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Verein Freunde der Völkerkunde

Newsletter IV/2007

Inhaltsverzeichnis

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Beiträge:
Warten leicht gemacht
Brasilien - in der Kunsthalle Krems
"60 Jahre Pakistan"
Reisen ...

Veranstaltungsprogramm
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

Impressum
Info zum Telekommunikationsgesetz

José Maria de Medeiros, Iracema, 1884 (Detail) © Museu Nacional de Belas Artes, Rio de Janeiro

José Maria de Medeiros, Iracema, 1884 (Detail)
© Museu Nacional de Belas Artes, Rio de Janeiro

Warten leicht gemacht

Obwohl das Museum für Völkerkunde Wien nach Ende der viel beachteten Benin-Ausstellung zur Vorbereitung der Aufstellung der Schausammlung geschlossen ist, gibt es auch im Herbst 2007 für die Freunde der Völkerkunde ein reiches Veranstaltungsangebot. Neben interessanten Vorträgen und ethnographischen Kabinetten sind vor allem die Brasilien-Ausstellung in der Kunsthalle Krems und das Schwerpunktprogramm "60 Jahre Pakistan" hervorzuheben. Und im kommenden Jahr kündigt sich mit einer großen "Indianer"-Ausstellung auf der Schallaburg unter Federführung des Museums für Völkerkunde ein ganz besonderer Leckerbissen an. Auch wenn wir die Ungeduld unseres Publikums lebhaft nachvollziehen können: So schön kann Warten sein ...

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Brasilien - in der Kunsthalle Krems

Thomas Ender, Ansicht von Rio de Janeiro, 1837. © Akademie der bildenden Künste Wien, Gemäldegalerie

Thomas Ender, Ansicht von Rio de Janeiro, 1837.
© Akademie der bildenden Künste Wien, Gemäldegalerie

Kurz nachdem das Museum für Völkerkunde Wien seine Pforten bis März 2008 wieder schließt, eröffnet die Kunsthalle Krems am 15. September eine Brasilien-Ausstellung in der auch über 70 Exponate der weltberühmten Sammlung des Zoologen Johann Natterer zu sehen sein werden, die er auf der österreichischen Brasilien-Expedition zwischen 1817 und 1836 zusammentrug.

Eingebettet sind die ethnographischen Objekte in Meisterwerke der brasilianischen Malerei des 19. Jahrhunderts aus dem Museu Nacional de Belas Artes, Rio de Janeiro sowie der Pinacoteca do Estado de São Paulo und anderen brasilianischen Sammlungen, die erstmals in Europa zu sehen sind. Monumentale Bilder von Almeida Júnior, Pedro Weingärtner und anderen zeigen die Geschichte Brasiliens - vom Schicksal der indigenen Bevölkerung zur Christianisierung, vom Dschungel zu den Metropolen. Die Reisebilder des Thomas Ender und zahlreiche botanische und zoologische Exponate, die ebenfalls von der österreichischen Brasilienexpedition stammen, stehen für die besondere Verbindung Österreichs zum Brasilien des 19. Jahrhunderts und runden die mehr als 200 Exponate zählende Ausstellung ab.

Die einzigartige Schau gibt einen Überblick über das Themenspektrum der brasilianischen Malerei im 19. Jahrhundert. Die landschaftliche Vielfalt, bestimmend für das brasilianische Selbstbild und das entstehende Nationalgefühl, ist Thema zahlreicher monumentaler Bilder einer vorwiegend ausländischen Malergeneration der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Realistische Darstellungen des sozialen Lebens stammen von Künstlern wie dem Engländer Henry Chamberlain und dem Bayern Johann Moritz Rugendas, dessen zahlreiche Studien des Sklavenlebens Teil der Ausstellung sind. Auch andere Hauptwerke thematisieren das kulturelle und historische Erbe Brasiliens. So schufen brasilianische Künstler wie José Maria de Medeiros und Rodolfo Amoedo ein idealisiertes Indianerbild als romantische Allegorie auf die Entstehung Brasiliens.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts traten naturalistische Darstellungen des brasilianischen Lebens in den Vordergrund. Diese Milieustudien von Künstlern wie Almeida Júnior und Pedro Weingärtner geben ein eindrucksvolles Zeugnis vom täglichen Leben der jungen brasilianischen Nation. Sie legten besonderen Wert darauf, das jeweils "Typische" der verschiedenen Milieus darzustellen. Die Unterschiede zwischen den aufstrebenden urbanen Regionen und den ländlichen Gebieten, deren Lebenskultur bereits im Verschwinden begriffen war, kommen mit starkem Kontrast in zahlreichen Werken zum Ausdruck.

Bildliche Darstellungen von Indianern finden sich im 19. Jahrhundert in Zeichnungen und Gemälden der Künstler, die wissenschaftliche Expeditionen begleiteten. Bei ihnen zeigt sich das Bestreben nach realistischer Darstellung, wobei besonders die Arbeiten von Johann Moritz Rugendas und Jean-Baptiste Debret hervorzuheben sind, die dadurch zu wichtigen historischen Dokumenten geworden sind. Viele europäische Künstler waren jedoch mehr von der exotischen Landschaft fasziniert und bei ihnen finden sich nur selten Darstellungen der indianischen Bevölkerung. Dort wo Indianer das zentrale Bildthema sind werden sie in einer romantisierenden Weise dargestellt. Die ethnographischen Objekte von den Munduruku, Tukano und Bororo bilden somit einen Kontrast zu den bildlichen Darstellungen und ermöglichen den Einblick in eine Lebenswelt, die vielen Brasilien-Reisenden des 19. Jahrhunderts verschlossen blieb.

Brasilien
Von Österreich zur Neuen Welt

Kunsthalle Krems, Franz-Zeller-Platz 3,
3500 Krems
16. September 2007-17. Februar 2008, tägl. 10-18 Uhr, ab 5. November 2007, 10-17 Uhr

Eröffnung: 15. September 2007, 16.00 Uhr
Weitere Informationen unter www.kunsthalle.at

Eine Exkursion des Vereins Freunde der Völkerkunde zu dieser Ausstellung mit Führung durch die Kuratorin, Dr. Claudia Augustat, findet am Samstag, 29. September 2007, statt (siehe das Veranstaltungsprogramm).

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"60 Jahre Pakistan"

Anlässlich des 60jährigen Gründungsjubiläums der Islamischen Republik Pakistan veranstaltet die Österreichisch-Pakistanische Gesellschaft gemeinsam mit der Österreichischen Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall und dem Afro-Asiatischen Institut Wien im Herbst 2007 ein Pakistan-Schwerpunktprogramm mit Filmen und Vorträgen in deutscher und englischer Sprache. Die Themen umfassen Politik und Staatsbildung, Innen-, Sicherheits- und Außenpolitik, Islam in Pakistan, ethnische und religiöse Spannungsfelder, gesellschaftliche und politische Strömungen, wirtschaftliche Entwicklung, politische Perspektiven, Tourismus, Alpinismus, Entwicklungszusammenarbeit, Frauen, Kunst (Malerei, Fotografie, Film) und Musik.

Veranstaltungen im Mediensaal, Museum für Völkerkunde, Neue Burg, Heldenplatz, 1010 Wien:

Dienstag, 16. Oktober 2007, 15:00 Uhr
Vortrag
Ahmed Rashid (Pakistan)
"The Movement for Democracy and Justice in Pakistan: Army Rule versus Civilian Rule" (in englischer Sprache)
Im Anschluss kleines pakistanisches Buffet

Donnerstag, 18. Oktober 2007
15.00 Uhr
Vortrag
Simone Wille
"Ein neues Selbstbewusstsein erwacht"
Wie sich die Kunstszene in Pakistan seit den 1990er Jahren von den Fesseln der Vergangenheit befreit und sich selbstbewusst lokal, als auch international zu positionieren sucht.

16:15 Uhr
Dokumentarfilm
"DAR PA DAR - Where The Heart Lies" (in englischer Sprache)
Der Film der Ethnologin Samar Minallah behandelt die Probleme afghanischer Frauen in den Flüchtlingslagern in Pakistan.

17:00 Uhr
Vortrag
Mag. Christine Bruckbauer
"Das Phänomen"
15 Jahre zeitgenössische Miniaturmalerei in Pakistan.
Pause: Kleines pakistanisches Buffet

19:00 Uhr
Vortrag
Dr. Andreas Matt:
"Assalamu Alaikum Pakistan"

Freitag, 19. Oktober 2007, 15:00 Uhr
Vortrag
"50 Jahre Broad Peak-Jubiläumsexpedition 2007"

Gerfried Göschl
1957 hat eine österreichische Expedition mit Kurt Diemberger und Hermann Buhl den Broad Peak (8047 m) zum ersten Mal bestiegen.
Im Anschluss kleines pakistanisches Buffet

Montag, 22. Oktober 2007, 15:00 Uhr
Film
"Khayal Darpan" (in englischer Sprache)

Film über die pakistanische Musikszene mit Einführungsvortrag und Musikbeispielen der österreichischen Musikologin Brigitte Hochrainer.
Im Anschluss kleines pakistanisches Buffet

Unter den zahlreichen weiteren Veranstaltungen an anderen Orten sei hier nur beispielhaft genannt:

Donnerstag, 11.Oktober 2007, 16.00-21.00 Uhr
Ländersymposium
"Von der Stammesgesellschaft zur Atommacht"

Gemeinsam mit der Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall Wien und dem Afro-Asiatischen Institut Wien
Ort: Grosser Festsaal der Diplomatischen Akademie
Favoritenstrasse 15a, 1040 Wien

Begrüßung: BM Dr. Ursula Plassnik (angefragt)
Univ.-Prof. Dr. Erwin Orywal (Institut für Ethnologie, Universität Köln), „Zur Ethnologie Pakistans – Stammesgesellschaft versus Zentralinstanz”
Univ. Prof. Dr. Dietrich Reetz (Humboldt-Universität Berlin, Zentrum Moderner Orient), „Die Rolle des Islam in Pakistan”
Ayesha Khan (Karachi, Pakistan), „Violence and the Women's Movement in Pakistan” (in englischer Sprache)
Dr. habil. Christian Wagner (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), „Politische Herausforderungen für Pakistan: zur Innen- und Außenpolitik Pakistans”
Dr. Dipl.-Vw. Wolfgang-Peter Zingel (Südasien-Institut, Universität Heidelberg), „Interpendenzen von Wirtschaft, Politik und nationaler Sicherheit in Pakistan”
Weitere Informationen unter www.austria-pakistan.org

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Reisen ...

“Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.”
Adolf Freiherr v. Knigge (1752–1796)

Studienreise nach Benin City und Nigeria
Im Anschluss an die Benin-Ausstellung plant Dr. Maiers-Studienreisen eine 12-tägige Nigeria-Reise nach Weihnachten 2007 unter der Führung der Kuratorin der Benin-Ausstellung Dr. Barbara Plankensteiner. Die Tour führt unter anderem in mehrere Königsstädte Südnigerias, nach Benin City zum Igue-Festival, nach Owo, Ife, Akure, zum Olokun-Hain in Oshogbo und nach Lagos.
Nähere Informationen unter: office@maiers.org oder Tel.: (01) 535 0615.

Kunstreise nach Mexiko
Die Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste veranstaltet vom 12.–26. November 2007 eine Kunstreise nach Mexiko unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Claudia Augustat, Leiterin der Sammlung Südamerika am Museum für Völkerkunde Wien. Das genaue Programm finden Sie unter: www.kunstfreunde.at.
Preis pro Person im Doppelzimmer: € 3.550 (15 Personen), € 3.360 (25 Personen), Einzelzimmerzuschlag € 320.
Anmeldungen bis 10. September bei VIENNA INTERNATIONAL Travel Management, Frau Martina Frühling, Tel.: (01) 333 73 73 58 oder martina.fruehling@vi-travel.at. Sollten Sie den Folder erst nach Anmeldeschluss erhalten, fragen Sie bitte im Reisebüro nach, ob die Anmeldefrist verlängert wurde.

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Vorträge und Veranstaltungen

Samstag, 29. September 2007
Exkursion
Brasilien. Von Österreich zur Neuen Welt
Kunsthalle Krems

Führung: Dr. Claudia Augustat, Gastkuratorin der Ausstellung und Leiterin der Sammlung Südamerika, Museum für Völkerkunde Wien

Anschließend Besuch eines Heurigen in der Umgebung von Krems mit gemeinsamem Mittagessen.

Abfahrt: 9.30 Uhr (vom Museum für Völkerkunde)
Rückkehr: ca. 17.00 Uhr
Kosten: 25 € (Busfahrt, Eintritt, Führung)
30 € (für Nichtmitglieder)
Anmeldungen erbeten bis spätestens 21. September 2007 unter 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at
Mindestteilnehmerzahl: 15 Personen

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Gloriosa Ríos Fasanando und Zoila Mori Silvano beim Bemalen eines Textils in Puerto Callao de Yarinacocha. Foto: Bernd Brabec de Mori 2003

Gloriosa Ríos Fasanando und Zoila Mori Silvano beim Bemalen eines Textils in Puerto Callao de Yarinacocha.
Foto: Bernd Brabec de Mori 2003

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
(in Shipibo-Konibo mit deutscher Übersetzung)
Non kené pikopaokani shinan.
Gedanken zur Entstehung der Shipibo-Konibo-Muster

Laida Mori Silvano de Brabec, Neten Rama, Lehrerin für zweisprachige interkulturelle Erziehung, Perú/Graz
Deutsche Übersetzung und Erläuterungen:
Bernd Brabec de Mori, Ethnomusikologe, Graz/Perú

Das Wiener Museum für Völkerkunde besitzt eine umfangreiche Sammlung der Shipibo-Konibo, die im peruanischen Amazonas-Tiefland, am Ufer des Río Ucayali, beheimatet sind.

Sowohl Keramiken und Textilien, als auch Schmuck, Waffen und andere Artefakte der Shipibo-Konibo zeichnen sich durch ihre charakteristische Dekoration mit komplexen geometrischen Mustern aus, die keinerlei figürliche Deutung zulassen. Seit etwa 100 Jahren finden die Muster Eingang in jede Abhandlung über diese Ethnie, zum Teil als Anlass für Spekulationen, teils im Sinne deskriptiver Ethnographie. Speziell der Bezug zur Musik gibt einige Rätsel auf: Spekulationen zu einer "graphischen Notation" oder zu "visualisierten" Liedern der Medizinmänner als Quelle und Sinn der Muster geistern durch die Literatur. Die Vortragenden werden einige Zusammenhänge erhellen und eine logische Erklärung zu diesen Problemen aus der Binnenperspektive vorlegen.

Dieses ethnographische Kabinett ist etwas ganz Besonderes: Laida Mori, selbst Mitglied der Shipibo-Konibo, wird ihren Vortrag über Produktionsvorgänge und Verwendungszwecke der präsentierten Objekte, die Herkunft der Muster und ihre Entwicklung in der jüngeren Geschichte in ihrer eigenen Sprache halten. Bernd Brabec wird übersetzen, und mit Fotos, Hörbeispielen und einigen Erklärungen zum Verständnis beitragen.

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An dieser Stelle möchten wir auch auf das umfangreiche Programm der Pakistan-Veranstaltungsreihe mitte Oktober hinweisen.

Puerta de Cuca, Regla. Foto: Heidi Pichler

Puerta de Cuca, Regla. Foto: Heidi Pichler

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 18.30 Uhr
Vortrag
Havanna. Die rituelle Landschaft einer Stadt
Mag. Heidi Pichler, Ethnologin, Wien

Die Priester und Priesterinnen afro-kubanischer Religionstraditionen nutzen ihre privaten Wohnungen, den öffentlichen Raum und ihre natürliche Umgebung für ihren rituellen Gebrauch. Entsprechend ihrer sozio-kosmologischen Vorstellungen errichten sie liebevoll mit billiger Plastikware - meist chinesischen Massenprodukten - ausgestaltete Altäre in ihren oft sehr kleinen Wohnungen und Häusern. Die Küchen, Badezimmer, Hinterhöfe werden so zu Wohnstätten und Altären verschiedenster Götter. Hier teilen sich Familienmitglieder ihren Wohnraum mit spirituellen Familienmitgliedern in Form von Schutzengeln (Angel del Guardias) und Ahnen (muertos, eguns).
Der Vortrag zeigt die wechselnde Gestaltung der Altäre, je nachdem, ob es sich um Beratungen mit den Ahnen, um ihre Geburtstage oder sonstige zyklisch wiederkehrende Jahresfeiertage handelt. Dabei wird die Vielfalt der Vorstellungen über die Wirkungsweise dieser Götter ebenso besprochen wie die ihnen zugeordneten "Wohnstätten" im Stadtraum Havanna.

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MUSEUM_inside_out, Foto: Österreichisches Museum für Volkskunde

MUSEUM_inside_out, Foto: Österreichisches Museum für Volkskunde

Donnerstag, 15. November 2007, 17.00 Uhr
Exkursion
MUSEUM_inside_out

Österreichisches Museum für Volkskunde Wien
Führung: Dr. Claudia Peschel-Wacha, Österreichisches Museum für Volkskunde

Treffpunkt: Kassabereich des Museums für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien
Eintritt und Führung frei
Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Museum für Volkskunde ausschließlich für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde statt.
Seit dem 15. Juni kann man im Österreichischen Museum für Volkskunde an drei Tagen pro Woche Museumsarbeit live erleben. Tausende Objekte aus den verschiedenen Sammlungen des Hauses wandern durch Regale, über Tische, durch die Hände der MitarbeiterInnen. Sie werden registriert, kontrolliert, digitalisiert, bewertet und befragt. Fast das gesamte Museumspersonal arbeitet in den Ausstellungsräumen. Der Arbeitsfluss verändert die Präsentation jeden Tag, ständig gibt es etwas Neues zu sehen. Die Arbeit mit dem vielfältigen Material eines kulturhistorischen Museums bildet den Schwerpunkt dieses Projekts.
Der Prozess selbst hat experimentellen Charakter, nur einige grundlegende Vorgangsweisen sind festgelegt, das Enddatum ist offen. Das Österreichische Museum für Volkskunde spielt in dieser Werkstattsituation mit den herkömmlichen Strukturen und Inhalten des Museums. Sie werden durchbrochen, um einen Diskurs zu etablieren, der besonders auf das Mitwirken der BesucherInnen aufbaut.

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Mittwoch, 21. November 2007, 18.30 Uhr
Vortrag (in englischer Sprache)
Visual Ethnology and Japan

Prof. Yasuhiro Omori, Museum of Ethnology, Tokyo, Japan
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Japanischen Botschaft in Wien Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Yasuhiro Omori gehört zu den führenden Vertretern des ethnographischen Films in Japan und widmet sich in seiner Arbeit so unterschiedlichen Regionen wie Japan, Spanien, Griechenland, Großbritannien und den USA. Darüber hinaus hat er sich auch intensiv mit theoretischen Fragen zur visuellen Ethnologie beschäftigt. Der Schwerpunkt seines Vortrags stand bei Redaktionsschluss leider noch nicht fest.

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Prunkhemd aus dem Sonnentempel von Pachacamac, Peru, 1000-1450 n.Chr., Inv. Nr. 14.994, Slg. Eckhardt. Foto: Fotosammlung, Museum für Völkerkunde Wien

Prunkhemd aus dem Sonnentempel von Pachacamac, Peru, 1000-1450 n.Chr., Inv. Nr. 14.994, Slg. Eckhardt. Foto: Fotosammlung, Museum für Völkerkunde Wien

Dienstag, 4. Dezember 2007, 18.30 Uhr
Vortrag und Mitgliederversammlung des Vereins Freunde der Völkerkunde
Präkolumbische Textilkunst aus Peru:
Von Chavin bis zu den Inka

HR Dr. Peter Kann, ehemaliger Direktor und Leiter der Südamerika-Sammlung des Museums für Völkerkunde Wien
anschließend Punschumtrunk

Textilien aus dem voreuropäischen Peru gehören zu den bedeutendsten Schöpfungen der Menschheit, denn sie erfüllen mehrere Superlative: sie zählen zu den Ältesten, sie sind in ihren Farben die Besterhaltenen, in der Technik die Kompliziertesten und in ihren Darstellungen die Vielseitigsten. Das Fehlen von Schrift in Peru mag dazu geführt haben, dass sich die Menschen im Dekor ihrer Gewebe ausdrückten. Die in die Stoffe eingewebten, bestickten oder bemalten Zeichen und Darstellungen waren nicht einfach überkommene Muster, sondern Ausdruck der Geisteshaltung der Menschen aus verschiedenen Kulturen.
Zwei Umständen verdanken wir es, dass aus voreuropäischer Zeit eine derartige Fülle aus so vergänglichen Materialien wie Baumwolle, Wolle und sogar Federn erhalten geblieben ist: dem intensiven Totenkult und den damit verbundenen kostbaren Grabbeigaben sowie dem extrem trockenen Wüstenklima der peruanischen Küste. Anhand ausgewählter Textilien spannt der Vortrag den Bogen von der Chavín-Kultur um 800 v.Chr. bis zu den Inka um 1500 n.Chr.

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Bemalen eines Topfes, Jívaro, Fotos: Elke Mader, 1975-1979, Fotosamlung, Museum für Völkerkunde Wien

Bemalen eines Topfes, Jívaro, Fotos: Elke Mader, 1975-1979, Fotosamlung, Museum für Völkerkunde Wien

Mittwoch, 19. Dezember 2007, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Mann und Frau in der materiellen Kultur der Jivaro

Katharina Kepplinger, Volontärin Sammlung Südamerika, Museum für Völkerkunde Wien

"Jívaro" ist die gängige Bezeichnung von vier Gruppen, die sich in Sprache, Kultur und Religion nur in wenigen Punkten unterscheiden. Was Shuar, Achuar, Huambisa und Aguaruna teilen, ist zugleich auch das trennende Element: die historische Leidenschaft gegeneinander Krieg zu führen.
Die Jívaro-Sammlung des Museums für Völkerkunde Wien besteht aus ca. 300 Objekten. Sie wurde von 12 SammlerInnen innerhalb eines Jahrhunderts (zw. 1881-1981) im Siedlungsgebiet der Jívaro, dem Grenzstreifen von Ecuador und Peru, zusammengetragen.

Die Lebensabschnitte von Mädchen und Frauen sowie von Knaben und Männern bei den Jívaro werden von unterschiedlichen Objekten bestimmt. Manche Gegenstände werden nur in einem bestimmten Alter verwendet. Andere jedoch stellen ab einem gewissen Zeitpunkt einen ständigen Begleiter in den verschiedensten Lebenssituationen dar.

Gegenstände der Wiener Sammlung ermöglichen Einblicke in den Lebenszyklus von Frauen und Männern und in die Geschlechterbeziehung bei den Jívaro.

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Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
Begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums

Vorträge und Lesungen
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Seminarraum bzw. Vortragssaal des Museums für Völkerkunde Wien
(wenn nicht anders angegeben)
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1

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Impressum

Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
freunde@voelkerkunde.at
Tel.: (01) 52524-5052 oder -5053
Redaktion: Dr. Christian F. Feest und Dr. Claudia Augustat

Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.ethno-museum.ac.at

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Info zum Telekommunikationsgesetz

Seit 1. März 2006 gelten neue Bedingungen für die Zusendung elektronischer Informationen (Änderung des § 107 Telekommunikationsgesetz). Darin geht es vor allem um die Eindämmung der Spam-Flut, die uns immer noch mehr überschwemmt.
Die Novelle sieht vor, dass die Zusendung von E-Mails, Faxnachrichten, Telefonanrufen und SMS ohne vorherige Einwilligung des Empfängers (egal ob Privatperson oder Unternehmen) unzulässig ist, wenn diese zu Werbezwecken erfolgt oder auch ohne Werbezweck an mehr als 50 Empfänger gerichtet ist.
Falls Sie also versehentlich in unseren Verteiler gerutscht sind und keine Newsletter vom Verein Freunde der Vökerkunde mehr erhalten wollen, bitten wir Sie hiermit, sich mittels einer kurzen Rückmeldung bei uns abzumelden. Ihre E-Mailadresse wird dann sofort aus unseren Verteilerlisten entfernt.
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Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Verein "Freunde der Völkerkunde"

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