info@ethno-museum.ac.at

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Mittwoch, 14. Juni 2006, 18.30 Uhr
Vortrag
Von "Sex" zu "Gender" - und wieder zurück?
Nachdenkliche Überlegungen zur Gender-Philosophie

Dr. habil. Thomas Mohrs, Universität Passau
In der modernen feministischen Philosophie wird in aller Regel unterschieden zwischen "Sex" als biologischer und "Gender" als soziologischer Kategorie. Demnach gilt für "Gender" als "soziales Geschlecht", dass es ein rein soziokulturelles Konstrukt ist, Geschlechterrollen also nichts Natürliches sind, nichts mit Biologie zu tun haben, sondern vollständig durch die Gesellschaften gemacht werden, in denen Menschen aufwachsen und erzogen werden. Diese radikal-konstruktivistische These wird aus dem Blickwinkel der evolutionären Anthropologie als überzogen kritisiert. Männer und Frauen sind anders von Anfang an. Und die Bedeutung der Biologie für die Geschlechterdifferenz ist nicht sinnvoll zu bestreiten. Doch was "folgt" daraus? Die Rückkehr zur Theorie von der natürlichen "Minderwertigkeit" der Frau? Oder der Schlüssel zu einer für beide Geschlechter menschenwürdigen Existenz?

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Saramaka-Frau mit dekoriertem Türrahmen, Semoisi, Suriname-Fluss. Foto: Claudia Augustat, 2005

Saramaka-Frau mit dekoriertem Türrahmen, Semoisi, Suriname-Fluss. Foto: Claudia Augustat, 2005

Mittwoch, 28. Juni 2006, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Altes und Neues aus Suriname

Dr. Claudia Augustat, Kuratorin für Südamerika, Museum für Völkerkunde Wien
Im November 2005 hielt sich Dr. Claudia Augustat drei Wochen für eine Sammelreise in Suriname auf. Sie besuchte die Saramaka am Gran Río und am Río Suriname - Nachfahren entlaufender Sklaven, die in die unzugänglichen Waldgebiete geflohen waren und dort eine eigenständige Sprache und Kultur entwickelt haben. Die rund 200 Objekte umfassende Sammlung wird hier erstmals präsentiert und gibt einen breit gefächerten Einblick in die materielle Kultur der Saramaka.

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Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder info@ethno-museum.ac.at

Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums

Vorträge, Film und Club V*
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Seminarraum des Museums für Völkerkunde Wien
(wenn nicht anders angegeben)
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1

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Impressum

Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
freunde@voelkerkunde.at
Tel.: (01) 53430-212 oder -270
Redaktion: Dr. Christian F. Feest

Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.ethno-museum.ac.at