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Verein Freunde der Völkerkunde

Newsletter IV/2008

Inhaltsverzeichnis

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Beiträge:
Asiatischer Herbst
Schausammlung Süd-, Südostasien und Himalayaländer
Kunstvoller Widerstand. Kunst und Kreativität in Sri Lanka
Straps & Bands. Textilien aus der Sammlung Foitl
Verastaltungen des Museums Für Völkerkunde

Veranstaltungsprogramm
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

Impressum
Info zum Telekommunikationsgesetz

Umamahesvara, der hinduistische Gott Shiva in seiner Erscheinung als liebevoller Gemahl, Nepal, 12. Jahrhundert

Umamahesvara, der hinduistische Gott Shiva in seiner Erscheinung als liebevoller Gemahl, Nepal, 12. Jahrhundert

ASIATISCHER HERBST

Mit einer dreifachen Eröffnung am 18. November nimmt das Museum für Völkerkunde nach längerer Unterbrechung sein Ausstellungsprogramm wieder auf. Passend zum ersten Teil der neu eingerichteten Schausammlungen (Süd-, Südostasien und Himalayaländer) gibt es eine Ausstellung zur Gegenwartskunst Sri Lankas und eine Präsentation überwiegend orientalischer Bandwebereien der Sammlung Gerhard Foitl. Im Umfeld setzen ein srilankischer Tanzabend, ein indonesisches Foodfestival, ein Sunka-Turnier und ein Symposium über philippinische Sammlungen weitere Akzente aus dem asiatischen Raum.

Schon vor der Eröffnung der Ausstellungen bietet der erstmals auch in Wien stattfindende Markt der Völker eine ganz besondere Attraktion auf dem langen Weg zurück in einen lebendigen Museumsbetrieb.

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SCHAUSAMMLUNG SÜD-, SÜDOSTASIEN UND HIMALAYALÄNDER

Ho Chi Minh, Gipsbüste, Vietnam, 21. Jahrhundert. Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Ho Chi Minh, Gipsbüste, Vietnam, 21. Jahrhundert. Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Nun ist es also soweit. Als erste regionale Schausammlung des renovierten Museums für Völkerkunde Wien werden am 18. November 2008 im Mezzanin die Räume "Süd-, Südostasien und Himalayaländer" eröffnet. Aus dem reichen Fundus von über 30.000 Objekten hat der zuständige Kustos Dr. Christian Schicklgruber eine Auswahl getroffen, in der sich vor allem die religiösen Anschauungen und Praktiken der Region widerspiegeln. Die Darstellung folgt dabei weitgehend den jeweiligen lokalen Gepflogenheiten: So werden etwa indische Skulpturen gemäß ihrer Zuordnung zu "Götterfamilien" gruppiert und mit Auszügen aus der klassischen indischen Literatur erläutert, während die Aufstellung buddhistischer Darstellungen ihre Verortung in der buddhistischen Erklärung der Welt nachvollzieht. Buddhismus und Daoismus verbinden Süd- und Südostasien mit dem benachbarten Ostasien, dessen Religionen hier bereits im Vorgriff auf die künftige Aufstellung der regionalen Schausammlung zur Darstellung gelangen.

In der von Architekt Arno Grünberger gestalteten Aufstellung stehen neuere Objekte neben historischen und gewähren so einen Einblick sowohl in die Dynamik kultureller Entwicklungen als auch in die Kontinuität kultureller Äußerungen. Neben der Gegenüberstellung von philosophisch-theologischen Lehren und gelebter Volkspraxis verweist die Ausstellung am Beispiel der Naga auf die Stammesbevölkerungen der Region, die sich selbst als außerhalb nationalstaatlicher Ordnung und eines gemeinsamen Kulturerbes stehend betrachten. Mehr zu den Naga gibt es dann im kommenden Jahr zu sehen, wenn eine gemeinsam mit dem Völkerkundemuseum der Universität Zürich gestaltete Sonderausstellung auch im Museum für Völkerkunde Wien zu sehen sein wird.

Anlässlich der Eröffnung der Schausammlung wird in einer benachbarten Koje auch die Ausstellung "Zeitreise Tibet. Fotografien aus Tibet von Barbara Krobath" gezeigt. Mit Ihren beeindruckenden Schwarzweiß-Fotografien vermittelt die Künstlerin ungeschminkte Einblicke in das Tibet des 21. Jahrhunderts. Abseits der Touristen-Romantik mit den farbenprächtigen Klöstern vermischt sich Traditionelles mit modernen Konsumgütern. Die Aufnahmen in der Manier alter Reiseberichte zeigen unbekannte und neue Lebenssituationen auf.

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KUNSTVOLLER WIDERSTAND. KUNST UND KREATIVITÄT IN SRI LANKA

Prageeth Manohansa, Gara Yaka, 2006

Prageeth Manohansa, Gara Yaka, 2006

Logo der Serendib Gallery

19. November 2008 bis 2. März 2009

Die zeitgenössische Kunst Sri Lankas steht in einer Tradition bildnerischen Schaffens, das nicht nur auf ein reiches lokales Kulturerbe zurückgreift, sondern im Zuge der Auseinandersetzung mit der Kunstentwicklung in Europa schon frühzeitig eine eigenständige Moderne entwickelte.

Die Ausstellung KunstVoller Widerstand. Krise und Kreativität in Sri Lanka präsentiert Malerei, Grafik, Fotografien, Skulpturen und Installationen arrivierter wie auch aufstrebender Künstlerinnen und Künstler einer lebendigen und vielfältigen Kunstszene. Den Schwerpunkt bilden Arbeiten des letzten Jahrzehnts, einer Periode, die von der innovativen Erprobung neuer Genres, Materialien und Ideen gekennzeichnet ist.

Die Arbeiten dieser zeitgenössischen Künstler widmen sich dabei besonders der Problematik, traditionelle Werte und persönliche wie kulturelle Identität mit den Anforderungen der Gegenwart in Einklang zu bringen und die damit verbundenen Konflikte zu bewältigen.

Als Wanderausstellung konzipiert, will dieser Überblick über die in Europa bislang wenig bekannte Gegenwartskunst Sri Lankas deren Bandbreite und aktuelle Themen einem größeren Publikumskreis vorstellen und in einen globalen Diskurs über zeitgenössische Kunst und Kultur einbinden.

Gastkuratorinnen:
Dr. Sylvia S. Kasprycki und Dr. Doris I. Stambrau (Frankfurt am Main)

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STRAPS & BANDS. TEXTILIEN AUS DER SAMMLUNG FOITL

Frauengürtel, Schlitzkelim, Marokko, Slg. Foitl, 2. Viertel des 20. Jahrhunderts

Frauengürtel, Schlitzkelim, Marokko, Slg. Foitl, 2. Viertel des 20. Jahrhunderts

19. November 2008 bis 2. März 2009

Fasziniert von den optischen Qualitäten textiler Erzeugnisse und dem Erlebnis bei ihrer Berührung begann der Grazer Psychiater und Nervenarzt Dr. Gerhard Foitl Ende der 1970er Jahre mit dem Sammeln kunstvoll geknüpfter Bänder, darunter Tierschmuck und Lastbänder aus dem Mittleren Orient mit Menschen- und Tierdarstellungen, Jurtenbänder aus Turkmenistan, ein seidener Prunkgürtel aus dem Persien der Safawidenzeit, ein gewebtes Pilgermitbringsel aus der Grabeskirche in Jerusalem, Raffia-Textilien der Bakuba aus Zaire, präkolumbische Bänder aus dem Andenhochland, Schmuckbänder aus Südostasien, Perlenstickereien aus Gujarat (Indien) und Frauengürtel aus Südmarokko.

Heute umfasst die Sammlung Gerhard Foitl 737 Objekte, die hinsichtlich Material, Färbung und textiler Technik hervorragend analysiert und dokumentiert sind. Diese außergewöhnliche Privatsammlung wird nach der Ausstellung in den Bestand des Museums für Völkerkunde übergehen. Die Ausstellung gibt einen stichwortartigen Überblick über die Sammlung und ihre große Vielfalt und zeichnet so das Portrait einer 30jährigen leidenschaftlichen Sammeltätigkeit voller Liebe zur Textilkunst.

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VERANSTALTUNGEN DES MUSEUMS FÜR VÖLKERKUNDE

INTERNATIONALER MARKT DER VÖLKER

Mittwoch, 12. November bis Sonntag 16. November 2008, 10.00 bis 19.00 Uhr
Säulenhalle des Museums für Völkerkunde

Die Säulenhalle wird zum Basar, wo Sie ausgewähltes Kunsthandwerk und Ethnographika bewundern und kaufen können.

Eintritt: € 5,- (gegen Abgabe des Tickets vom "Markt der Völker": ermäßigter Eintritt ins MVK bis 1.3.2009).

Ermäßigt: € 4,- (Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde und des Vereins Freunde des KHM, Studierende).

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNGEN

Dienstag, 18. November 2008, 19.00 Uhr

Schausammlung Süd-, Südostasien und Himalayaländer
Kunstvoller Widerstand. Krise & Kreativität in Sri Lanka
Straps & Bands. Textilien aus der Sammlung Foitl


Details entnehmen Sie bitte einer gesonderten Einladung.

ERSTES ÖSTERREICHISCHES SUNGKA-MUSEUMSTURNIER

30. November 2008, 10.00 bis 13.00 Uhr
Eine Zusammenarbeit mit der österreichisch-philippinischen Gesellschaft.

Eine philippinische Variante des Brettspiels, das weltweit unter verschiedenen Namen und mit verschiedenen Regeln gespielt wird, ist Sungka. Ab 10.00 Uhr besteht die Möglichkeit die Spielregeln kennenzulernen: Spielbretter sind vorhanden, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Sungka-Begeisterte haben die Möglichkeit an einem Turnier teilzunehmen, bei dem in verschiedenen Kategorien Preise zu gewinnen sind. Das Eröffnungsspiel bestreiten die philippinische Botschafterin in Österreich I. E. Frau Linglingay F. Lacanlale und ein Mitglied der indonesischen Botschaft in Wien.

Nenngeld: 2 €. Beschränkte Teilnehmerzahl.

Bitte um Anmeldung bis 20. November 2008 unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

INDONESISCHES FOODFESTIVAL

30. November 2008, 17.00 bis 19.00 Uhr

Ab 17.00 Uhr bietet die indonesische Botschaft typische Speisen und Getränke an, die Sie zu Live Gamelan Musik verkosten können. Um 16.00 Uhr findet exklusiv für fördernde Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde eine Führung im Depot mit Dr. habil. Jani Kuhnt-Saptodewo, Leiterin der Sammlung Insulares Südostasien, zu Highlights aus dieser Sammlung statt.

SYMPOSIUM: PHILIPPINE COLLECTIONS IN EUROPEAN MUSEUMS

Montag, 1. Dezember 2008, 9.00 bis 18.00 Uhr

Bei der vom Museum für Völkerkunde Wien veranstalteten internationalen Konferenz zum Thema "Philippine Collections in European Museums" geht es um einen Austausch über Sammler und Sammlungen von den Philippinen in verschiedenen Museen und deren Auswertung. Die Teilnehmer: Wissenschaftler u. a. von der Smithsonian Institution (Washington), dem British Museum (London), Musée du quai Branly (Paris), Rijksmuseum Leiden, Museum für Völkerkunde Dresden, National Museum (Manila) und Nationalmuseum (Prag). Zum Abschluss der Konferenz lädt die Philippinische Botschaft zu einem Empfang in die Säulenhalle des Museums für Völkerkunde. Das Symposium wird mit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien veranstaltet.

WienKultur Logo

Bitte um Anmeldung zur Teilnahme am Empfang bis 15. Oktober 2008 unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at; der Besuch der Konferenz ist frei.

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Vorträge und Veranstaltungen

Marita, Häuptling der Ngapuhi, mit einer Parawai bekleidet, Bay of Islands, Nordinsel. Foto: Anonym, vor 1892, Fotosammlung Museum für Völkerkunde Wien

Marita, Häuptling der Ngapuhi, mit einer Parawai bekleidet, Bay of Islands, Nordinsel. Foto: Anonym, vor 1892, Fotosammlung Museum für Völkerkunde Wien

Mittwoch, 15. Oktober 2008, 18.30 Uhr
Vortrag
Die traditionelle Tätowierung der Maori Neuseelands und ihre westliche Rezeption

Dr. Georg Schifko, Ethnologe, Wien

Die Tätowierkunst hat bei den Maori eine Hochblüte erfahren und daher wurde dieser kulturellen Manifestation auch attestiert, das "most characteristic race emblem of old Maoridom" zu sein. Bei den Maori wurden sowohl Frauen als auch Männer tätowiert, letztere aber in einem viel größerem Ausmaß. Dabei kam in Neuseeland eine Methode zur Anwendung, die nirgendwo sonst praktiziert wurde. Einerseits kannte man die in ganz Polynesien verbreitete Stichtätowierung, andererseits wurde aber die Haut auch mit einem dechselartigen Gerät aufgeschnitten, damit man anschließend die Tätowierfarbe einbringen konnte. Die Tätowierungen waren in früheren Zeiten ein Zeichen von Prestige und Würde und werden auch heute im Zuge einer kulturellen Renaissance geradezu als Verkörperung ihrer Kultur angesehen. Im Vortrag wird auch auf die - von den Indigenen Neuseelands zum Teil heftig kritisierte - westliche Rezeption der Maori-Tätowierungen anhand von Beispielen aus Film, Literatur und Werbung eingegangen.

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Hoftänzer im Palast Solo. Foto: Alex Dea, 1998

Hoftänzer im Palast Solo. Foto: Alex Dea, 1998

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 18.30 Uhr
Vortrag
Die Sprache des Tanzes in Indonesien

Dr. habil. Jani Kuhnt-Saptodewo, Leiterin der Sammlung Insulares Südostasien, Museum für Völkerkunde Wien

Die Aufführung eines Tanzes ist ein Akt der Mediation, der Vermittlung unterschiedlicher Botschaften. Diese Botschaften können sowohl an die Menschen selbst als auch an die transzendente Welt gerichtet sein. Der Tanz funktioniert somit als "Sprache", mit der die Kommunikation zwischen Menschen und Gottheiten ermöglicht und gewährleistet wird. Jede Tanzbewegung enthält Symbole. Die Symbole werden durch eine "mediale Sprache" übertragen, die nur in dem entsprechenden kulturellen Kontext zu verstehen ist.

Anhand verschiedener Video-Kurzfilme werden Tänze aus Indonesien gezeigt und erläutert.

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Montag, 17. November 2008, 18.00 Uhr
Preview: Führung durch die Ausstellung
Kunstvoller Widerstand. Krise und Kreativität in Sri Lanka

Dr. Sylvia Kasprycki und Dr. Doris Stambrau, Kuratorinnen der Ausstellung
Nur für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde

Wir freuen uns besonders den Mitgliedern des Vereins Freunde der Völkerkunde im Rahmen einer Preview noch vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung eine Führung mit den Kuratorinnen anbieten zu können. Anschließend haben Sie noch Gelegenheit die Ausstellung alleine zu besuchen. Der Getränkestand (Verkauf) des Vereins wird Erfrischungen anbieten.

Bitte um Anmeldung unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

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Mittwoch, 19. November 2008, 19.00 Uhr
Srilankischer Tanzabend
Aanshu Prathibha Dance Troupe

Im Zusammenhang mit der Sonderausstellung "Kunstvoller Widerstand. Krise und Kreativität in Sri Lanka" wird Dank der Vermittlung des Kooperationspartners Serendib Gallery (Colombo) die Aanshu Prathibha Dance Troupe Beispiele einer anderen für Sri Lanka wichtigen traditionellen Ausdrucksform vermitteln - dem Tanz.

"Aanashu Prathibha" bedeutet "ein klein wenig Talent" und verweist auf die Tatsache, dass zur tänzerischen Perfektion weit mehr als nur "ein klein wenig Talent" erforderlich ist - nämlich harte Arbeit.

Weitere Details und Eintrittspreise entnehmen Sie bitte einer gesonderten Einladung.

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Ho Chi Minh, Gipsbüste, Vietnam, 21. Jahrhundert. Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Ho Chi Minh, Gipsbüste, Vietnam, 21. Jahrhundert. Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Mittwoch, 19. November 2008, 17.30 Uhr und
Mittwoch, 14. Jänner 2009, 18.00 Uhr
Führung durch die Schausammlung Süd-, Südostasien und Himalayaländer
Dr. Christian Schicklgruber, Leiter der Sammlung Süd-, Südostasien und Himalayaländer, Museum für Völkerkunde Wien

Begrenzt auf 30 Teilnehmer. Bitte um Anmeldung unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

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Kuna Knaben spielen die Panflöte - eines der traditionellen Instrumente der Kuna, die bei keinem Fest fehlen dürfen, Rio Sidra, Foto: Edith Hobsig, 2003

Kuna Knaben spielen die Panflöte - eines der traditionellen Instrumente der Kuna, die bei keinem Fest fehlen dürfen, Rio Sidra, Foto: Edith Hobsig, 2003

Mittwoch, 26. November 2008, 18.30 Uhr
Vortrag und Mitgliederversammlung
"Riten, Feste, Traditionen"
Das zeremonielle Leben der Kuna in den San Blas Inseln - einst und heute.

Dr. Edith Hobsig, Ethnologin, Wien

Riten, Feste und Traditionen der Kuna sind ein untrennbarer Bestandteil ihrer Identität und fest in das alltägliche Leben eingebunden - auch in das Moderne. Die Feste, allen voran die beiden Initiationsfeiern, die nur für Mädchen bzw. junge Frauen durchgeführt werden, waren und sind der traditionelle Knotenpunkt, um den sich das gemeinschaftliche Leben bildet. Die Teilnahme an der [großen] Initiationsfeier ist für alle Dorfbewohner verpflichtend. Die meisten Kuna fühlen sich dieser Tradition noch verbunden, obwohl einige von ihnen lange Anreisen und Probleme mit Arbeitgebern in Kauf nehmen müssen, um bei dem wichtigen Fest in ihrer Dorfgemeinschaft sein zu können. Aber es sind auch schon Stimmen zu hören, die die Sinnhaftigkeit dieser Tradition bezweifeln.

Auch das weitere Leben der Kuna Frauen und Männer - wie Heirat, Schwangerschaft, Geburt, Krankheit und Tod ist von Traditionen bestimmt und wird durch Rituale begleitet. Geleitet und beschützt werden die Kuna dabei von Spezialisten, Frauen und Männern, die sich durch besondere spirituelle Fähigkeiten auszeichnen und aus diesem Grund hohes Ansehen innerhalb der Kuna Gesellschaft genießen.

Auf besonderen Wunsch geht die Referentin in diesem Vortrag vor allem auf das zeremonielle Leben der Kuna in den San Blas Inseln in Panama ein und betrachtet einige ihrer rituellen Gewohnheiten näher. Anhand einzelner Beispiele soll auch auf die Unterschiede eingegangen werden, wie rituelle Abläufe in der ethnographischen Literatur beschrieben wurden und wie die Referentin sie während ihres Aufenthaltes in der Kuna Yala erlebt und erfahren hat.

Im Anschluss an den Vortrag und die Mitgliederversammlung laden wir Sie zu einem Umtrunk ein.

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Mittwoch, 3. Dezember 2008, 16.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung
Straps and Bands. Textilien aus der Sammlung Foitl

Elisabeth Tarawneh, Textilrestauratorin, Museum für Völkerkunde Wien

Anhand der gezeigten Bänder wird über die Herstellung wie auch über die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten der hergestellten Brettchengewebe gesprochen.

Begrenzt auf 30 Teilnehmer. Bitte um Anmeldung unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

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Brustschmuck mit Walzahnanhänger, Hawai'i-Inseln, Inv. Nr. 72.136, Slg. J. Ginz 1904. Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Brustschmuck mit Walzahnanhänger, Hawai'i-Inseln, Inv. Nr. 72.136, Slg. J. Ginz 1904. Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Mittwoch, 17. Dezember 2008, 18.30 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Mana und Kapu - in Demut achten. Gegenstände, Weltbild und Wertschätzung im alten und neuen Hawai'i

John Marshall, Vorstandsmitglied des Vereins Freunde der Völkerkunde und Dr. Gabriele Weiss, Leiterin der Sammlung Ozeanien und Australien, Museum für Völkerkunde Wien

Handwerkliche, künstlerische und spirituelle Fähigkeiten, soziale und ethische Kompetenz, politischer und wirtschaftlicher Erfolg wurden in der hawaiischen Kultur mit wertvollen Schmuckstücken aus Walzähnen und Schildpatt, Kleidung aus Federn und bemalten Baststoffen, Waffen und Gefäßen aus edlen Hölzern ausgezeichnet. Der abgebildete Walzahnanhänger ist an zwei dicken Strängen aus fein geflochtenen Menschenhaaren befestigt. Dieser Brustschmuck wurde von hochrangigen Männern und Frauen getragen und war Kennzeichen von Macht und Würde (mana). In Notzeiten wie Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen oder zur Vorbereitung großer Feste konnten spezielle Erlässe (kapu oder tabu) verhängt werden. Nach einer turbulenten Entdeckungs- und Kolonialgeschichte, ökonomisch motivierten Annexionen, politischen Widerstandsbewegungen und dem japanisch-amerikanischen Pazifikkrieg 1942-44 wurde die Hawaii-Inselgruppe am 21. August 1959 von Präsident Eisenhower zum 50. Bundesstaat der USA erklärt.

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Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
Begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums

Vorträge und Lesungen
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Seminarraum bzw. Vortragssaal des Museums für Völkerkunde Wien
(wenn nicht anders angegeben)
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1

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Impressum

Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
freunde@voelkerkunde.at
Tel.: (01) 52524-5052 oder -5053
Redaktion: Dr. Christian F. Feest und Dr. Claudia Augustat

Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.ethno-museum.ac.at

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Info zum Telekommunikationsgesetz

Seit 1. März 2006 gelten neue Bedingungen für die Zusendung elektronischer Informationen (Änderung des § 107 Telekommunikationsgesetz). Darin geht es vor allem um die Eindämmung der Spam-Flut, die uns immer noch mehr überschwemmt.
Die Novelle sieht vor, dass die Zusendung von E-Mails, Faxnachrichten, Telefonanrufen und SMS ohne vorherige Einwilligung des Empfängers (egal ob Privatperson oder Unternehmen) unzulässig ist, wenn diese zu Werbezwecken erfolgt oder auch ohne Werbezweck an mehr als 50 Empfänger gerichtet ist.
Falls Sie also versehentlich in unseren Verteiler gerutscht sind und keine Newsletter vom Verein Freunde der Vökerkunde mehr erhalten wollen, bitten wir Sie hiermit, sich mittels einer kurzen Rückmeldung bei uns abzumelden. Ihre E-Mailadresse wird dann sofort aus unseren Verteilerlisten entfernt.
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Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Verein "Freunde der Völkerkunde"

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