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Newsletter II/2010
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JAMES COOK, DER ENTDECKER
JAMES COOK UND DIE ENTDECKUNG DER SÜDSEE
6. TAGE DER KULTUR- UND SOZIALANTHROPOLOGIE
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Weibliche Figur ta maka fakamanatu lei aus Walzahnelfenbein. Tonga, um 1770. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 146 (Slg. James Cook). Foto: Atelier KHM
Der Sommer 2010 steht im Museum für Völkerkunde Wien im Zeichen der Südsee. Die große Wiener Sammlung von den Cookschen Reisen, deren Erwerb 1806 den Grundstock für die Sammlungen unseres Museums bildete, reicht uns diesmal nicht: “James Cook und die Entdeckung der Südsee” wird vom 12. Mai bis 13. September etwa 500 Objekte aus rund 40 Museen auf 1400 Quadratmetern zur bisher größten Würdigung des berühmtesten Seefahrers des 18. Jahrhunderts vereinen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.
JAMES COOK UND DIE ENTDECKUNG DER SÜDSEE

Armschmuck aus Eberhauern, Hawaii, um 1775. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 196 (Slg. James Cook). Foto: Atelier KHM

William Hodges, Die Kriegsboote der Insel Otaheite. Öl auf Leinwand, 1777. National Maritime Museum, Greenwich
James Cook (1728–1779) verdankt seinen bis heute anhaltenden Ruhm seinen drei zwischen 1768 und 1779 unternommen Weltumseglungen, auf denen er mit der Erkundung des noch weitgehend unkartierten Pazifischen Ozeans sowie der Suche nach dem vermuteten Südkontinent und einer Nordwestpassage zwischen Asien und Amerika zur Abrundung der europäischen Kenntnis der Welt beitrug. Die von der britischen Admiralität finanzierten Reisen dienten sowohl wissenschaftlichen wie geostrategischen Interessen und wurden von einem internationalen Team von Künstlern und Wissenschaftlern begleitet. Während die Wissenschaftler im Geist der Aufklärung zu einem auf der Vernunft gestützten Bild der Welt und einer systematischen Katalogisierung ihrer Tiere, Pflanzen und Völker beitrugen, förderten die Bilder und Berichte der Reisenden die Entstehung eines romantischen Bilds der Südsee als Inselparadies mit weitem Horizont und ungeahnten Freiheiten. Cooks gewaltsamer Tod auf der von ihm entdeckten Inselgruppe Hawaii machte ihn unter Zeitgenossen zum Helden der europäischen Besitznahme der Welt.
Mit rund 500 Exponaten, die in dieser Zahl erstmals seit der Rückkehr der Reisenden aus Museen und Privatsammlungen Europas, Amerikas und Australiens zusammengetragen wurden, erzählt die Ausstellung von James Cooks Reisen an die letzten Grenzen der Erde und den dabei gewonnenen Erkenntnissen im Bereich der Astronomie, Naturgeschichte, Geographie und Ethnologie sowie den Erfahrungen und Neuerungen im Bereich der Seefahrt. Sie zeigt vor allem eine Fülle kostbarer Kulturdokumente der Völker der pazifischen Inselwelt und von der Nordwestküste Nordamerikas, darunter beeindruckende Federarbeiten, verzierte Rindenbaststoffe und Schnitzwerke, aber auch die Geräte des täglichen Bedarfs, Kleidung, Schmuck und Waffen, wie sie schon bald danach unter westlichem Einfluss nicht mehr hergestellt wurden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung sind die Gemälde und Zeichnungen, die von den mitreisenden Malern angefertigt wurde, zu denen kurzfristig auch der aus Tahiti stammende Tupaia zählte, dem wir die ältesten bekannten Zeichnungen auf Papier eines Polynesiers verdanken. Sie legen Zeugnis ab von einer von der westlichen Zivilisation noch unberührten Welt und vom Abenteuer der spektakulärsten Entdeckungsreise des 18. Jahrhunderts.
Museum für Völkerkunde Wien
12. Mai 2010–13. September 2010
Eine Ausstellung des Museums für Völkerkunde Wien – Kunsthistorisches Museum
in Zusammenarbeit mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, und dem Historischen Museum Bern
Konzept
Wissenschaftliche Arbeitsgruppe unter Leitung von Adrienne L. Kaeppler, Washington
Ausstellungskurator
Christian Feest
6. TAGE DER KULTUR- UND SOZIALANTHROPOLOGIE

Plakat der 6. KSA Tage
Am 22. und 23. April 2010 veranstalten das Institut für Kultur- und Sozialanthropologie gemeinsam mit dem Institut für Sozial-anthropologie (Zentrum Asienwissenschaften und Sozialanthropologie, Österreichische Akademie der Wissenschaften) und dem Museum für Völkerkunde zum 6. Mal die Tage der Kultur- und Sozialanthropologie. In 16 Workshops wird die Vielfalt der Forschungslandschaft repräsentiert.
Das Museum für Völkerkunde ist heuer mit einem Workshop zum Thema „Nachwuchs im Museum“ vertreten, der Beispiele studentisch-wissenschaftlicher Forschung an ethnologischen Museen vorstellt. Insbesondere Diplomarbeiten und Dissertationen beschäftigen sich mit Sammlungsbeständen von Museen und tragen wesentlich zu ihrer Erschließung bei. Die Arbeiten, die derzeit im Museum für Völkerkunde Wien betreut werden und in den letzten Jahren dort entstanden sind, zeigen dabei eine große regionale und thematische Vielfalt, wobei nicht nur die ethnographischen Sammlungen, sondern auch Bestände der Fotosammlung und des Schriftenarchivs berücksichtigt werden/wurden.
Sechs Papers sind eingereicht worden: Stefanie Liener beschäftigt sich mit der österreichischen Ethnologin Wanda Hanke, die mit zahlreichen Sammlungen in unserem Haus vertreten ist und unternahm hierfür im letzten Jahr eine Forschungsreise nach Brasilien und Argentinien. Oliver Moiseanu setzt sich in seinem Vortrag mit der Repräsentation des Fremden in der Sammlung Schadenberg von den Philippinen auseinander und Elisabeth Seyerl stellt ihre Arbeit über Kostüme des javanischen Wayang Golek vor. Univ.-Prof. Dr. Andrea Rieger-Jandl und Stefan Heid präsentieren den Stand ihrer Forschungen zu indonesischen Hausmodellen und Dr. Georg Schifko läßt uns an seinen Gedanken zur Maori-Sammlung des Leipziger Völkerkunde-museums teilhaben. Abschließend berichtet Mag. Milène Cresenz Rossi über ihre Erfahrungen als Doktorandin und Volontärin an der Sammlung Ozeanien an unserem Haus. Moderiert wird der Workshop von Dr. Claudia Augustat, der Leiterin der Sammlung Südamerika. Für die Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde verspricht der Workshop damit weitere spannende Einblicke in die Sammlungen unseres Hauses.
Ort und Uhrzeit:
23. April 2010, 10.00–12.00 und 13.00–14.00 Uhr
Seminarraum D
Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universitätsstraße 7, 1010 Wien
Wenn Sie Interesse an diesem oder an anderen Workshops der Tage der Kultur- und Sozialanthropologie haben können Sie das Programm auf der Homepage http://www.univie.ac.at/ksa/html/inh/aktu/tage.htm abrufen.
Der Eintritt zu allen Workshops und Vorträgen ist frei.
Der Verein Freunde der Völkerkunde ist jetzt auch auf Facebook vertreten. Facebook ist ein soziales Netzwerk im Internet auf dem Personen, Gruppen und Vereine eine eigene Profilseite besitzen und sich über diese miteinander vernetzen können. Wenn Sie auf Facebook einen Account haben und ein Fan des Vereins Freunde der Völkerkunde werden, werden Sie über alle Veranstaltungen informiert. Im Unterschied zu unserer Homepage können Sie hier auch Veranstaltungen kommentieren, uns eine Nachricht zukommen lassen oder den Verein und seine Veranstaltungen ihren Freunden weiter empfehlen. Betreut wird die Seite von Mag. Katharina Kepplinger, die sich als ehemalige Mitarbeiterin unseres Hause und aktuelles Mitglied des Vereins von ihrem neuen Wohnsitz Madrid auch weiterhin für uns engagiert. Dafür sei ihr an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.
Siehe www.facebook.com
Am 13. März 2010 veranstaltet die Gesellschaft zur Förderung von Textil–Kunst–Forschung einen Programmtag im Museum für Völkerkunde, zu dem auch die Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde herzlich eingeladen sind. Ab 13.30 Uhr sprechen zum Thema der sakralen Textilien im Judentum unter anderem Dr. Veselska vom Jüdischen Museum in Prag („Sephardische Textilien und Vorstellung der Sammlung des Prager Museums“) und Alberto Boralevi aus Florenz („Jewish Carpets and their Use. Examples from the 16th till the 20th Century“).
Daniel Everett
Das glücklichste Volk. Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas.
München 2010: DVA Sachbuch.
Als Daniel Everett 1977 mit Frau und Kindern in den brasilianischen Urwald reiste, wollte er als Missionar den Stamm der Pirahã, der ohne Errungenschaften der modernen Zivilisation an einem Nebenfluss des Amazonas lebt, zum christlichen Glauben bekehren. Er begann die Sprache zu lernen und stellte schnell fest, dass sie allen Erwartungen zuwiderläuft. Die Pirahã kennen weder Farbbezeichnungen wie rot und gelb noch Zahlen, und folglich können sie auch nicht rechnen. Sie sprechen nicht über Dinge, die sie nicht selbst erlebt haben – die ferne Vergangenheit also, Fantasieereignisse oder die Zukunft. Persönlicher Besitz bedeutet ihnen nichts. Everett verbrachte insgesamt sieben Jahre bei den Pirahã, fasziniert von ihrer Sprache, ihrer Sicht auf die Welt und ihrer Lebensweise. Sein Buch ist eine gelungene Mischung aus Abenteuererzählung und der Schilderung spannender anthropologischer und linguistischer Erkenntnisse. Und das Zeugnis einer Erfahrung, die das Leben Everetts gründlich veränderte.
VERANSTALTUNGEN ANDERER INSTITUTE UND VEREINE
Fluch der Karibik
Vom 6. bis 9. Mai 2010 findet in der Urania ein internationaler Kongress zum Thema Outlaws im karibischen Raum in Geschichte und Gegenwart statt. Veranstalter ist die Forschungsgesellschaft für den kontinentalamerikanischen und Karibischen Raum (KonaK).
Detaillierte Informationen finden Sie unter www.konak-wien.org
Ethnocineca 2010
Die ETHNOCINECA stellt eine in Wien einzigartige Filmwerkschau zur Auseinandersetzung mit kultur- und sozialanthropologischen Themen dar. Heuer findet sie vom 18.–21. Mai 2010 im KosmosTheater und im Café 7*Stern statt.
Detaillierte Informationen finden Sie unter www.ethnocineca.at

Inka Yupanqui. Ölgemälde,unbekannte Herkunft, frühes 19.Jh.?
Mittwoch, 5. Mai 2010, 18.30 Uhr
Vortrag
Die Inka und ihr Fortleben in Kunst und Imagination
Prof. Dr. Iris Gareis, Ethnologin, Universität Frankfurt
Als Francisco Pizarro 1532 die Eroberung des Inkareiches einleitete, brachte er den größten vorkolumbischen Staat Amerikas zu Fall. Legendär wurde der letzte Herrscher Atahualpa durch den riesigen Schatz an Gold und Silber, den er im Tausch um sein Leben den Spaniern übergab. Obwohl Atahualpa 1533 nach einem Scheinprozess hingerichtet wurde, lebte der letzte Inka in der Vorstellung weiter. Schon zwanzig Jahre nach der Conquista wurde sein Tod als Tragödie aufgeführt. Imaginäre Inka-Portraits in Ölgemälden oder Kupferstichen hielten die Erinnerung an die ehemaligen Herrscher Perus wach. Auch in der Vorstellung der Europäer lebten die Inka weiter fort: Mehrfach bevölkerten sie die Opernbühnen Europas, waren im Theater zu sehen oder in philosophischen Werken vertreten.
Der Vortrag begleitet die Inka auf ihrem Weg durch die Jahrhunderte und zeichnet ihre Entwicklung von tragischen Gestalten, über tyrannische Herrscher zu romantischen Helden nach.
Mittwoch, 12. Mai 2010, 18.30 Uhr
Vortrag (in englischer Sprache)
The Leverian Museum and the Origin of the Museum für Völkerkunde in Vienna
Dr. Adrienne Kaeppler, Smithsonian Institution, Washington, DC
In the late eighteenth century the museum owned in London by Sir Ashton Lever became the recipient of many of the „artificial curiosities“ brought to England in the course of Captain James Cook’s three voyages of discovery. Beset by financial problems, the museum in 1786 was disposed of by lottery and won by James Parkinson, who operated in for another 20 years. The Leverian (or Parkinson’s) Museum was finally sold at a spectacular auction between 5 May and 18 July 1806. The more than 230 ethnographic objects obtained on this occasion for the Imperial Cabinet of Natural History in Vienna became the founding collection of what would in the course of time become the Museum für Völkerkunde in Vienna.
Adrienne Kaeppler is a leading authority on Cook’s voyages and the author of a forthcoming book on the Leverian Museum.

Federmantel, Hawaii, um 1775. Museum für Völkerkunde Wien, Inv.Nr. 179 (Slg. James Cook)
Mittwoch, 19. Mai 2010, 18.00 Uhr und
Sonntag, 23. Mai 2010, 10.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung*
James Cook und die Entdeckung der Südsee
HR Dr. Gabriele Weiss, Leiterin der Sammlung Ozeanien und Australien, Museum für Völkerkunde Wien
Die Führung ist begrenzt auf 30 Teilnehmer. Bitte um Anmeldung unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

„Sommerpalast“ in der Ausstellung des Shanghai Art Museum, 2009. Foto: Bettina Zorn
Mittwoch, 26. Mai 2010, 18.30 Uhr
Vortrag
Rot, Hell und Glänzend. Die Kunstausstellung zum 60.jährigen Jubiläum der VR China.
Dr. Bettina Zorn, Leiterin der Sammlung Ostasien, Museum für Völkerkunde Wien
Die im Jahr 2009 in den staatlichen Kunstmuseen in Beijing und Shanghai gezeigte Kunstausstellung zum Gründungstag der VR China, steht in der Tradition der propagierten Kunstausstellungen in der VR China.
In Vorbereitung einer Ausstellung zur Kulturrevolution 1966–1976 am Museum für Völkerkunde sollen Parallelen in der Darstellung der offiziellen Kunst aufgezeigt werden.

Johann Heinrich Tischbein oder Anton Graff, “Georg Forster”. Öl auf Leinwand, spätes 18. Jahrhundert Museum der Weltkulturen, Frankfurt am Main
Donnerstag, 10. Juni 2010, 18.30 Uhr
Vortrag (mit Lichtbildern)
„... für das Studium der Menschheit und der Völkerkunde“
Die Göttinger Cook/Forster-Sammlung
Dr. Gundolf Krüger, Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung, Universität Göttingen
Die beiden deutschen Naturforscher Johann Reinhold Forster und dessen Sohn Georg waren die namhaftesten Teilnehmer an der zweiten Cookschen Reise (1772–1775). Im Umfeld der wissenschaftlichen Kontakte zwischen den Reisenden und Gelehrten der Universität Göttingen (wo 1770–1771 erstmals die Begriffe „Ethnographie“ und „Völkerkunde“ verwendet wurden) gelangten etwa 500 Objekte von den Reisen James Cooks in das „Academische Museum“ der Universität – der weltweit größte Bestand von Kulturdokumenten des 18. Jahrhunderts aus dem Pazifischen Raum.
Der Vortrag bietet einen Überblick über die Geschichte und den Inhalt der Göttinger Cook/Forster-Sammlung, die im Rahmen der Wiener Ausstellung „James Cook und die Entdeckung der Südsee“ leider nicht gezeigt werden können.
Mittwoch, 16. Juni 2010, 18.30 Uhr
Vortrag und Führung*
Krebs, Fisch und Vogel.
Zoologische Objekte aus der Sammlung James Cook im Naturhistorischen Museum Wien
Dr. Verena Stagl, 3. Zoologische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien
Mit den europäischen Entdeckungsreisen im Zeitalter der Aufklärung begann auch die systematische Erforschung der Tierund Pflanzenwelt der Südsee – ganz im Sinne der biologischen Systematik des schwedischen Arztes und Naturforschers Carl von Linné (1707–1778). Zahlreiche zoologische Präparate, Herbarexemplare, Skizzen, Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde dokumentieren die Arbeit der Naturwissenschaftler wie Joseph Banks, Carl Daniel Solander, Johann Reinhold und Georg Forster, die Kapitän James Cook auf seinen Weltumsegelungen begleiteten. Die wissenschaftliche Aufarbeitung und Analyse der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Naturaliensammlung ist Gegenstand laufender Forschungen am Naturhistorischen Museum in Wien.

Patient nach einer therapeutischen Abreibung mit Blättern des guandúl. Comendador, Distrikt Elias Piña, Grenzgebiet zu Haiti.
Foto: Yvonne Schaffler, 2004
Mittwoch, 23. Juni 2010, 18.30 Uhr
Vortrag (mit Lichtbildern und Videos)
Vodú? Das ist Sache der Anderen! Kreolische Glaubens und Heilpraktiken in der Dominikanischen Republik
Dr. Yvonne Schaffler, Ethnologin, Universität Wien
Während über den haitianischen vodú bereits einige Werke namhafter AutorInnen erschienen sind, sind vergleichbare Praktiken im Ostteil der Insel Hispaniola – dem Touristenparadies Dominikanische Republik – bisher kaum dokumentiert worden. Der Vortrag bietet einen Überblick über die zu Heilzwecken eingesetzten kreolischen Praktiken, die in der Dominikanischen Republik (abgesehen vom Arztbesuch) in physischen und psychischen Notlagen zur Anwendung kommen. Die Bandbreite reicht von Heilszenarien, bei denen unter Anrufung katholischer Heiliger mittels Handauflegen „gesundgebetet“ wird, über Exorzismen, bei denen krankmachende eingedrungene Geister auf Tiere übertragen werden, bis hin zu „Besessenheitsriten“, die der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der Balance zwischen Menschen und Geistern dienen. Trotz struktureller Ähnlichkeiten will man sich in der Dominikanischen Republik aber von der Praxis der benachbarten Nation abgrenzen, denn vodú – das ist Angelegenheit der HaitianerInnen, das ist Sache der Anderen.
Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung
„James Cook und die Entdeckung der Südsee“
Anlässlich der großen Cook-Ausstellung bietet das Museum für Völkerkunde ein vielfältiges Rahmenprogramm an, das teilweise gemeinsam mit der Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft und der Gesellschaft zur Förderung der Textil-Kunst-Forschung veranstaltet wird.
Eintritt frei.
Sonntag, 16. 5. 2010, 11.00 Uhr: Videodokumentation.
Benjamin Ochse (Berlin): Ngaro Rangi Taonga Puoro. Die vergessenen Musikinstrumente der Maori
Donnerstag, 20. 5. 2010, 18.30 Uhr: Lesung
Lukas Hartmann: Bis ans Ende der Meere. Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook
Samstag, 29. 5. 2010, 14.00 Uhr: Vortrag und Führung*
Roswitha Zobl (Wien): Tahiti, Tonga und Hawaii – die Rindenbaststoffe der Wiener Cook-Sammlung
Sonntag, 20. 6. 2010, 14.00 Uhr: Vortrag und Führung*
Kerry Tattersall (Wien): James Cook in Australien
Mittwoch, 30. 6. 2010, 18.30 Uhr: Vortrag und Führung*
Rüdiger Wolf (Schloss Rosenau): Der Naturforscher, Schriftsteller und Freimaurer Georg Forster in Wien (1784)
Sonntag, 5. 9. 2010, 14.00 Uhr: Vortrag und Führung*
Gabriele Weiss (Wien): James Cook in Hawaii
Sonntag, 12. 9. 2010, 14.00 Uhr: Vortrag und Führung*
Christian Feest (Wien): James Cook in Nordamerika
Donnerstag, 24. 6. 2010, ganztägiges Symposium und Stephan Wurm Lecture zum Thema Klimawandel im Pazifik
(veranstaltet von der Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft)
Australische Botschaft, Mattiellistraße 2-4, 1040 Wien
* Teilnehmerzahl begrenzt auf 30 Personen. Anmeldung Tel. 525 24 5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at
Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen
*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
Begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at
Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums
Vorträge und Lesungen
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Seminarraum bzw. Vortragssaal des Museums für Völkerkunde Wien
(wenn nicht anders angegeben)
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1
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Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
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Tel.: (01) 52524-5052 oder -5053
Redaktion: Dr. Christian F. Feest und Dr. Claudia Augustat
Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.khm.at/de/museum-fuer-voelkerkunde
Info zum Telekommunikationsgesetz
Seit 1. März 2006 gelten Bedingungen für die Zusendung elektronischer
Informationen (Änderung des § 107 Telekommunikationsgesetz). Darin geht es
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Die Novelle sieht vor, dass die Zusendung von E-Mails, Faxnachrichten,
Telefonanrufen und SMS ohne vorherige Einwilligung des Empfängers (egal ob
Privatperson oder Unternehmen) unzulässig ist, wenn diese zu Werbezwecken
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