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Verein Freunde der Völkerkunde

Newsletter IV/2010

Inhaltsverzeichnis

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AFRICAN LACE
AFRICAN LACE. ÖSTERREICHISCHE STOFFE FÜR NIGERIA
UNSICHTBARE WELTEN. MENSCH/NATUR/ ÜBERNATUR
VERSTÄRKUNG: AFRIKA SÜDLICH DER SAHARA

VERANSTALTUNGSPROGRAMM
INFOS zu Vorträgen und Veranstaltungen

IMPRESSUM
INFO zum Telekommunikationsgesetz


AFRICAN LACE

Mekwuye Godwin: Dreiteiliges Herrenensemble 2010. Modell: Mekwuye Godwin für Vivid Imagination, Lagos. Stoffe: Fa. Ernst Bösch, Lustenau. Foto: Moussa Moussa

Mekwuye Godwin: Dreiteiliges Herrenensemble 2010. Modell: Mekwuye Godwin für Vivid Imagination, Lagos. Stoffe: Fa. Ernst Bösch, Lustenau. Foto: Moussa Moussa

Farbenprächtige, industriell bestickte Stoffe prägen seit über fünfzig Jahren das öffentliche Erscheinungsbild von Nigerianern weltweit und sind zu einem fixen Bestandteil der nigerianischen Festbekleidung und Mode geworden. Zum ersten Mal widmet sich eine Ausstellung der Geschichte und kulturellen Bedeutung dieser zu einem großen Teil in Österreich hergestellten African Lace-Stoffe in Nigeria. Multimedial und innovativ verbindet die Ausstellung „African Lace” Ethnologie und Kunst und zeichnet so die österreichischnigerianischen Handelsbeziehungen ebenso wie ein faszinierendes Kapitel der afrikanischen Modegeschichte nach.

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AFRICAN LACE. ÖSTERREICHISCHE STOFFE FÜR NIGERIA

Adolphus Opara: Hochzeit von Tola Olateru Olagbegi und Segun Akerele, Christ Apostolic Cathedral, Lagos. Foto: aus der Serie Eko for Show 2009

Adolphus Opara: Hochzeit von Tola Olateru Olagbegi und Segun Akerele, Christ Apostolic Cathedral, Lagos. Foto: aus der Serie Eko for Show 2009

Lace (Spitzen) sind eigentlich industrielle Stickereien, die seit dem späten 19. Jahrhundert in der Schweiz (St. Gallen) und Österreich (Lustenau) hergestellt werden. Seit den frühen 1960er Jahren werden besondere Designs und Qualitäten für den westafrikanischen Markt produziert. Auf ihrer Suche nach neuen Absatzmärkten gelangten österreichische Stickereifabrikanten in das gerade unabhängig gewordene Land Nigeria und begannen Geschäftsbeziehungen mit lokalen Textilhändlern, die zu einem regen Austausch von Ideen führten. Ergebnis dieser interkontinentalen Auseinandersetzung war die Entwicklung eines spezifischen Textilprodukts, das inzwischen das nigerianische Image weltweit kennzeichnet und ein faszinierendes Beispiel für globale Verflechtungen und Prozesse darstellt: Aus Asien importiertes Rohmaterial (Faden und Grundstoff) wird auf in der Schweiz produzierten Maschinen, die von türkischen Facharbeitern bedient werden, in Vorarlberg zu feinen Luxusstoffen verarbeitet, die eine wichtige Rolle im nigerianischen „Nationalkostüm” spielen.

African Lace befasst sich erstmals mit diesem rezenten Kapitel einer über die Jahrhunderte andauernden Handelsgeschichte zwischen Europa und Afrika, rekonstruiert die Entstehung der opulenten Stickereistoffe und erkundet die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung der Textilien in Nigeria. Außerdem gibt die Ausstellung einen Überblick über die Entwicklung der Kleidungstraditionen in Südwestnigeria, eine Stilchronologie der nigerianischen Lace-Mode seit den siebziger Jahren sowie einen Einblick in das lebhafte Gesellschaftsleben und die pulsierende Modeszene in Lagos. Sie schneidet aber auch gesellschaftspolitische Fragen an, die mit der postkolonialen Geschichte Nigerias verknüpft sind.

Eine Serie von Porträt-Fotografien der 1960er und 1970er Jahre des bekannten nigerianischen Künstlers Okhai Ojeikere und eine weitere des Lagoser Fotografen Adolphus Opara zur gegenwärtigen Partykultur und der Präsentation der Textilien im Handel fangen diesen Bereich der Gegenwartskultur, der über nationale Grenzen hinweg Menschen, Ideen und Kreativität durch Handel verbindet, bildlich ein. Darüber hinaus setzt die Installation der in Wien lebenden Künstlerin Sascha Reichstein das Thema in den weiteren Kontext der Globalisierung, indem sie den in Österreich für den nigerianischen Markt hergestellten Stickereien bestickte Lederhosen gegenüberstellt, die wiederum in Sri Lanka für Österreich und Bayern gefertigt werden.

Einen besonderen Höhepunkt der Ausstellung bieten aus Stickereistoffen geschneiderte Modelle von vier bekannten nigerianischen Modedesignern – Tiffany Amber (Folake Folarin-Coker), Ituen Basi, Vivid Imagination (Mekwuye Godwin) und House of Bunor (Frank Oshodi).

Die Ausstellung African Lace entwirft somit ein Gegenbild zu gängigen Vorstellungen über Nigeria, indem sie von Kreativität, Lebensfreude, Luxus und der Lust am gemeinsamen Feiern erzählt, und korrigiert mit Vorurteilen belastete Zuschreibungen im Kontext der Ausländerfeindlichkeit, indem sie Nigerianer und Nigerianerinnen als wichtige Geschäftspartner und Kunden porträtiert, von denen ein traditionsreicher Industriezweig Österreichs lebt.

Museum für Völkerkunde Wien
22. Oktober 2010–14. Februar 2011

Eine Ausstellung des Museums für Völkerkunde Wien in Kooperation mit der National Commission for Museums and Monuments of Nigeria und mit Unterstützung der österreichischen Stickerei-Wirtschaft
Ausstellungskuratoren:
Barbara Plankensteiner und Nath Mayo Adediran

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UNSICHTBARE WELTEN. MENSCH/NATUR/ ÜBERNATUR

Osterfest in Choguita, Sierra Tarahumara, Mexiko. Foto: Herbert Puchegger

Osterfest in Choguita, Sierra Tarahumara, Mexiko. Foto: Herbert Puchegger

ForscherInnen auf metaphysischer Spurensuche in Lateinamerika und der Karibik. Visuelle Anthropologie zwischen Kunst, Ethnographie und Fotojournalismus.

Die Ausstellung vermittelt an Hand ausgesuchter Fotografien einen Einblick in die lateinamerikanische Spiritualität, die auf einer Wahrnehmung der Natur beruht, die Unsichtbares miteinschließt. Dieses Unsichtbare ist vielfältig: Es sind mythische Ereignisse, die ihre Spuren in die Landschaften eingeschrieben haben, und die in Form von markanten Landschaftspunkten, Felszeichnungen oder sakraler Architektur sichtbar werden. Es sind Geistwesen, die das Schicksal der Menschen beeinflussen. Das Ritual ist Ort und Zeit der Begegnung, in dem der Mensch mit den Geistwesen kommunizieren kann und die Grenze zwischen Gegenwart und mythischer Vergangenheit aufgehoben wird. Hier wird der Mensch als Brücke zwischen Natur und Übernatur sichtbar und daher stehen Aufnahmen von Ritualen im Zentrum der Ausstellung.

Die Fotografien stammen ausschließlich von Wiener Ethnologen und wurden während ihrer Forschungs- und Studienreisen aufgenommen. In der ethnographischen Fotografie ist die Motivwahl primär forschungsorientiert und steht ganz im Dienste der Dokumentation. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von der künstlerischen oder journalistischen Fotografie. Oft entstehen ethnographische Fotos unter Bedingungen, die z.B. eine optimale Ausleuchtung nicht ermöglichen. Dennoch wurden bei der Auswahl auch ästhetische Kriterien angelegt.

Viele der gezeigten Aufnahmen waren nur möglich, da sich zwischen den Forschern und den Menschen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hatte. Damit geben die Fotografien auch eindrucksvolles Zeugnis von der Begegnung unterschiedlicher Kulturen.

Museum für Völkerkunde Wien
22. Oktober 2010–14.Februar 2011

Eine Ausstellung des Museums für Völkerkunde Wien in Zusammenarbeit mit EMLAAK – Schnittstelle für ethnomedizinischen Austausch und interkulturellen Kontakt
Konzept: EMLAAK
Ausstellungskuratoren:
Claudia Augustat, Evelyne Puchegger-Ebner, Herbert Puchegger und Yvonne Schaffler

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VERSTÄRKUNG: AFRIKA SÜDLICH DER SAHARA

Julia Binter im Textildepot des Museums. Foto: Claudia Augustat, 2010

Julia Binter im Textildepot des Museums. Foto: Claudia Augustat, 2010

Julia Binter kam durch ihre Faszination für kulturelle Vielfalt und ihre Liebe zum Film zur Kultur- und Sozialanthropologie sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft. An der Universität Wien und im Rahmen eines Erasmusstudienjahres an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris konnte sie sich die präzisen Werkzeuge der Medienanalyse ebenso wie den sozialkritischen Weitblick und intersubjektiven Forschungszugang der Kultur- und Sozialanthropologie aneignen. Beide Studien schloss sie im April bzw. Mai 2009 mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Seit Juni 2010 ist sie kuratorische Assistentin von Frau Dr. Barbara Plankensteiner in der Afrika-Abteilung am Museum für Völkerkunde Wien. Ihr vielseitiger Aufgabenbereich stellt eine einzigartige Möglichkeit dar, ethnologische Forschung mit Fragen der Repräsentation zu verbinden.

Bereits während ihrer Studienzeit gewann Julia Binter als Praktikantin im Museum für Völkerkunde Wien sowie als Studienassistentin im Archiv des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie Einblick in die Museumsarbeit, konnte sich durch ihre Forschungen zur Darstellung von Globalisierung im österreichischen Dokumentarfilm aber auch den dafür wichtigen Theorien der Postcolonial Studies widmen. Mit der Publikation ihrer Forschungen (We Shoot the World. Österreichische Dokumentarfilmer und die Globalisierung, LIT-Verlag 2009) und ihrer Lehrtätigkeit am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie ging ihr lang gehegter Wunsch in Erfüllung, kultur- und sozialwissenschaftlich zu arbeiten und die Ergebnisse möglichst vielseitig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dieses Ziel verfolgte sie auch mit der Ko-Kuratierung der Ethnocineca 2010, dem Ethnographic and Documentary Filmfest Vienna, einer Filmwerkschau, die sich seit nunmehr sieben Jahren mit kultur- und sozialanthropologischen Themen auseinandersetzt.

Ihre Assistenz am Museum für Völkerkunde Wien bietet ihr nun die herausragende Chance engagiert mitzuhelfen, globale Zusammenhänge zu erklären, kulturelle Partikularitäten vorzustellen und Vorurteile abzubauen. Wir heißen sie ganz herzlich willkommen und hoffen, sie auch bald in unserem Programm persönlich vorstellen zu können.

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Vorträge und Veranstaltungen

Piraha women in house. Foto: Daniel Everett

Piraha women in house. Foto: Daniel Everett

Montag, 11. Oktober 2010, 18.30 Uhr
Vortrag in englischer Sprache
Life among the Pirahas
Daniel L. Everett, Dean of Arts and Sciences, Bentley University, Waltham, Massachusetts

“I have spent half of my life coming and going to the Amazon. For nearly eight full years I, along with my former wife and my children, lived among the Pirahas, whom I describe in my book, published in German by DVA. Although I went to the Pirahas as a missionary, I emerged from the experience as an atheist, profoundly different from the young man I was when I entered their area. The Pirahas have taught me that culture and language are more closely connected than most linguists had imagined. But they also taught me deep and important lessons about how to live. The Pirahas are not perfect. They have problems and personal problems that mirror some of those found in western societies. But their way of living and dealing with their problems is very unusual, perhaps unique. Their humour, happiness, cheerful atheism, and toughness have made my life better. And I think that the lessons I have learned are worth passing on to others.”

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Dienstag, 12.Oktober 2010, 18.30 Uhr
Lesung
Reise durch einen einsamen Kontinent. Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile
Andreas Altmann, Reporter und Autor

Ob Señora Botero de Mejia, eine Greisin, die durch die Straßen von Bogota zieht und Nahrungsmittel an die Ärmsten verteilt, ob der Schuhputzer Xavier in Ecuador, der sich für die Geheimnisse der Sprache interessiert, ob eifersüchtige Rentner oder strenggläubige 16-jährige Mütter: Andreas Altmann destilliert aus ihren Lebensgeschichten ein unsentimentales Porträt des heutigen Südamerika und zeigt, dass Gier und Zerstörung nur eine Handbreit von Barmherzigkeit und Liebe entfernt sind. So trifft er in Cali auf unbeugsamen Lebensmut bei einem Fußballspiel, in dem blinde Spieler einem klingenden Fußball hinterher jagen. In Ayacucho begegnet er dem Mitgefühl in Person der 78-jährigen Angelica, die mit ihrer Organisation Anfasep den Angehörigen der Opfer aus den peruanischen Terrorjahren hilft. Und in Quito lernt er, was Einsamkeit bedeutet, als er im Frauenzuchthaus »El Inka« die zu acht Jahren Haft verurteilte Deutsche Anna besucht. Dabei mischt sich in seine Wut über den Zustand der Welt immer neu seine Liebe zu den Menschen, deren Lebenswille und Schönheit.

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Dienstag, 19. Oktober 2010, 19.00 Uhr
Preview und Führung durch die Ausstellung
Unsichtbare Welten – Natur/Mensch/Übernatur
Dr. Evelyne Puchegger-Ebner, Kuratorin der Ausstellung

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Flusspferdjäger mit ihren Harpunen, Nigerbogen, Mali. Foto: Michael Obert

Flusspferdjäger mit ihren Harpunen, Nigerbogen, Mali. Foto: Michael Obert

Sonntag, 31. Oktober 2010, 15.00 Uhr
Lesung
Regenzauber. Auf dem Niger ins Innere Afrikas
Michael Obert, Autor, Berlin

Einem Kindheitstraum folgend, bereist Michael Obert sieben Monate lang den drittgrößten Fluss Afrikas, den Niger. Völlig auf sich allein gestellt, überlässt er sich der Magie dieses mächtigen Stroms - von der Quelle im westafrikanischen Regenwald über 4160 Kilometer bis zur Mündung im Golf von Benin. In seinem spannenden und zugleich poetischen Buch entführt uns der Reisende in das alltägliche, heiße, staubige Afrika, in das Afrika der Fischer, Händler und Nomaden, das Afrika der weiten Flusslandschaften, aber auch in das grausame Afrika der Organhändler, der Piraten und der marodierenden Rebellenmilizen. Während seiner abenteuerlichen Reise durch Guinea, Mali, Niger und Nigeria muss Obert allmählich einsehen, dass Afrika mit westlichem Wissen nicht zu verstehen ist. Er begegnet Schamanen, Wasserfrauen und Hexenmeistern. Sie weihen ihn in die Glaubenswelt der Flussvölker ein, die von bedrohlichen Geistern und mächtigen Regengöttern beherrscht wird.

Regenzauber ist ein modernes, sogkräftiges, abenteuerliches Reiseepos, in dem die Erzählkunst des Autors kraftvolle Bilder einer fernen, völlig fremden Welt entwirft – einer Welt, die dem Leser plötzlich sehr nahe ist.

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Machu Picchu. Foto: Doris Kurella

Machu Picchu. Foto: Doris Kurella

Machu Picchu. Foto: Doris Kurella

Dienstag, 9. November 2010, 18.30 Uhr
Vortrag (mit Lichtbildern)
Im Reich der Inka: die Hochkulturen Alt-Perus
Dr. Doris Kurella, Kuratorin Lateinamerika, Lindenmuseum Stuttgart

Das Inka-Reich, eines der berühmtesten Imperien der Weltgeschichte, baute seinen enormen wirtschaftlichen, militärischen und ingenieurtechnischen Erfolg auf den Errungenschaften seiner Vorgänger auf. Nur so ist die rasche Ausweitung des Herrschaftsbereiches und die nahezu perfekte Verwaltung des riesigen Gebietes mit annähernd 5000 km Nord-Süd-Ausdehnung zu erklären. An der peruanischen Nordküste entstanden die größte Lehmziegelstadt der Welt, Chan Chan, als auch die älteste Stadt Amerikas, Caral (um 2600 v.Chr.). Die Scharrbilder an der Südküste Perus, die der Nasca-Kultur zugerechnet werden, das Fürstengrab von Sipán an der Nordküste, dessen Bergung den größten Goldfund nach der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun hervorbrachte, geben Zeugnis von den großen kulturellen Leistungen der Andenvölker.

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Adolphus Opara: Hochzeit von Tola Olateru Olagbegi und Segun Akerele, Christ Apostolic Cathedral, Lagos. Foto: aus der Serie Eko for Show 2009

Adolphus Opara: Hochzeit von Tola Olateru Olagbegi und Segun Akerele, Christ Apostolic Cathedral, Lagos. Foto: aus der Serie Eko for Show 2009

Sonntag, 14. November 2010, 10.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung
African Lace
Dr. Barbara Plankensteiner, Leiterin der Sammlung Afrika südlich der Sahara und Kuratorin der Ausstellung

Die Führung ist begrenzt auf 30 Teilnehmer. Bitte um Anmeldung unter 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

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Donnerstag, 18. November 2010, 18.30 Uhr
Ausstellungsgespräch* in englischer Sprache
Götterbilder
Lama Ngala Rig‘dzin Dorje und Dr. Christian Schicklgruber, Kurator der Ausstellung

Der in England geborene Lama Ngala Rig‘dzin Dorje wurde Mitte der 1980-er Jahre vom bedeutenden buddhistischen Meister Ngak’chang Rinpoche als Schüler akzeptiert und in den Buddhismus eingeführt. Bald darauf wurde er als Wiedergeburt einer Yogini erkannt. Heute unterrichtet er in der yogischen, nicht-monastischen Aro-Tradition des Vajrayana-Buddhismus. Als Mittler zwischen der westlichen Kultur und der Tradition des Vajrayana-Buddhismus wird Ngala Rig’dzin Dorje in der Ausstellung „Götterbilder“ des Museums über die Bedeutung buddhistischer Objekte aus Sicht eines buddhistischen Lehrers sprechen. Der für die Ausstellung verantwortliche Kurator Christian Schicklgruber wird dabei anwesend sein. Es ist nicht vorhersehbar, ob verschiedene Sichtweisen zu ein und demselben Objekt zur Sprache kommen werden.

* Das Ausstellungsgespräch ist begrenzt auf 25 Teilnehmer. Bitte um Anmeldung unter 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

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Dienstag, 23. November 2010, 18.30 Uhr
Mitgliederversammlung und Führung durch die Ausstellung Imperial Sightseeing: Die Indienreise von Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este
Mag. Regina Höfer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Abteilung Asiatische und Islamische Kunstgeschichte, Universität Bonn und Kuratorin der Ausstellung

Auf seiner Weltreise 1892/93 erkundete Erzherzog Franz Ferdinand unter anderem auch Indien und Ceylon. Berühmte Fotografen wie der Wiener Eduard Hodek jun. oder Lala Deen Dayal dokumentierten seine Erlebnisse zwischen Tigerjagd und Hofzeremoniell. Die Ausstellung präsentiert erstmals eine Vielzahl historischer Fotografien sowie Miniaturen auf Elfenbein und Papier aus der enormen „Souvenirsammlung“ des Erzherzogs aus den Beständen des Wiener Museums für Völkerkunde.

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Dienstag, 7. Dezember 2010, 18.30 Uhr
Filmpräsentation mit anschließender Diskussion
Jodeln in Indien - Der Gegenbesuch
(A, 2008, R: Polak und W. Mörth)
Lucia Mennel, Musikanthropologin, Produktionsassistenz, Wien

Der dokumentarische Musik-Reisefilm mit den geographischen Eckpunkten Austria:Orissa oder exakter Dornbirn: Bhubaneswar beginnt mit einem Lobgesang an Lord Jagannath im Februar 2007 - in der Nähe des berühmten Sonnentempels Konarak. Der Film beobachtet den Kulturkontakt alpiner, sakraler und weltlicher Musik des Austrian Alpine Music Quartett in Indien mit der Absicht Unterschiede und Parallelen zwischen indischen und europäischen Musikentwicklungen darzustellen. Gezeigt werden musikalische Überraschungen, Bestätigungen, Klischees und Wirklichkeiten einer 12-köpfigen Gruppe entlang des Ganges zum Herkunftsland und Geburtsort des indischen Gastronomen und Reiseleiters Kamalakanta Mohanty aus Vorarlberg.

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Plattencover. Foto: Wolfgang Bender

Plattencover. Foto: Wolfgang Bender

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 18.30 Uhr
Vortrag
Die Spitze der „praise culture“: Juju-Music im Westen von Nigeria in den 1970er und 1980er Jahren
PD Dr. Wolfgang Bender, Ethnologe, Center of World Music, Stiftung Universität Hildesheim

Die Zeit der „Spitzenstoffe“ für die weiten Gewänder der Männer und der Frauen in Nigeria waren die 70er und beginnenden 80er Jahre. Es war auch die Zeit der Juju-Musik im Westen des Landes. Juju läßt sich auf die Musik der aus Brasilien zurückgekehrten ehemaligen Sklaven zurückführen. Die ersten Platten von Tunde King wurden in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgenommen und gepresst. Bis zum Biafra Krieg (1967-1970) konkurrierten Highlife und Juju in „Western Nigeria“. Highlife war eine eher interethnische, ja nationale Musik, dagegen war Juju allein eine Yoruba-Veranstaltung. Im Gegensatz zum blasorchestralen Highlife war Juju Gitarrenband-Musik und Juju war vor allem „Preis“-Musik. Die Selbstdarstellung als wichtige und einflussreiche Persönlichkeit verband sich mit der Rolle des „Gepriesen-Werdens“ und der demonstrativ luxuriösen Kleidung, wozu das Tragen von Spitzenstoffen gehörte. Nach der geschichtlichen Darstellung werden die wichtigsten Exponenten der Juju-Musik vorgestellt, mit Tönen wie auch mit Bildern. Texte werden herangezogen und geben einen Eindruck in die „praise culture“ der Epoche des „Petro-Naira“, d.h. der Ära des Ölreichtums.

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Infos zu Vorträgen und Veranstaltungen

*Ethnographische Kabinette
Depotführungen, Atelier- und Objektbesprechungen
Begrenzte Teilnehmerzahl
Bitte um Anmeldung unter Tel. 52524-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

Kostenbeitrag:
4 € für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde
6 € für Nichtmitglieder
Treffpunkt: Eingangsbereich des Museums

Vorträge und Lesungen
Freier Eintritt für Vereinsmitglieder
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder 4 €
Seminarraum bzw. Vortragssaal des Museums für Völkerkunde Wien
(wenn nicht anders angegeben)
Neue Burg, Heldenplatz, Wien 1

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Impressum

Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
Verein "Freunde der Völkerkunde"
Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
freunde@voelkerkunde.at
Tel.: (01) 52524-5052 oder -5053
Redaktion: Dr. Christian F. Feest und Dr. Claudia Augustat

Homepage des Vereins Freunde der Völkerkunde: www.voelkerkunde.at
Homepage des Museums für Völkerkunde, Wien: www.khm.at/de/museum-fuer-voelkerkunde

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Info zum Telekommunikationsgesetz

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Die Novelle sieht vor, dass die Zusendung von E-Mails, Faxnachrichten, Telefonanrufen und SMS ohne vorherige Einwilligung des Empfängers (egal ob Privatperson oder Unternehmen) unzulässig ist, wenn diese zu Werbezwecken erfolgt oder auch ohne Werbezweck an mehr als 50 Empfänger gerichtet ist.
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Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Verein "Freunde der Völkerkunde"

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