Sollte dieses Email nicht einwandfrei zu lesen sein, klicken Sie hier, oder kopieren Sie folgenden Link in Ihren Browser: http://www.voelkerkunde.at/news/deutsch/newsletter/2007_2/index.htm
Newsletter II/2007
Klicken Sie auf die Links, um zu den gewünschten Beiträgen zu gelangen!
Beiträge:
Könige in der Hofburg
Benin - Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria
Gold und Jade
Veranstaltungsprogramm
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
Impressum
Info zum Telekommunikationsgesetz
Oba Esigie auf Pferd mit Begleitern. Gelbguss. Benin, Nigeria, 16./17. Jh.
Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin-Preußischer Kulturbesitz.
Foto: Waltraud Schneider-Schütz
Am 8. Mai ist es endlich so weit. Mit der Eröffnung der seit langem vorbereiteten Ausstellung "Benin - Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria" nimmt das seit 2004 wegen Renovierung geschlossene Museum für Völkerkunde Wien seinen Sonderausstellungsbetrieb wieder auf. Das ist freilich nur ein erster Schritt - auf die Fertigstellung der gänzlich neu gestalteten Schausammlung müssen wir wohl noch bis 2009 warten. Trotzdem ist das Ereignis ein Anlass zur Freude: das Corps de Logis erstrahlt in einem seit seiner Errichtung nicht mehr gesehenen Glanz, und dass die Kunst der Könige von Benin den Auftakt zur Rückkehr an die Öffentlichkeit macht, ist angesichts des Ortes eigentlich auch ganz passend.
Benin - Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria

Oba Akenzua II begrüßt Queen Elizabeth II und Prince Philip. Gelbguss. Benin, Nigeria, spätes 20. Jh.
Privatsammlung Highpriest Osemwegie Ebohon, Benin City.
Foto: Georg Molterer
Vom 9. Mai bis 3. September 2007 zeigt das Museum für Völkerkunde Wien die Sonderausstellung "Benin - Könige und Rituale", die man ohne Übertreibung als die bislang bedeutendste Darstellung der Kunst und Geschichte dieses westafrikanischen Königreichs bezeichnen kann.
Der Name Benin ist in Europa bereits seit dem 16. Jahrhundert ein Begriff, als das Königreich in intensivem Austausch mit Portugal stand. Schon damals wurden wertvolle Elfenbeinarbeiten nach Europa verkauft, die in Benin für den Export hergestellt wurden. Erst nach den tragischen Ereignissen von 1897, die zur Einnahme der Stadt Benin durch die Briten und zur Zerstörung des Königspalastes führten, kamen jedoch die bedeutenden Kunstwerke in Bronze und Elfenbein nach Europa und wurden einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, wo sie erhebliches Aufsehen erregten.
Gedenkköpfe für Könige waren ab dem 15. Jahrhundert wichtiger Bestandteil der königlichen Ahnenaltäre, auf denen auch Rundfiguren aus Bronze, seit dem 17. Jahrhundert reich beschnitzte Elefantenstoßzähne und im 18. Jahrhundert Figurengruppen aus Bronze zu finden waren. Die einzigartigen Bronzereliefplatten stammen großteils aus dem 16. und 17. Jahrhundert und zierten ursprünglich die Säulen der Höfe im königlichen Palast. Bei der Besetzung der Königsstadt durch britische Truppen fand man sie in einem Lager, wo sie offenbar bereits längere Zeit als Archiv gedient hatten.
Die Kunstwerke dienten zur Verherrlichung des Königs als politischem und religiösem Oberhaupt und seiner Vorfahren und geben Einblick in das prunkvolle Hofzeremoniell, das bis heute in abgeänderter Form weiterlebt. In alljährlich stattfindenden Zeremonien im Königspalast wurden die für das Überleben und Gedeihen des Reiches und der Bevölkerung entscheidenden Rituale abgehalten, bei denen Würdenträger der komplexen Hofhierarchie in prächtigen Zeremonialgewändern mit Insignien aus Bronze, Elfenbein und Koralle auftraten, um dem König ihre Ehrerbietung zu erweisen. Diese Tradition lebt bis heute fort, und die alljährlichen Rituale haben sich zu einem in ganz Nigeria mitverfolgten, farbenprächtigen Volksfest entwickelt, dabei aber ihre spirituelle Bedeutung nicht verloren.
Die antiken Bronzeskulpturen und Elfenbeinschnitzereien aus dem westafrikanischen Königreich Benin gehören zu den bedeutendsten und wertvollsten Kunstwerken aus Afrika. Unter ihnen nehmen die einzigartigen Reliefplatten und Kopfplastiken aus Gelbguss sowie die dicht mit figürlichen Darstellungen beschnitzten Elefantenstoßzähne einen besonderen Platz ein. Die herausragende Qualität der Bronzewerke, die mit denjenigen des Renaissancekünstlers Cellini verglichen wurden, und die von prunkvollen Hofzeremonien und kriegerischen Heldentaten zeugende ikongraphische Vielfalt belegen den Prunk und die historische Bedeutung eines afrikanischen Königreiches, das ab der Neuzeit zu den mächtigsten Westafrikas gehörte.
Mit über 300 Exponaten gibt die Ausstellung einen Überblick über die Kunst und Kultur des Königreiches Benin vom 14. bis zum 19. Jahrhundert; sie dokumentiert den Fall des unabhängigen Reiches, seine Wiedererrichtung im 20. Jahrhundert und den Fortbestand des Königtums bis heute.
Zum ersten Mal ist es gelungen, Meisterwerke aus Benin, die Ende des 19. Jahrhunderts weltweit zerstreut wurden, in einer repräsentativen Schau zusammenzuführen und sie nach neuestem Forschungsstand zu interpretieren. Neben ihrem Stellenwert als wertvolle Kunstgegenstände werden in der Präsentation auch ihre Funktion als historische Dokumente zur Rekonstruktion der Geschichte des Reiches und ihre Bedeutung als rituelles Inventar berücksichtigt. Museumsfachleute und Wissenschaftler aus Nigeria, den USA und Europa haben dabei in enger Zusammenarbeit mit den nigerianischen Behörden und dem Königshaus in Benin entwickelten Schau mitgewirkt. Entscheidend war die Kooperation mit dem Ethnologischen Museum in Berlin und dem British Museum in London, die über die größten und bedeutendsten Benin-Sammlungen der Welt verfügen. Die Benin-Sammlung des Museums für Völkerkunde Wien ist mit über 60 herausragenden Werken vertreten, die erstmals im Kontext zusammengehöriger Ensembles gezeigt werden.
Am 9. und 10. Mai findet anlässlich der Ausstellung ein internationales Symposium zur Kunst Benins in englischer Sprache statt. Die Ausstellung wird danach noch im Musée du quai Branly in Paris, im Ethnologischen Museum Berlin und im Art Institute of Chicago zu sehen sein.
Am 13. Mai 2007 findet eine Führung durch die Kuratorin, Dr. Barbara Plankensteiner, exklusiv für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde statt. Näheres entnehmen Sie bitte dem umseitigen Veranstaltungsprogramm.

Jadedrache aus einem Grab der Westlichen Han-Dynastie. Museum der Stadt Xuzhou, Provinz Jiangsu, VR China.
Foto: Museum der Stadt Xuzhou
"Gold und Jade. Sensationsfunde aus chinesischen Herrschergräbern" (1. April-1. November 2007) ist die zehnte kulturhistorische Großausstellung in der Kunsthalle Leoben und zeigt - exklusiv in Europa - einzigartige Kunstschätze aus dem Reich der Mitte. Ermöglicht wurde sie durch die Kooperation mit der in der Provinz Jiangsu gelegenen Partnerstadt Xuzhou und dem Kunsthistorischen Museum Wien.
"Gold und Jade" ist die größte Chinaausstellung weltweit, in der ausschließlich Originalobjekte, die von der Regierung der Volksrepublik China freigegeben wurden, gezeigt werden. Die kostbaren Leihgaben stammen aus dem Museum der Stadt Xuzhou und werden mit wertvollen Stücken aus dem Museum für Völkerkunde Wien sowie dem Österreichischen Museum für angewandte Kunst bereichert.
Der Untertitel "Sensationsfunde aus chinesischen Herrschergräbern" soll nicht darüber hinweg täuschen, dass es in dieser beeindruckenden Ausstellung thematisch um sehr viel mehr geht: die Entwicklung des chinesischen Grabkults, der Jenseitsvorstellungen und des Ahnenkults sowie um die Geschichte der chinesischen Keramik von einfacher Tonware des Neolithikums bis zur Erfindung des Porzellans - einer der großen Beiträge der Chinesen zur Weltkultur.
Jade verkörpert in China das, was im Westen Gold, Silber und funkelnde Edelsteine bedeuten. Ein chinesisches Sprichwort lautet: "Gold hat seinen festen Wert, der Wert der Jade jedoch ist unschätzbar." Daher verwundert es nicht, dass in dieser Ausstellung über 50 Objekte aus Jade - darunter als besondere Prunkstücke ein kostbarer Lacksarkophag mit Jadeintarsien aus 2095 Jadeplatten und ein Jadepanzer aus 4248 Jadeplättchen, beide aus dem als "unterirdischen Palast" angelegten Grab des Königs von Chu aus der frühen westlichen Han-Dynastie (206 v. Chr.-9 n. Chr.) - und nur neun Objekte aus Gold und vier aus vergoldeter Bronze gezeigt werden. Gold spielte nur eine Nebenrolle, galt zwar als wertvollstes Edelmetall, hatte aber nie die tiefe symbolische Bedeutung, die Jade seit dem Neolithikum in China besaß. Dem gegenüber stehen mehr als 100 Objekte aus Keramik und Porzellan, darunter eine beeindruckende Auswahl an Grabfiguren, die Einblicke in die Entstehung bestimmter Formen über die Epochen hinweg bieten. Der Bogen spannt sich von meist mit Trockenfarben bemalten Tonfiguren aus der Han-Dynastie bis zu den prächtigen dreifarbig glasierten, von der Bildsprache des Buddhismus beeinflussten Grabwächterfiguren der Tang-Dynastie (618-906). Als Besonderheit können die nur äußerst selten in Ausstellungen gezeigten Grabfiguren aus den Nördlichen Dynastien (386-581) - dem so genannten Mittelalter Chinas - gelten, als verschiedene zentralasiatische Steppenvölker den Norden beherrschten. Ihre Beiträge zur chinesischen Kultur betrafen unter anderem den Bereich der Kleidung, allen voran die Hose neben kurzer Jacke und hohen Stiefeln.
Der Beginn der Song-Dynastie stellt eine deutliche Zäsur im Grabkult dar. Die Grabausstattung der neuen Elite war wesentlich einfacher als jene der alten Aristokratie. Im Sinne der neuen Philosophie des Neo-Konfuzianismus trat man gegen den Prunk im Grabkult und auch in anderen Lebensbereichen auf. Der Geschmack der Elite, vor allem der Beamtengelehrten, manifestierte sich in der Song-Zeit in erster Linie in der Produktion oft undekorierter oder nur dezent verzierter Keramik für den täglichen Gebrauch. In China genoss diese Keramik mit ihren schimmernden Glasuren und raffinierten Formen immer die größere Wertschätzung - auch während der Ming-Zeit, als blauweißes Porzellan, wie auch im Westen, den Höhepunkt seiner Popularität erreicht hatte. Bei den gezeigten Porzellanwaren aus der Ming- (1368-1644) und Qing-Zeit (1644-1911) handelt es sich überwiegend um hochwertige Produkte aus den kaiserlichen Manufakturen in Jingdezhen, dem Porzellanzentrum Chinas, das seit der Erfindung des Blauweiß-Porzellans in der Yuan-Dynastie (1271-1368 ) bis zum Ende der Kaiserzeit die Porzellanproduktion monopolisierte. Im Unterschied zur handwerklich oft minderwertigeren Exportware zeichnet sich diese offizielle Ware durch besondere Feinheit in Form und Dekor aus und spiegelt den chinesischen einheimischen Geschmack des Kaiserhauses sowie der Beamtenelite jener Epoche wider.
Ein Altartisch, zwei prunkvolle Ahnenportraits und eine Auswahl an Ahnentafeln aus dem Museum für Völkerkunde Wien geben einen Einblick in das Phänomen des Ahnenkults. Zunächst nur den obersten adligen Schichten vorbehalten, breitete sich der Ahnenkult seit der Song-Zeit auf alle Schichten der Bevölkerung aus. Westlichen Reisenden des 19. Jahrhunderts erschien das chinesische Haus mit dem in seinem Zentrum angelegten Ahnenaltar insgesamt als Ahnentempel.
Als krönenden Abschluss steigt man schließlich hinab in den unteren Ausstellungsbereich, der architektonisch den Katakombengräbern der Han-Zeit nachempfunden ist und in dem die über 2000 Jahre alten Prachtstücke aus den "unterirdischen Palästen" der Könige des Lehnsstaates Chu, dessen Hauptstadt im Bereich der heutigen Stadt Xuzhou lag, präsentiert werden.
Kunsthalle Leoben
Kirchgasse 6
8700 Leoben
Tel.: 0810 / 008700
Informationen zum Ortstarif
www.leoben.at
Eine Exkursion des Vereins Freunde der Völkerkunde zu dieser Ausstellung mit Führung durch die Kuratorin, Mag. Renate Noda, findet am Samstag, den 9. Juni 2007, statt (siehe das umseitige Veranstaltungsprogramm).
Wir ersuchen um Ihr Verständnis, dass Sie diesmal der e-Newsletter verspätet erreicht. Wir bemühen uns in Zukunft wieder um rechtzeitigen Versand.

Foto: Margit Wagner, 2005
Mittwoch, 11. April 2007, 18.30 Uhr
Multimediale Bilder-Reise
Das Lächeln der Khmer
Mag. Margit Wagner, Wien
Henri Mouhot, der Entdecker der Ruinen von Angkor vermerkt 1860 in seinen Reiseaufzeichnungen: "In Ongcor, gibt es Ruinen von solcher Größe [...], dass man vom ersten Eindruck an mit tiefer Bewunderung erfüllt ist und nicht anders kann als zu fragen was wurde aus dieser mächtigen Rasse, die so zivilisiert, so erleuchtet war, diese gigantischen Bauwerke zu bauen?". - Auch Margit Wagner hat versucht, dieser Frage nachzugehen und ist den Spuren Henri Mouhots gefolgt. Wie leben die Menschen heute im einst mächtigsten Königreich Südostasiens? Lotosblumen und himmlische Tänzerinnen begleiteten sie auf ihrer dreiwöchigen Reise durch Kambodscha, das sich langsam von den Kriegswirren und dem Regime der Khmer Rouge erholt und gegenüber dem Westen geöffnet hat und das auch heute noch mit seinen dschungelüberwucherten Tempeln viel Geheimnisvolles ausstrahlt.

Traditionelle Vorbereitung des Reisfeldes, Nordost-Thailand.
Foto: Reinhard Maurer, 2006
Mittwoch, 18. April 2007, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Rund um den Reis
Mag. Reinhard Maurer, Ethnologe, Museum für Völkerkunde Wien
In traditionellen Gesellschaften Südostasiens, wie z.B. jenen von Thailand und Laos, ist Reis nicht nur einfach ein Nahrungsmittel. Reis ist Leben. Die kulturelle Bedeutung von Reis erschließt sich auch aus den ethnographischen Gegenständen, die ihn auf seinem Weg durch den Alltag der Menschen begleiten. Neben Werkzeugen zur Produktion, Zubereitung und Konsumption dokumentieren auch Objekte aus dem religiösen Bereich die zentrale Rolle von Reis als identitätsstiftendem Kulturgut. Die Moderne mit ihrer globalisierten Marktwirtschaft und genmanipulierten Reissorten verändert das Leben der lokalen Landbevölkerung in Thailand jedoch sehr rasch - die alten Mythen von "Mutter Reis" werden vielleicht irgendwann nur mehr in Märchen- und Kinderbüchern zu finden sein.
Dennoch ist die südostasiatische Reiskultur nicht nur noch lebendig, sondern mit den Migranten auch in die ganze Welt getragen worden, was die thailändischen Restaurants in Wien tagtäglich mit köstlichen kulinarischen Belegen dokumentieren.
Besonders hinweisen möchten wir auch auf folgenden Vortrag der Anthropologischen Gesellschaft in Wien:
Mittwoch, 25. April 2007, 19.00 Uhr
Kinosaal des Naturhistorischen Museums
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien
Makan dan minum bersama:
Feste und Kommensalität in Nord-Sulawesi, Indonesien
Dr. Gabriele Weichart, Museum für Völkerkunde Wien
Der Vortrag beleuchtet kulturspezifische Besonderheiten der lokalen Ernährung und insbesondere der Rolle von Speisen und Getränken im religiösen bzw. rituellen Bereich der Bewohner Sulawesis. Anhand ihrer eigenen Studien beschäftigt sich die Vortragende mit Aspekten der sozialen Bedeutungen des Miteinanderessens.
Der Eintritt ist frei.
Dienstag, 8. Mai 2007
Ausstellungseröffnung
Benin - Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria
Da zu Redaktionsschluss die Details der Eröffnung noch nicht feststanden, bitten wir Sie nähere Information der Homepage des Museums zu entnehmen: www.ethno-museum.ac.at. Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde erhalten natürlich auch eine schriftliche Einladung.
Sonntag, 13. Mai 2007, 11.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung
Benin - Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria
Dr. Barbara Plankensteiner, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Sammlung Afrika südlich der Sahara, Museum für Völkerkunde Wien
Exklusiv für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde. Begrenzt auf 25 Teilnehmer. Anmeldungen unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at
Bei großer Nachfrage findet eine zweite Führung um 13.30 Uhr statt.

Interkulturelle Kommunikation bei einem Projekttreffen in Sarns, Südtirol. Foto: Monika Leitner, 2003
Mittwoch, 23. Mai 2007, 18.30 Uhr
Vortrag
Mit der Stimme von Frauen
Dr. Martina Steiner, Ethnologin, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
Vier Jahre lang haben drei Gruppen von jeweils zehn bis dreizehn Frauen im Senegal und in Süd- und Nordtirol am Projekt "FrauenArbeitsWelten" gearbeitet. Feldforschungen, Materialsammlungen aus Literatur und Medien und letztlich die kreative Bearbeitung der Dokumentation sind Inhalte einer Wanderausstellung geworden, die in Afrika und Europa gezeigt wird.
Jenseits der sichtbaren Exponate gibt es eine spannende Geschichte: Jene der Zusammenarbeit von Frauen, die ganz unterschiedliche Realitäten leben, aber auch ganz ähnliche Probleme haben, wie die Doppelbelastung mit der Betreuung der Kinder, der Organisation des Privatbetriebes "Haushalt" und dem Beruf, der Seiltanz zwischen Selbstverwirklichung und Selbstausbeutung, der Inanspruchnahme von Entscheidungskompetenzen im öffentlichen Leben, dem Umgang mit der Körperlichkeit und vieles mehr.
Die Diskussion und Bearbeitung dieser Themen verlief in zyklischen Treffen, gegenseitigen Besuchen in Afrika und Europa, im Austausch über die Erfahrungen und in der Wahrnehmung der Bedürfnisse und Entwicklungen der jeweiligen Lebensvoraussetzungen. Und dann gab es noch die Kommunikation, durch die die Welten zusammengerückt sind, in der es aber auch einige "Grauzonen" gab, wie der unterschiedliche Umgang mit der Selbst-"Verständlichkeit" in der Gesellschaft und deren Repräsentation. So kann das Projekt als Versuch gewertet werden, das koloniale Erbe gemeinsam zu verarbeiten und neue Dimensionen der Kommunikation zu finden.

Grabfigur eines "Nomadenmädchens". Nördliche Dynastien (386-581).
Museum der Stadt Xuzhou, Provinz Jiangsu, VR China. Foto: Museum der Stadt Xuzhou
Samstag, 9. Juni 2007
Exkursion
Jade und Gold. Sensationsfunde aus chinesischen Herrschergräbern
Ort: Kunsthalle Leoben, Kirchgasse 6, 8700 Leoben
Führung mit Mag. Renate Noda, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Sammlung Ostasien, Museum für Völkerkunde Wien
Abfahrt: 9.00 Uhr (vom Museum für Völkerkunde)
Rückkehr: ca. 18.00 Uhr
Kosten: 30 € (Busfahrt, Eintritt, Führung)
35 € (für Nichtmitglieder)
Anmeldungen bis spätestens 1. Juni 2007 unter 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

Chibo Onyeji, a Nigerian writer/poet of Igbo and English expression
Mittwoch, 13. Juni 2007, 18.30 Uhr
Autorenlesung in englischer und deutscher Sprache
A Slice of Offerings
Dr. Chibo Onyeji, Schriftsteller und Dichter, Wien
The presentation features a reading of texts selected from the author's works in Igbo and English languages. The fictional texts explore, in part, the theme of childhood in an African environment and the mediation of the process by parenting and society. The poetry and essays speak to the mundane anxieties of society: Nigerian and Austrian. The Igbo poems, inspired by traditional belief systems, reveal a preoccupation with strains of the Igbo cultural community. The reading also features texts from completed manuscripts awaiting publication as well as work-in-progress.
Mittwoch, 20. Juni 2007, 18.30 Uhr
Vortrag mit Filmszenen
"Hoch"-Zeiten bei den Tolitoli, Nord-Sulawesi
Dr. Jani Kuhnt-Saptodewo, Leiterin der Sammlung Insulares Südostasien, Museum für Völkerkunde Wien
Die Tolitoli leben hauptsächlich im zentralen Nord-Sulawesi. Durch ihre für den Handel günstige Lage war die Gegend schon seit dem frühen 16. Jahrhundert islamisiert. Heutzutage bewohnen verschiedene Ethnien die Region, so dass sich die ursprüngliche Bevölkerung - die Tolitoli - als Minderheit im eigenen Land befindet.
Ihre Sprache, die Totoli-Sprache, gehört somit zu den bedrohten Sprachen der Welt, da immer weniger Sprecher existieren. Im Moment läuft ein Forschungsprojekt für die Dokumentation der Totoli-Sprache, das von der Volkswagen-Stiftung finanziert und von der Ruhr-Universität Bochum und dem Max-Planck-Institut für die Dokumentation bedrohter Sprachen in Nijmegen durchgeführt wird. Dr. Kuhnt-Saptodewo fungiert in diesem Projekt als ethnologische Beraterin und hat im Rahmen von Feldforschungen Übergangsrituale dokumentiert. Anhand von Videoclips werden im Vortrag Geburten, Hochzeiten und Bestattungen bei den Tolitoli besprochen.
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
Begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at
Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums
Vorträge und Lesungen
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Seminarraum bzw. Vortragssaal des Museums für Völkerkunde Wien
(wenn nicht anders angegeben)
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1
Sollte der Newsletter nicht richtig dargestellt werden, finden Sie ihn als PDF-Datei unter
www.voelkerkunde.at/news/deutsch/newsletter/2007_2/letter07_2.pdf
Wenn Sie sich von unserem Newsletter abmelden möchten, schicken Sie ein kurzes Email an
freunde@voelkerkunde.at
Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
freunde@voelkerkunde.at
Tel.: (01) 52524-5052 oder -5053
Redaktion: Dr. Christian F. Feest und Dr. Claudia Augustat
Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.ethno-museum.ac.at
Info zum Telekommunikationsgesetz
Seit 1. März 2006 gelten neue Bedingungen für die Zusendung elektronischer
Informationen (Änderung des § 107 Telekommunikationsgesetz). Darin geht es
vor allem um die Eindämmung der Spam-Flut, die uns immer noch mehr
überschwemmt.
Die Novelle sieht vor, dass die Zusendung von E-Mails, Faxnachrichten,
Telefonanrufen und SMS ohne vorherige Einwilligung des Empfängers (egal ob
Privatperson oder Unternehmen) unzulässig ist, wenn diese zu Werbezwecken
erfolgt oder auch ohne Werbezweck an mehr als 50 Empfänger gerichtet ist.
Falls Sie also versehentlich in unseren Verteiler gerutscht sind und keine
Newsletter vom Verein Freunde der Vökerkunde mehr erhalten wollen,
bitten wir Sie hiermit, sich mittels einer kurzen Rückmeldung bei uns abzumelden.
Ihre E-Mailadresse wird dann sofort aus unseren Verteilerlisten entfernt.
Wir werten es hingegen als Zustimmung, wenn Sie sich nicht abmelden und
schicken Ihnen dann auch weiterhin unseren Newsletter, um Sie regelmässig
über unsere Aktivitäten zu informieren. Überdies besteht, wie schon bisher,
jederzeit die Möglichkeit sich von diesem Newsletter abzumelden.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Verein "Freunde der Völkerkunde"