Sollte dieses Email nicht einwandfrei zu lesen sein, klicken Sie hier, oder kopieren Sie folgenden Link in Ihren Browser: http://www.voelkerkunde.at/news/deutsch/newsletter/2010_1/index.htm

Verein Freunde der Völkerkunde

Newsletter I/2010

Inhaltsverzeichnis

Klicken Sie auf die Links, um zu den gewünschten Beiträgen zu gelangen!

WALTER SPIES? IN WIEN!
MUSEUM NEU?
NEUE KOOPERATION MIT GUYANA
ETHNOHISTORIE, ETHNOLOGIE UND INDIGENES WISSEN
SAKRALE TEXTILIEN IM JUDENTUM

VERANSTALTUNGSPROGRAMM
INFOS zu Vorträgen und Veranstaltungen

IMPRESSUM
INFO zum Telekommunikationsgesetz


WALTER SPIES? IN WIEN!

Walter Spies, „Der Reiher und die Krabbe“, Federtuschezeichnung, um 1935. Museum für Völkerkunde Wien. Inv.Nr. 130.926 (Slg. Helene Potjewyd)

Walter Spies, „Der Reiher und die Krabbe“, Federtuschezeichnung, um 1935. Museum für Völkerkunde Wien. Inv.Nr. 130.926 (Slg. Helene Potjewyd)

Im Oktober 2009 hielt Dr. Werner Kraus in unserem Haus einen Vortrag über den Maler Walter Spies und seine Wirkungsstätte Bali. Im Dezember entdeckte er bei der Durchsicht unseres Bilderarchivs mehrere Zeichnungen, die im Umkreis von Walter Spies entstanden bzw. von ihm selbst gezeichnet worden waren. Diese Entdeckung ist insofern sensationell, da diese Werke bislang gänzlich unbekannt waren. In Zusammenarbeit mit Dr. Kraus soll der Bestand nun erschlossen werden. Über die Ergebnisse werden wir berichten.

Seitenanfang


MUSEUM NEU?

Pressemeldungen im Herbst 2009 haben von einem möglichen Zusammengehen des Museums für Völkerkunde Wien und des Österreichischen Museums für Volkskunde berichtet und dabei allerlei Details aus einem vertraulichen Fusionskonzept zitiert. An dieser Stelle kann lediglich festgehalten werden, dass es zwischen den beiden Museen tatsächlich Gespräche gegeben hat, in denen volle Übereinstimmung im Hinblick auf die Nützlichkeit eines solchen Schritts erzielt wurde.

Grundlage für derartige Erwägungen ist die Einsicht, dass in einem Zeitalter rascher Globalisierung die getrennte Betrachtung außereuropäischer und europäischer Gesellschaften und ihrer Kulturen für ein besseres Verständnis unserer Welt wenig hilfreich ist. Zwar war die Welt immer schon eine von der gesamten Menschheit gemeinsam mitgestaltete Einheit, doch haben in den letzten Jahrzehnten die großen Migrationsströme verbunden mit einem bislang beispiellosen Anwachsen des Austauschs von Information, Wissen und Waren die einst an den Rändern unserer Gesellschaft gelegenen Grenzen zwischen unterschiedlichen Lebensentwürfen in das Zentrum unserer Alltagserfahrung verschoben.

Dringlicher denn je stellt sich die Frage nach Ursachen und Bedeutung der kulturellen Vielfalt, ohne deren Verständnis sich ein Zusammenleben in einer „geschrumpften“ Welt zunehmend schwierig gestaltet. Darüber hinaus ist es an der Zeit zu begreifen, dass die kulturelle Vielfalt unserer Welt nicht nur eine enorme Bereicherung für uns alle ist, sondern auch dass ihre Erhaltung – genau so wie die der natürlichen Artenvielfalt – eine notwendige Voraussetzung für das Überleben der Welt darstellt. Der gemeinsame Wissensschatz der Kulturanthropologie (zu der sich heute die früher auf getrennten Wegen marschierenden Fächer Völkerkunde und Volkskunde bekennen) bietet die Grundlage für die Antwort auf viele Fragen unserer Zeit – im Rahmen eines Museums mit seinen historischen Sammlungsbeständen immer auch aus historischer Sicht.

Wir alle sind Erben einer Geschichte, die durch die Praxis des Kolonialismus ebenso geprägt wurde wie durch die Ideen von „Volkstum“, Nationalstaatlichkeit und der eigenen zivilisatorischen Überlegenheit. Ein neues, gemeinsames Museum kann dazu beitragen, diese Vergangenheit grenzüberschreitend und zukunftsorientiert aufzuarbeiten, ohne dabei die anhaltende Wichtigkeit von Unterschieden für die Erhaltung der Vielfalt zu leugnen.

Ein neues Museum bietet natürlich auch die Chance, die über die Jahrhunderte gesammelten einzigartigen Kulturdokumente der „Sammlung Österreich“ in einer zeitgemäßen Form allgemein zugänglich zu machen und die mit ihnen verbundenen Inhalte in innovativer Form zu vermitteln.

Das gemeinsame Bekenntnis zu diesen Zielsetzungen ist die mögliche Grundlage für ein spannendes und für die Gesellschaft nützliches Projekt, das allerdings auch gewisser organisatorischer Veränderungen und – im internationalen Vergleich relativ bescheidener – finanzieller Voraussetzungen bedarf. Während die inhaltlichen Aspekte von den beiden Museen allein formuliert werden konnten, bedarf es zu ihrer Umsetzung auch einer politischen Willensbildung, die wir nur durch Überzeugungsarbeit fördern können. Wir hoffen dabei ganz besonders auf die Mitglieder der beiden Museumsvereine, die unsere Arbeit aus nächster Nähe beobachten können und daher auch unsere besten Botschafter in der Öffentlichkeit sind.

Seitenanfang


NEUE KOOPERATION MIT GUYANA

Gelungener Neustart in Guyana: Claudia Augustat (Mitte) und Susanne Pink (3. v.l.) mit Vertretern des guyanesischen Kulturministeriums und des Walter Roth Museums, Oktober 2009

Gelungener Neustart in Guyana: Claudia Augustat (Mitte) und Susanne Pink (3. v.l.) mit Vertretern des guyanesischen Kulturministeriums und des Walter Roth Museums, Oktober 2009

1974 wurde das Walter Roth Museum als erstes Museum für Ethnologie im karibischen Raum in Georgetown, der Hauptstadt Guyanas, gegründet. In ihm wurden alle archäologischen und ethnographischen Sammlungen der indigenen Gruppen Guyanas zusammengefasst, darunter auch die seines Namensgebers. Der gebürtige Engländer Walter Roth (1861–1933) war Biologe und Mediziner und entdeckte sein ethnographisches Interesse während eines mehrjährigen Aufenthalts in Australien, wo er sich für den Schutz der Aborigines einsetzte und ihre Kultur dokumentierte. 1915 ging er als Verwaltungsbeamter in das damalige British Guyana, wo er sein Interesse vor allem der materiellen Kultur der indigenen Kulturen widmete. 1924 erschien sein Buch An Introductory Study of the Arts, Crafts, and Customs of the Guiana Indians, das bis heute ein Standardwerk ist. 1928 wurde er der erste Kurator des Museum of the Royal Agricultural and Commercial Society in Georgetown, einer Vorläuferinstitution des National Museum of Guyana.

Heute zeigt das Walter Roth Museum auf zwei Stockwerken eine Schausammlung, die den Besucher in die Geschichte und Kultur der neun indigenen Gruppen einführt, die noch in Guyana existieren. Seine Sammlungen sind für das Museum für Völkerkunde Wien von besonderem Interesse, das selbst über eine umfangreiche Sammlung aus Guyana aus dem 19. Jahrhundert verfügt. Claudia Augustat, die Leiterin der Südamerika-Sammlung unseres Hauses, konnte 2005 und 2008 erste Kontakte mit den Kollegen am Walter Roth Museum knüpfen, wo ihr Interesse an einem Wissensaustausch auf offene Ohren stieß. Durch das Engagement der österreichischen Botschaft für Guyana mit Sitz in Caracas und dem österreichischen Honorarkonsul Ben ter Welle in Georgetown und der Unterstützung des guyanesischen Kulturministeriums konnte im Juni 2009 ein Memorandum of Understanding zwischen den beiden Museen unterzeichnet werden.

Bereits im Oktober konnte Frau Augustat in Begleitung unserer Restauratorin Susanne Pink auf Einladung der österreichischen Botschaft zu einer ersten Bestandsaufnahme nach Georgetown reisen. Auf Wunsch des guyanesischen Kulturministeriums wurden dabei auch das National Museum of Guyana und das Museum of African Heritage mit einbezogen. Eine erste Bilanz zeigt, dass es einen großen Beratungsbedarf im Hinblick auf konservatorische Aufgaben gibt. Das tropische Klima stellt unsere Kollegen in Guyana vor große Herausforderungen. Insbesondere dem Depot des Walter Roth Museums mangelt es an einer Infrastruktur, die Objekte adäquat aufzubewahren. Susanne Pink entwickelte gemeinsam mit dem Magazinverwalter Michael McKenzie ein Konzept, das 2010 umgesetzt werden soll. Auch Planungen für Restaurierungsworkshops laufen bereits an.

Ein großer Wunsch des guyanesischen Kulturministeriums bleibt eine Präsentation der ethnographischen Sammlungen der deutschen Brüder Rudolf und Richard Schomburgk, die zwischen 1836 und 1844 wesentlich zur Erforschung des Landes beitrugen, in Guyana. Die Sammlungen sind heute vor allem auf Museen in England und Deutschland verteilt, aber ein kleiner Bestand befindet sich auch im Museum für Völkerkunde Wien. Wir hoffen, dass es uns 2011 gelingen wird, eine kleine Auswahl von Exponaten in Georgetown zu zeigen. Ob sich auch eine umfangreichere Ausstellung realisieren lässt, wird sich in der Zukunft zeigen.

Seitenanfang


ETHNOHISTORIE, ETHNOLOGIE UND INDIGENES WISSEN

Gemeinsam mit dem Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften lädt das Museum für Völkerkunde Wien zu einem Vortrag in englischer Sprache von Frau Professor Regna Darnell von der University of Western Ontario ein. Professor Darnell, die sich im Rahmen des Canadian Leadership Program auf einer Vortragsreise durch Europa befindet, ist eine der einflussreichsten Historikerinnen der amerikanischen Ethnologie und hat überdies wichtige Feldforschungen bei den Plains Cree und Ojibwa in Ontario durchgeführt. Sie ist Trägerin zahlreicher Auszeichnungen, darunter von der American Philosophical Society und der American Anthropological Association.

Montag, 22. März 2010, 18.30 Uhr
Vortrag
Ethnohistory, Anthropology, and Indigenous Knowledge

Prof. Regna Darnell, University of Western Ontario
Museum für Völkerkunde, Vortragssaal

Der Eintritt ist frei

Seitenanfang


SAKRALE TEXTILIEN IM JUDENTUM

Am 13. März 2010 veranstaltet die Gesellschaft zur Förderung von Textil–Kunst–Forschung einen Programmtag im Museum für Völkerkunde, zu dem auch die Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde herzlich eingeladen sind. Ab 13.30 Uhr sprechen zum Thema der sakralen Textilien im Judentum unter anderem Dr. Veselska vom Jüdischen Museum in Prag („Sephardische Textilien und Vorstellung der Sammlung des Prager Museums“) und Alberto Boralevi aus Florenz („Jewish Carpets and their Use. Examples from the 16th till the 20th Century“).

Nähere Informationen finden Sie demnächst unter www.textilkunst.org

Seitenanfang


Vorträge und Veranstaltungen

Asmat-Figurengruppe (Mutter mit drei Kindern), Mangrovenholz, Pigment, um 1989. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.- Nr. 171.394 (Geschenk der Indonesischen Botschaft). Foto: Museum für Völkerkunde, Fotosammlung

Asmat-Figurengruppe (Mutter mit drei Kindern), Mangrovenholz, Pigment, um 1989. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.- Nr. 171.394 (Geschenk der Indonesischen Botschaft). Foto: Museum für Völkerkunde, Fotosammlung

Mittwoch, 27. Jänner 2010, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Die Asmat – aus Holz geschnitzt und mit einer Trommel zum Leben erweckt

HR Dr. Gabriele Weiss, Leiterin der Sammlung Ozeanien und Australien, Museum für Völkerkunde Wien
Seminarraum im Dachgeschoß

40.000 Asmat leben im gleichnamigen Siedlungsgebiet zwischen Lorentz- und Digul-Fluss an der Südküste Westpapuas. Das tägliche Leben und die spirituelle Vorstellungswelt manifestieren sich in Gebrauchsgegenständen und Ritualobjekten, in Taschen, Schüsseln, Steinäxten, Kleidung, Schmuck, Schilden, Speeren, Booten, Paddeln, Ahnenpfosten, Figurengruppen, Blashörnern und Trommeln.

Holz ist dabei der Urstoff allen Seins. Die Asmat-ow, „Wir, die wahrhaftigen Menschen“ oder As-asmat, „Wir, die Baummenschen“ wurden einst von einem Urzeitwesen aus einem Baumstamm geschnitzt und mit einer Trommel zum Leben erweckt. Mit der Vollendung eines Werkstückes wiederholt der Schnitzer einen Schöpfungsakt. Der Asmat-Künstler (wow cescu ipit, kluger Mann) genießt in seiner Gemeinschaft bis heute ein ähnlich hohes Ansehen wie ein erfolgreicher Krieger oder Kopfjäger vor 70 Jahren.

Seitenanfang

Sitting Bull als Pferdedieb. National Anthropological Archives, Washington

Sitting Bull als Pferdedieb. National Anthropological Archives, Washington

Mittwoch, 3. Februar 2010, 18.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung Sitting Bull und seine Welt
Univ.-Prof. Dr. Christian Feest, Direktor des Museums für Völkerkunde Wien und Kurator der Ausstellung

„Sitting Bull und seine Welt“ erzählt die Geschichte eines Anführers der Hunkpapa-Lakota, der durch seine angebliche Rolle in der Schlacht am Little Bighorn (1876) nationalen und internationalen Ruhm erlangte, und der Lakota, die sich zum Zeitpunkt seiner Geburt (1831) als „Herren der Welt“ betrachteten und im Jahr seines gewaltsamen Todes (1890) zu Almosenempfängern der amerikanischen Regierung geworden waren.

Bitte um Anmeldung unter info@ethno-museum.ac.at oder
unter (01) 52524 5052 od. 5053 (begrenzte Teilnehmerzahl)

Seitenanfang

Borobudur, Zentraljava. Foto: Claudia Augustat, 1993

Borobudur, Zentraljava. Foto: Claudia Augustat, 1993

Mittwoch, 10. Februar 2010, 18.00 Uhr
Vortrag mit Lichtbildern
Wer baute den Borobudur? Zu den Grundlagen der Baugeschichte javanischer Tempel.

Dr. Wolfgang Marschall, Prof. emer., Universität Bern

Der größte buddhistische Tempel der Erde steht in einem fruchtbaren Gebiet in Mitteljava. Die Bauzeit und die Weihe des Tempels liegen kurz vor und nach dem Jahr 800. Dass dieses Bauwerk wie viele weitere in dieser Umgebung, so etwa der hinduistische Tempel Prambanan, auf indische Bauformen und Bildgeschichten zurückgehen, ist evident.
Aber welches sind die Vorbilder in Indien, und wie kamen die indischen Ideen nach Indonesien? Dr. W. Marschall, emeritierter Professor für Ethnologie der Universität Bern, wird mit reichem Bildmaterial verschiedenen Interpretationen dieses einflussreichen Prozesses nachgehen.

Seitenanfang

Keule aus den Marquesas-Inseln. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.-Nr. 163.746 (Slg. Mechitaristen-Kongregation 1982). Foto: Gerhard Vesely, Museum für Völkerkunde

Keule aus den Marquesas-Inseln. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.-Nr. 163.746 (Slg. Mechitaristen-Kongregation 1982). Foto: Gerhard Vesely, Museum für Völkerkunde

Mittwoch, 24. Februar 2010, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Harte Nuss. Keulen aus Ozeanien

Mag. Milène Cresenz Rossi, Volontärin an der Sammlung Ozeanien, Museum für Völkerkunde Wien
Seminarraum im Dachgeschoss

Die Waffen, besonders die Keulen Ozeaniens, haben die Reisenden sowie die Sammler in Vergangenheit und Gegenwart immer wieder fasziniert. Das Depot des Museums für Völkerkunde Wien verwaltet zahlreiche Keulen aus diversen Epochen und verschiedenen Gebieten Ozeaniens. Die berühmtesten Objekte stammen aus der Sammlung James Cook. Keulen waren die bevorzugten Waffen der Polynesier und Melanesier, seltener findet man sie in Mikronesien. Eisen als Rohstoff war nicht vorhanden, Holz war das einzig verfügbare Material, das der Gestaltung der Waffen bestimmte Beschränkungen auferlegte.

Krieg war ein wichtiges Element im Leben der Bewohner der ozeanischen Inselwelt und der zum Teil schwierigen Lebensbedingungen. Keulen besaßen aber verschiedene Funktionen; sie dienten nicht nur als Waffen, sondern auch als Prestige-, Tanz- oder Zeremonialgegenstände.

Seitenanfang

Ringkampf des Buddha. Foto: Gerald Kozicz

Ringkampf des Buddha. Foto: Gerald Kozicz

Mittwoch, 10. März 2010, 18.30 Uhr
Vortrag
Die zweite Generation von Alchi

Dipl.Ing. Dr. Gerald Kozicz, Technische Universität Graz

Wie kaum eine andere Tempelanlage des tibetischen Kulturkreises hat der Tempelbezirk von Alchi in Ladakh in den letzten Jahren das Interesse der wissenschaftlichen Forschung wie auch der touristischen Nutzung auf sich gezogen. Während die Tempel der Gründungsphase aus dem 12. Jahrhundert, der Dukhang (Versammlungsraum) und der Sumtsek (dreigeschossiger Tempel) in hohem Maße analysiert und publiziert wurden, sind andere, später errichtete Tempel innerhalb des Tempelbezirks und in der nahen Umgebung fast vollkommen unbeachtet geblieben.

Vom künstlerischen Standpunkt aus betrachtet mit weniger Sorgfalt und Können ausgestattet, spiegeln diese Tempel dennoch einen wichtigen Teil der Entwicklungsgeschichte des tibetischen Buddhismus in der Region des westlichen Himalaya wider. Nicht nur in Bezug auf ihren ikonographischen Inhalt, sondern auch durch ihre räumliche Ordnung liefern diese Monumente der zweiten Generation wie der Lhakhang Soma (Neuer Tempel) oder die Tempel von Alchi Gompa (Tsatsapuri) einen deutlichen Beweis für eine sich langsam ändernde Raumauffassung. Der Vortrag wird auf der Basis von Bildern, detaillierten Plänen und Wandabwicklungen diese Entwicklung nachvollziehen und das Zusammenwirken von architektonischem Raum, Konstruktion und der Ordnung des ikonographischen Inhalts in der Form von Votivstupas, Wandmalereien und Lehmfiguren nachzeichnen.

Seitenanfang

Michael Obert, Reisender und Buchautor

Michael Obert, Reisender und Buchautor

Mittwoch, 24. März 2010, 18.30 Uhr
Lesung
Chatwins Guru und ich – Meine Suche nach Patrick Leigh Fermor

Michael Obert, Buchautor und Journalist, Berlin
Säulenhalle

Generationen von Reisenden verehren ihn, für Bruce Chatwin war er der „letzte Guru“, und auch Michael Obert bewegt sich in der Tradition des ältesten schreibenden Vagabunden: Patrick Leigh Fermor. 1933 wanderte der Engländer zu Fuß von Rotterdam nach Istanbul; für Obert steht er am Anfang seines eigenen Umherschweifens. Als er erfährt, dass Fermor noch leben soll, macht er sich Hals über Kopf auf die Suche nach dem fast Hundertjährigen. Es ist eine Pilgerfahrt mit ungewissem Ausgang. Obert reist von Berlin über Wien nach Bratislava, durch Ungarn, Serbien, Rumänien, Bulgarien und Albanien bis auf den südlichen Peloponnes. Dabei erkundet er einen ihm fremden Teil der Welt. Seine Begegnungen münden in ein ebenso persönliches wie poetisches Porträt Osteuropas. Doch bis zum Schluss bleibt die Frage: Wird der Reisende am Ende seinen Mentor finden?

Seitenanfang

VORTRAGSREIHE „SITTING BULL“

Im Zusammenhang mit der Ausstellung „Sitting Bull und seine Welt“ veranstaltet das Museum für Völkerkunde eine Vortragsreihe, jeweils donnerstags um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei!

28.1.
Christian Feest (Wien), Sitting Bull. Der Mann mit den vielen Gesichtern

11.2.
Karl-Markus Kreis (Dortmund), Die Sioux und das Christentum

25.2.
André Köhler (Radebeul), Standing Bears Zeichnung der Indianerschlacht am Little Bighorn aus dem Karl-May-Museum Radebeul

4.3.
Rainer Hatoum (Berlin), Sitting Bulls Liederwelten

11.3.
Peter Bolz (Berlin), Lakota im 20. Jahrhundert: Die Entwicklung der modernen Reservationskultur

Seitenanfang


Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
Begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums

Vorträge und Lesungen
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Seminarraum bzw. Vortragssaal des Museums für Völkerkunde Wien
(wenn nicht anders angegeben)
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1

Seitenanfang


Sollte der Newsletter nicht richtig dargestellt werden, finden Sie ihn als PDF-Datei unter www.voelkerkunde.at/news/deutsch/newsletter/2010_1/letter10_1.pdf
Wenn Sie sich von unserem Newsletter abmelden möchten, schicken Sie ein kurzes Email an freunde@voelkerkunde.at

Impressum

Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
freunde@voelkerkunde.at
Tel.: (01) 52524-5052 oder -5053
Redaktion: Dr. Christian F. Feest und Dr. Claudia Augustat

Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.khm.at/de/museum-fuer-voelkerkunde

Seitenanfang


Info zum Telekommunikationsgesetz

Seit 1. März 2006 gelten Bedingungen für die Zusendung elektronischer Informationen (Änderung des § 107 Telekommunikationsgesetz). Darin geht es vor allem um die Eindämmung der Spam-Flut, die uns immer noch überschwemmt.
Die Novelle sieht vor, dass die Zusendung von E-Mails, Faxnachrichten, Telefonanrufen und SMS ohne vorherige Einwilligung des Empfängers (egal ob Privatperson oder Unternehmen) unzulässig ist, wenn diese zu Werbezwecken erfolgt oder auch ohne Werbezweck an mehr als 50 Empfänger gerichtet ist.
Falls Sie also versehentlich in unseren Verteiler gerutscht sind und keine Newsletter vom Verein Freunde der Vökerkunde mehr erhalten wollen, bitten wir Sie hiermit, sich mittels einer kurzen Rückmeldung bei uns abzumelden. Ihre E-Mailadresse wird dann sofort aus unseren Verteilerlisten entfernt.
Wir werten es hingegen als Zustimmung, wenn Sie sich nicht abmelden und schicken Ihnen dann auch weiterhin unseren Newsletter, um Sie regelmässig über unsere Aktivitäten zu informieren. Überdies besteht, wie schon bisher, jederzeit die Möglichkeit sich von diesem Newsletter abzumelden.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Verein "Freunde der Völkerkunde"

Seitenanfang