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Newsletter IV/2009
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HEIMKEHR
SITTING BULL UND SEINE WELT
MARIO BALDI – Ein Salzburger Fotograf unter brasilianischen Indianern
GEISHA UND GAGAKU
VERANSTALTUNGSPROGRAMM
INFOS zu Vorträgen und Veranstaltungen
IMPRESSUM
INFO zum Telekommunikationsgesetz

Sitting Bull nach seiner Rückkehr aus dem kanadischen Exil, Fort Buford. Foto: Orlando Goff, 1881. Library of Congress, Washington
Mit „Sitting Bull und seine Welt“ (Eröffnung am 9. Dezember 2009) kommt eine in Wien zusammen-gestellte Ausstellung nach einer erfolgreichen Tournee im Übersee-Museum in Bremen und im Vaipriiki Museum Centre in Tampere ins Museum für Völkerkunde Wien. Im Jahr 2010 folgt dann „James Cook und die Entdeckung der Südsee“ (eine Gemeinschafts-produktion mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und dem Historischen Museum Bern), die gegenwärtig bereits in Bonn gezeigt wird. Amerika und Ozeanien, die seit der Schließung des Museums im Jahr 2004 nicht mehr in Wien zu sehen waren, kehren so mit internationalem Lorbeer bekränzt endlich nach Hause zurück.

Sitting Bull. Foto: George W. Scott oder R. L. Kelly, 1883. Denver Public Library, Denver
Im „Winter, in dem acht Feinde getötet wurden“ und in dem ein später als Sitting Bull berühmt gewordenes Lakota-Kind in Montana geboren wurde, dankte Dom Pedro I. als Kaiser von Brasilien ab. Im Jahr zuvor, dem „Winter der vielen Zeremonien“, hatte die Julirevolution in Paris Louis Philippe zum „Bürgerkönig“ gemacht, die Nähmaschine und der Rasenmäher waren erfunden worden und in Washington hatte der Kongress ein Gesetz verabschiedet, das die Absiedlung aller östlich des Mississippi verbliebenen Nachkommen der Urbevölkerung in den Westen verfügte.
Man kann die Lebensgeschichte Sitting Bulls (1831–1890), der durch die Schlacht am Little Bighorn im Jahr 1876 berühmt wurde, obwohl er am Sieg über das 7. amerikanische Kavallerieregiment unter Oberstleutnant George Armstrong Custer keinen aktiven Anteil hatte, als Geschichte eines erfolgreichen Sohns eines Hunkpapa-Anführers lesen, der sich früh als Jäger, Krieger und „heiliger Mann“ auszeichnete, später zur Galionsfigur des Widerstands der Lakota gegen das Vordringen der Amerikaner wurde und schließlich in einem Feuergefecht ums Leben kam, als er von der Stammespolizei in Sicherheitsverwahrung genommen werden sollte, weil ihn die Regierung in Washington für ein ausgemachtes Sicherheitsrisiko hielt. Dieser Sitting Bull war ein liebevoller Familienvater, ein charismatischer Politiker konservativer bis fundamentalistischer Ausrichtung, aber auch ein Künstler und Liedermacher, dessen Lieder bei den Lakota bis heute gesungen werden. Zugleich polarisierte er seine Mitmenschen: Man liebte und verehrte, oder man fürchtete und hasste ihn; niemandem war er gleichgültig.
Schon zu Lebzeiten war er in der öffentlichen Wahrnehmung mehr Mythos als Mensch, und als Mythos hat er bis heute in einer stets dem Zeitgeist angepassten Gestalt überlebt. Nur in seiner engeren Heimat bleibt er bis in die Gegenwart umstritten.
In Sitting Bulls Lebensgeschichte spiegelt sich zugleich das Schicksal seines Volks, der Lakota, die sich zum Zeitpunkt seiner Geburt als „die Herrn der Welt“ fühlen konnten, am Ende seines Lebens aber zu Almosenempfängern der amerikanischen Regierung abgesunken waren. In diesen sechzig Jahren mussten die Lakota erfahren, dass ihnen der Weiße Mann militärisch überlegen war und dass ihnen mit der Ausrottung der schier unermesslichen Bisonherden die Grundlage ihrer traditionellen Lebensweise als berittene Jäger und Krieger entzogen worden war.
Schließlich ist die Geschichte von Sitting Bull auch eine Geschichte der Globalisierung im 19. Jahrhundert. Seine kleine Welt am oberen Missouri war auch damals schon Teil einer ganzen und vernetzten Welt. Es waren die rasch unersetzlich gewordenen Handelsgüter, die man nicht selbst herstellen konnte, die den Lakota eine wirtschaftliche Abhängigkeit von der großen Welt bescherten. Die Bisonfelle, die sie den Händlern im Tausch gaben, wurden zu Treibriemen in jenen Fabriken verarbeitet, deren billige Massenprodukte im nächsten Augenblick ins Land der Lakota gelangten und die in Handarbeit selbst hergestellten Gegenstände des täglichen Bedarfs ersetzten. Ohne Hungersnöte und Revolutionen in Europa wäre es niemals zu jenen Migrationsströmen in das Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten gekommen, die entscheidend zum Landverlust der Lakota beitrugen. Und Sitting Bull wäre heute kaum weltweit berühmt, hätten sich die Nachrichten über ihn nicht durch Fotografie, Telegrafie, Telefon und Rotationsdruckmaschine verbreitet.
Durch „Sitting Bull und seine Welt“ im Museum für Völkerkunde Wien führt am 16. Dezember 2009 um 18 Uhr der Kurator der Ausstellung, Christian Feest.
MARIO BALDI – Ein Salzburger Fotograf unter brasilianischen Indianern

„Was für ein seltsames Ding?“ Der Karajá-Junge„Uoni-Uoni“ beäugt eine Filmkamera. Foto: Mario Baldi, 1938. Museum für Völkerkunde Wien, Fotosammlung 37896_04923
Im Jahr 1959 erhielt das Museum für Völkerkunde aus dem Nachlass des austro-brasilianischen Fotografen Mario Baldi eine große ethnografische Sammlung von den Karajà sowie 14 Schachteln mit Vergrößerungen, mehr als 10.000 Negative und eine kleinere Anzahl von Diapositiven, deren Bedeutung zwar ersichtlich, deren Verwendbarkeit aber mangels ausreichender Information zum Inhalt der Fotos begrenzt war.
Dreißig Jahre später gelangte ein weiterer Teilnachlass Baldis, bestehend aus Vergrößerungen und schriftlichen Unterlagen, an die Kulturabteilung der Stadt Teresópolis, wo Baldi zuletzt beheimatet gewesen war. Ähnlich wie jene in Wien verfiel auch diese Sammlung vorerst in einen Dornröschenschlaf, aus dem sie erst weitere zwanzig Jahre danach durch den jungen Historiker Marcos Lopes erweckt wurde. Der seit 2008 laufende Informationsaustausch zwischen Wien und Teresópolis ermöglichte eine erste Würdigung der Leistungen Baldis im Rahmen der Ausstellung „Mario Baldi. Fotógrafo austríaco entre índios brasileiros“, die im Juni 2009 im Arquivo Nacional in Rio de Janeiro (und danach in der Casa de Cultura Adolpho Bloch in Tereópolis und im Museu das Culturas Dom Bosco in Campo Grande) zu sehen war.
Seinem Onkel Gregor, der Ende des 19. Jahrhunderts in Salzburg ein Fotoatelier besaß, verdankte Mario Baldi sein Interesse an der Fotografie, seiner Tätigkeit als Fotograf der österreichisch-ungarischen Armee während des 1. Weltkriegs die professionelle Praxis. 1920 wanderte Baldi mit seinem Bruder und einigen Freunden aus dem geschrumpften Österreich nach Brasilien aus, wo er bis 1925 als Traktorfahrer, Nachtwächter, Gärtner und Gelegenheitsfotograf arbeitete. Seine Berichte aus dem Land unter dem Zuckerhut erschienen im Salzburger Volksblatt.
1927 erhielt Baldi eine Anstellung als Diener des Neffen des letzten Kaisers von Brasilien, den er auf Jagdexpeditionen und Autorallyes begleitete. 1934 drehte er im Auftrag der Salesianermissionare einen heute verschollenen Film über deren Wirken bei den Bororo im Mato Grosso und entdeckte so seine Begeisterung für die indigene Bevölkerung. Weitere Foto- und Filmexpeditionen zu den Bororo, Karajá, Xavante und Tapirapé machen allerdings nur einen kleinen Teil seiner Arbeit als Fotojournalist in der Epoche des Aufblühens illustrierter Zeitschriften aus. Neben zahllosen Beiträgen zu brasilianischen und europäischen Illustrierten verfasste Baldi auch ein Jugendbuch, das 1950 in Brasilien und 1952 Deutschland unter dem Titel Uoni-Uoni oder die letzten Indianer am großen Wasser erschien.
Am Ende wurden die Indianer Brasiliens auch zu Baldis Schicksal: Bei einem Aufenthalt unter den Tapirapé im Jahr 1957 wurde seine Frau Ruth durch den Biss einer Kobra getötet, während Baldi selbst noch am selben Tag einem Herzanfall erlag. Beide fanden ihre letzte Ruhestätte am Friedhof des Indianerdorfs.
Baldis Fotos von den Bororo sind am 4. November um 18.30 Uhr im Vortrag von Christian Feest „Zwischen Tradition und Moderne: Die Bororo in der Fotografie der 1930er Jahre“ zu sehen.

Umekichi, die schönste und berühmteste Geisha
Zwei besondere Leckerbissen für Freunde der Musik bietet im Herbst die Veranstaltungsreihe des Museums für Völkerkunde im Rahmen des Japan-Jahrs.
Da ist zuerst im Oktober Umekichi, die heute nicht nur in Japan als die schönste und berühmteste Geisha gilt und deren Musik zunehmend auch das Publikum im Westen begeistert.
Im November konfrontiert uns dann das Kitanodai Gagaku Orchestra mit der alten Tradition des Gagaku („elegante Musik“), die zur Begleitung des Bugaku, einer der japanischen "Welttheatertraditionen", dargeboten wird.
Freitag, 2. Oktober 2009, 20.00 Uhr
Sonntag, 4. Oktober 2009, 20.00 Uhr
Geisha-Gesänge und Tänze präsentiert von Umikichi
Freitag, 13. November 2009, 20.00 Uhr
Samstag, 14. November 2009, 20.00 Uhr
Traditionelle japanische Hofmusik und Tanz
The Kitanodai Gagaku Orchestra
Eintrittspreis: jeweils € 15/€ 10 (ermäßigt)
Kartenreservierungen: 525 24- 5052 oder -5053,
Abendkasse

Innenansicht des Tower of Trongsa, Foto: Christian Schicklgruber
Mittwoch, 30. September 2009, 18.30 Uhr
Vortrag mit Lichtbildern
The Tower of Trongsa:
Museum oder Tempel, Museum und Tempel
Dr. Christian Schicklgruber, Leiter der Sammlung Süd-, Südostasien und Himalaya, Museum für Völkerkunde Wien
Im Auftrag der königlichen Regierung von Bhutan hat der für die Himalayaländer zuständigenKurator des Museums für Völkerkunde Wien ein Museum in Zentralbhutan eingerichtet. In dem nach dreijähriger Bauzeit eröffneten Tower Of Trongsa wird sowohlüber die Geschichte als auch über das religiöse Leben in der großen Wehrburg von Trongsa erzählt, aus deren insgesamt 27 Tempeln auch die meisten Exponate stammen.
Sehen ausländische Besucher in diesen Objekten museale Exponate, ist für Buddhisten das Museum ein Ort der Begegnung mit ihren Göttern. Der Vortrag berichtet über dieses Museum und die verschiedenen Weisen, es zu besuchen, wie auch, warum der König Bhutans eine Woche vor der Eröffnung drei Objekte entfernen ließ.
Montag, 5. Oktober 2009, 18.00 Uhr (pünktlich)
Filmpräsentation - Dokumentarfilm
„Die Ermordung der Lehrerin Bian Zhongyun“
Einführung: Univ.-Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien
Die Ermordung der Lehrerin Bian Zhongyun illustriert den schwierigen Umgang mit der blutigen Geschichte der Kulturrevolution (1966–1976) in der Volksrepublik China. Der Film wurde 2008 in Hongkong als bester Dokumentarfilm prämiert, darf aber in der VR China nicht gezeigt werden und wird hier zum ersten Mal in Österreich präsentiert.

Nigerianische Ladies in festlichen Lace-Kleidern. Copyright: Elegance Magazine 2007
Mittwoch, 7. Oktober 2009, 18.30 Uhr
Vortrag
Austrian Lace. Österreichische Stickereien für Nigeria.
Dr. Barbara Plankensteiner, Leiterin der Sammlung Afrika südlich der Sahara, Museum für Völkerkunde Wien
Seit den 1970er Jahren werden in Vorarlberg Maschinenstickereien für den afrikanischen Markt produziert, die vor allem in Nigeria einen ungebrochen hohen Absatz finden. In Nigeria als "Lace" bekannt, werden die beliebten Stoffe vor allem für so genannte traditionelle Kleidungsstile verwendet und zu feierlichen oder offiziellen Anlässen getragen. Der Vortrag rekonstruiert die Geschichte des kaum bekannten kulturellen Austausches und der transnationalen Handelsbeziehung zwischen Österreich undNigeria und widmet sich der kulturellen Bedeutung der Stickereistoffe in dem westafrikanischen Land.
Mittwoch, 21. Oktober 2009, 18.30 Uhr
Vortrag (in englischer Sprache)
Bulul, Anito, Galgalawa-en: The Presence and Absence of Anthropomorphic Figures that Represent Ancestor Spirits in Highland Northern Luzon
Prof. Ana Maria Theresa P. Labrador, PhD, Ateneo de Manila University, The Philippines
Indigenous religions in the Philippine Cordilleras are represented differently through the absence or presence of anthropomorphic figures. While the Ifugao and Kankana-ey have developed a high level of sculpture manifested in wooden symbolic human forms, the Bontok manifest the presence of their ancestors through stories and rituals or place markers, where the invisible spirits (anitos) frequent. Tiny sheds are built in areas where visiting anitos can rest, rituals are performed on the ridges of mountains where they are known to reside, and alcohol libations are offered to them before rites.
This talk will draw attention not only to objects that museums collect but also to the intangible aspects of their collection, including narratives, information from different sources (other than experts and scholars) and their performative dimensions.

Restaurierung einer bhutanischen Tanzmaske mit traditionellen Materialien (Wasser und Ton). Foto: Timea Tallian
Donnerstag, 22. Oktober 2009, 18.30 Uhr
Vortrag
Buddhas, Dämonen und Watteroller:
Herstellung und Restaurierung sakraler Kunst in Bhutan
Timea Tallian, Restauratorin, Victoria and Albert Museum, London
In dem im Dezember 2008 eröffneten Tower of Trongsa Museum in Zentralbhutan werden buddhistische Bildwerke nicht nur als reine Kunstobjekte ausgestellt, sondern in ihrem lebendigen spirituellen Umfeld dem westlichen Besucher zugänglich gemacht. Der Vortrag behandelt vor allem die umfangreichen Restaurierungsarbeiten an den im Ta Dzong ausgestellten Objekten. Dabei geht es nicht so sehr um spezielle Restaurierungsmethoden, sondern um die intensive Zusammenarbeit mit den Mönchen und den lokalen Handwerkern.
Wie wurden die westlichen Ideen eines Museums und der Konservierung von Kunstwerken von den Mönchen und der lokalen Bevölkerung aufgenommen und verstanden? Und was wissen wir wirklich über die Herstellung, die Rituale und die eigentliche Bedeutung von buddhistischer Kunst? Viele Fragen sind nach wie vor offen, aber es gab auch erstaunliche Einsichten …
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 18.30 Uhr
Vortrag
Schönheit und Reichtum des Lebens: Walter Spies und Bali
Dr. Werner Kraus, Vizepräsident der Walter-Spies-Gesellschaft
Deutschland, und Irina Vogelsang, Südostasienkunde, Universität Passau
Der Maler und Musiker Walter Spies (1895–1942) gehört zu den Mythen der Insel Bali. Es wird ihm nicht nur die Renaissance der balinesischen Malerei zugeschrieben, sondern auch die Erfindung des Kulttanzes Kecak. Daneben gilt er als exemplarischer Kulturarbeiter, der die Menschen "seiner" Insel liebte und im Gegenzug von ihnen verehrt wurde. Was verbirgt sich hinter diesem Anspruch? Wer war Walter Spies und weshalb zog es ihn nach Java und Bali? Welche Bedeutung hatte sein Werk für die indonesische Kunst und wie stark war er an der Konstruktion der Idee von der „Insel der Götter“ beteiligt?
Es erwartet Sie ein spannungsreicher, vielfältiger Abend, der eine dichte Beschreibung des Phänomens Walter Spies bietet.
Mittwoch, 4. November 2009, 18.30 Uhr
Vortrag und Mitgliederversammlung
Zwischen Tradition und Moderne:
Die Bororo in der Fotografie der 1930er Jahre
Univ.-Prof. Dr. Christian Feest, Direktor des Museums für Völkerkunde Wien
Dank der ethnografischen Arbeit der Salesianermissionare, deren eigentlicher Auftrag in der Bekehrung und “Zivilisierung” lag, kann die traditionelle Kultur der Bororo im zentralbrasilianischen Mato Grosso als besonders gut erforscht gelten. Gleichzeitig boten die Missionsstationen optimale Bedingungen für Forscher und andere Besucher. In den 1930er Jahren zählten dazu neben den Ethnologen Claude Lévi-Strauss, Herbert Baldus und Vincenzo Petrullo auch der austrobrasilianische Fotograf Mario Baldi, der schweizer Lehrer Hans Morf und der ebenso aus der Schweiz stammende Pietro Grisoni, der als Chauffeur für die Salesianer tätig war.
Ihnen allen verdanken wir fotografische und teilweise auch filmische Dokumente, die freilich äußerst unterschiedliche Bilder von der Lebensweise der Bororo und ihren Kontakten mit den Missionaren zeichnen. Der Vortrag stellt diese widersprüchlichen Darstellungen der Wirklichkeit einander gegenüber, fragt nach den Ursachen ihrer Unterschiedlichkeit und zieht daraus Schlüsse für die Erforschung von Kulturen als Prozessen.
Im Anschluss an den Vortrag findet die Mitgliederversammlung des Vereins Freunde der Völkerkunde statt.
Dienstag, 10. November 2009
Kleiner Festsaal, Universität Wien
Mittwoch, 11. November 2009
Vortragssaal, Museum für Völkerkunde
jeweils 13.15 bis 17.30 Uhr
Symposium
On the Origin of Societies?
Darwin und die Sozialwissenschaften
Anlässlich des Darwin-Jahres veranstalten das Museum für Völkerkunde Wien, die Universität Wien und die Österreichische Akademie der Wissenschaften ein zweitägiges Symposium.
Nähere Information: www.univie.ac.at/darwinsymp
Donnerstag, 19. bis Sonntag, 22. November 2009
10.00 bis 19.00 Uhr
Internationaler Markt der Völker
Beim 2. Internationalen Markt der Völker präsentieren über 40 Aussteller Kunsthandwerk und Kulinarisches aus Asien, Afrika und Amerika.
Eintrittspreis: € 5/€ 4 (ermäßigt) für den Markt, das Museum und die Sonderausstellung „Made in Japan“.
Nähere Informationen: www.marktdervoelker.de

Objekte aus der Sammlung Pohl, wie sie in einer Vitrine im „Kaiserhaus“ von 1838 bis 1840 ausgestellt waren Aquarell, Anonym, Mitte 19. Jahrhundert, Museum für Völkerkunde Wien
Mittwoch, 25. November 2009, 18.00 Uhr
Seminarraum im Dachgeschoß
Ethnographisches Kabinett*
Im Schatten von Johann Natterer: Die ethnographische
Sammlung von Johann Emanuel Pohl
Dr. Claudia Augustat, Leiterin der Sammlung Südamerika, Museum für Völkerkunde Wien
Die österreichische Expedition, die im Rahmen der Heirat von Erzherzogin Leopoldine mit dem portugiesischen Thronfolger Dom Pedro 1817 nach Brasilien aufbrach, ist vor allem mit dem Namen des Zoologen Johann Natterers verbunden. 18 Jahre Reisezeit und über 50.000 Naturalien und Ethnographica lassen die Ergebnisse anderer Expeditionsteilnehmer in den Hintergrund treten. Dieses ethnographische Kabinett möchte dem entgegenwirken und widmet sich dem Botaniker Johann Emanuel Pohl und seiner ethnographischen Sammlung. Pohl besuchte verschiedene indigene Gruppen in den Provinzen Minas Gerais und Goyaz. Von besonderem Interesse ist seine 115 Objekte umfassende Sammlung, da er einen umfangreichen Reisebericht verfasste, der in vielen Fällen auch die genauen Erwerbsumstände der Objekte dokumentiert. Darüber hinaus gibt er gute Einblicke in das damalige Leben in den Siedlungen, die von der Regierung für die Ansiedlung indigener Gruppen gegründet wurden. Besonders beeindruckt seine Darstellung der Konflikte zwischen Siedlern und Indianern, wobei er – für seine Zeit nicht selbstverständlich – oft auch die Partei Letzterer ergriff.
Mittwoch, 16. Dezember 2009, 18.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung
Sitting Bull
Univ.-Prof. Dr. Christian Feest, Direktor des Museums für Völkerkunde Wien, Kurator der Ausstellung
Bitte um Anmeldung unter info@ethno-museum.ac.at oder
unter (01) 52524 5052 od. 5053 (begrenzte Teilnehmerzahl)
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
Begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at
Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums
Vorträge und Lesungen
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Seminarraum bzw. Vortragssaal des Museums für Völkerkunde Wien
(wenn nicht anders angegeben)
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1
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Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
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Redaktion: Dr. Christian F. Feest und Dr. Claudia Augustat
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Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.khm.at/de/museum-fuer-voelkerkunde
Info zum Telekommunikationsgesetz
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Informationen (Änderung des § 107 Telekommunikationsgesetz). Darin geht es
vor allem um die Eindämmung der Spam-Flut, die uns immer noch mehr
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Die Novelle sieht vor, dass die Zusendung von E-Mails, Faxnachrichten,
Telefonanrufen und SMS ohne vorherige Einwilligung des Empfängers (egal ob
Privatperson oder Unternehmen) unzulässig ist, wenn diese zu Werbezwecken
erfolgt oder auch ohne Werbezweck an mehr als 50 Empfänger gerichtet ist.
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