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FRÜHLINGSPROGRAMM APRIL-JUNI 2005:

Schwerpunkt: "Tsunami - Mensch und Natur"

Sonntag, 3. April 2005, 11.00 Uhr
voodoo. Mounted by the Gods
Veranstaltung in der Fotogalerie Westlicht. Schauplatz für Fotografie
Westbahnstrasse 40
A-1070 Wien
Alberto Venzago, Fotograf
Im Jahr 1988 lernte der Schweizer Reisefotograf Alberto Venzago auf einer Reise durch den westafrikanischen Staat Benin den einflussreichen Voodoo-Priester Mahounon kennen. Von da an reiste er über einen Zeitraum von zehn Jahren regelmäßig nach Benin, um, von Mahounon geleitet, immer weiter in die mysteriöse Welt des afrikanischen Voodoos vorzudringen. Er gewann Einblicke in geheime Rituale, erhielt Zugang zu versteckten Orten und heiligen Zeremonien und wurde dabei Zeuge von Mahounons Suche nach einem spirituellen Nachfolger.

Programm:
11.30: Führung durch den Künstler, Alberto Venzago
12.30: Filmvorführung (1 Stunde 30 Minuten) "Voodoo. Mounted by the Gods" produziert von Wim Wenders
Anschließend Kaffee und Gebäck
Eintritt: 9 € für Mitglieder des Vereins, 12 € für Gäste

Mittwoch, 13. April 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Sri Lanka vor und nach dem Tsunami
Dr. Ursula Waigand, Lektorin am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Die Wiener Ethnologin Dr. Ursula Waigand erlebte den Tag der Katastrophe an der Küste Sri Lankas. Eine Feldforschung zur Auswirkung des Tourismus und des Kulturwandels stand plötzlich unter einem gänzlich anderen Licht. Die Vortragende wird über ihr persönliches Erleben der Flut ebenso berichten wie über die möglichen Auswirkungen auf die Tourismusentwicklung in Sri Lanka.
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Mittwoch, 20. April 2005, 18.30 Uhr
Filmvorführung
"Meine verlorene Heimat"
Susi Andriani und Eko Fariadianto, Filmemacher aus Aceh
Zwei Filme von jeweils 25 Minuten zeigen Aceh vor und nach der Tsunami- Katastrophe. Die beiden Autoren aus Aceh informieren über ihre Heimat und berichten über ihre Arbeit bei der Soforthilfe für die Flutopfer.
Nach der Veranstaltung werden Handarbeiten verkauft, deren Erlös für die Soforthilfe verwendet wird.
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Freitag, 29. April 2005, 19.00 Uhr
Veranstaltung im Festsaal des Wiener Rathauses
Benefizgala der 5 Länder: Ein Stück des Weges gemeinsam

In Kooperation mit der Österreichisch-Indonesischen Gesellschaft, der Österreichisch-Indischen Gesellschaft, der Sri Lankisch-Österreichischen Gesellschaft, der Österreichisch-Thailändischen Gesellschaft, dem Museum für Völkerkunde Wien, dem UNESCO Projekt "Kultur des Friedens" und der Föderation für den Weltfrieden wird im Festsaal des Wiener Rathauses ein Kulturabend zugunsten der Opfer des Tsunami veranstaltet.
Der Abend bietet verschiedene Musik- und Tanzaufführungen aus den betroffenen Ländern und ein Konzert mit Werken von Franz Schubert mit Norman Shetler (Klavier), Natascha Korsakova (Violine), Robert Probitschka (Klavier) und M. Djiwa Jenie (Klavier). Durch den Abend führt Frau Prof. Lotte Tobisch.
Im Anschluss bietet ein Buffet Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern der Region; der Erlös einer Tombola kommt den Flutopfern zugute.
Eintritt: 15 €, Kinder 5 €
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Mittwoch, 4. Mai 2005, 18.30 Uhr
Lichtbildervortrag in englischer Sprache
The Nicobar Islands - Past, Present and Future

Dr. Simron Jit Singh, Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (Klagenfurt - Graz - Wien)
Das Institut für Soziale Ökologie hat einen Forschungsschwerpunkt in Südostasien. Eines der Projektgebiete ist die Nikobaren-Inselgruppe im Indischen Ozean, wo Dr. Simron Jit Singh seit einigen Jahren arbeitet. Die Inselgruppe wurde durch die Flutwelle besonders dramatisch betroffen. Nach Schätzungen ist fast die Hälfte der Bevölkerung umgekommen. Die Nikobaren sind ein militärisches Sperrgebiet, zu dem internationale Hilfsorganisationen keinen Zutritt haben. Die hauptsächlich indigene Bevölkerung steht nach der Katastrophe vor dem Nichts. Dr. Singh bereiste das Land im Januar bis Februar 2005, um einen Eindruck über die Zerstörung des Landes und über die mögliche Hilfe zu verschaffen.
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Mittwoch, 11. Mai 2005, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Die Nikobaren
Dr. Heide Leigh-Theisen, Kuratorin i.R. für Insulares Südostasien
Die Nikobaren sind seit langem als militärisches Sperrgebiet nicht zugänglich und gelten daher beinahe als weißer Fleck auf der ethnographischen Landkarte. Das Museum für Völkerkunde Wien besitzt jedoch eine umfangreiche Sammlung an Ethnographika, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Diese Objekte erlauben einen Einblick in die traditionelle Kultur der Nikobaresen.
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Mittwoch, 18 Mai 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Indigene Gesellschaften Südostasiens und Naturkatastrophen:
Wahrnehmung - Deutungen - Reaktionen - Bewältigung
Ass. Prof. Dr. Helmut Lukas, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Der Vortrag wird die Wahrnehmung von Naturkatastrophen in ausgewählten indigenen Gesellschaften der vom Tsunami betroffenen Gebiete thematisieren. Der Bogen spannt sich dabei von der Risikowahrnehmung vor der Katastrophe über die kognitive Wahrnehmung und kulturelle Interpretation der dramatischen Vorgänge bis zu den Maßnahmen, mit denen indigene Gesellschaften die Krisensituation nach der Katastrophe zu bewältigen versuchen.
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Mittwoch, 25 Mai 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Nias - Land der Menschen
Dr. Reinhold Mittersakschmöller, Ethnologe, Wien
Die indonesische Insel Nias westlich von Sumatra wurde vor allem durch ihre monumentalen Steinsetzungen bekannt. Die "megalithische" Kunst auf Nias verleitet zu Vergleichen, die sich bis heute in einem weitgehend kunsthistorisch abgegrenzten Feld bewegen. Den Menschen und ihrem sozialen Umfeld wurde weniger Aufmerksamkeit zuteil.
Gibt es auf Nias eine "Megalithkultur" oder ist diese lediglich eine Projektion der Wissenschaft? Wie äußern sich traditionelle und neue Strukturen im heutigen Leben der Niasser? Anhand eines persönlichen Erfahrungsberichts sollen Erklärungsversuche geboten werden.
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Salawa Fossiario im noblen Ornat und seine beiden Söhne, Bawo Lowalangi, Nias, 1887. Foto: J. v. Brenner-Felsach.
Bild: Salawa Fossiario im noblen Ornat und seine beiden Söhne, Bawo Lowalangi, Nias, 1887. Foto: J. v. Brenner-Felsach.

Mittwoch, 1. Juni 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Der fotografische Nachlass von Brenner-Felsach
Dr. Margit Krpata, Ethnologin, Wien
Joachim von Brenner-Felsach (1859-1927) trat im Jahr 1885 eine dreijährige Weltreise an, von der Reisetagebücher, Fotografien sowie das Fototagebuch im Archiv des Museums für Völkerkunde zeugen. Der Vortrag widmet sich insbesondere dem Aufenthalt von Anfang Mai bis Ende Juni 1887 auf Nias. Im Norden der Insel wird der Tod eines Dorfvorstehers direkt mit dem Umstand, dass er kurz zuvor von Brenner fotografiert wurde, in Zusammenhang gebracht.
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Fluss des geliehenen Lebens. Das Totenfest bei den Ngaju Dayak.
Bild: Fluss des geliehenen Lebens. Das Totenfest bei den Ngaju Dayak.

Mittwoch, 8. Juni 2005, 18.30 Uhr
Filmvorführung
"Fluss des geliehenen Lebens. Das Totenfest bei den Ngaju Dayak"
Dr. Jani Kuhnt-Saptodewo, Kuratorin für Insulares Südostasiens, Autorin des Films
Der Titel des zweistündigen Films, "Fluss des geliehenen Lebens", bezeichnet die irdische Existenz in der Sakralsprache der Ngaju-Dayak. Das menschliche Leben erscheint als sorgenvolle vorübergehende Phase der Vergänglichkeit. Der Tod wird deshalb nicht als tragisches Ereignis empfunden, sondern verspricht Zugang zu einem ewig währenden Leben im Totendorf in der Oberwelt.
Der Film wurde beim ethnographischen Filmfestival 1994 in Rumänien prämiert. In der englischen Fassung "Bury Me Twice" wurde als bester ethnographischer Film im "Jean Rouche Filmfestival 1995" in Paris nominiert und erhielt 1996 einen "Award of Excellence" von der American Anthropological Association.
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Mittwoch, 15. Juni 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
"Auferstanden aus Ruinen
Ergeben sich aus der Flutkatastrophe Chancen für eine friedliche Zukunft Acehs?"
Alex Flor, Watch Indonesia!
Seit 1976 ist Aceh Schauplatz eines bewaffneten Konfliktes um die Unabhängigkeit von Indonesien. Im Mai 2003 wurde über die Provinz der militärische Ausnahmezustand verhängt. Ausländern war damit fast jeglicher Zugang verwehrt.
Die Flutkatastrophe kostete in Aceh doppelt so viele Todesopfer wie in allen übrigen betroffenen Gebieten zusammen. Wenige Tage später wurde die Provinz geöffnet und Tausende ausländische Helfer nahmen ihre Arbeit auf. Der Tsunami hat in Aceh sprichwörtlich alles auf den Kopf gestellt. Ergibt sich hieraus möglicherweise auch die Chance auf eine friedliche Beilegung des Konfliktes?
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Mittwoch, 22. Juni 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Humanitäre Hilfe nach dem Tsunami
Mag. Bernhard Jany, Pressesprecher, Rotes Kreuz
Beinahe im Tagesrhythmus flogen Teams des Roten Kreuzes in die Katastrophenregion. Erste Schwerpunkte ihrer Arbeit: das Auffinden von verletzten Österreichern in Spitälern, ihr Rücktransport nach Österreich, ihre medizinische und psychologische Betreuung und auch der Angehörigen von Opfern. Parallel dazu erfolgte die Soforthilfe im internationalen Rotkreuz-Netzwerk: Trinkwasser, Lebensmittel, Notunterkünfte, Medikamente. Jetzt wird erhoben: Was ist an längerfristiger Hilfe, an Wiederaufbau, an Entwicklungshilfe nötig, um den betroffenen Menschen wieder ein selbständiges Leben zu ermöglichen?
Der Vortragende berichtet über die einzelnen Stadien und Abläufe im Roten Kreuz: von der Alarmierung des Einsatzstabes bis zur differenzierten Umsetzung konkreter Hilfsmaßnahmen.
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Mexiko in Leoben: Chac Mool-Figur. Maya, Chichen Itzá. Nachklassisch (900-1521)
Bild: Mexiko in Leoben: Chac Mool-Figur. Maya, Chichen Itzá. Nachklassisch (900-1521)

Samstag, 25. Juni 2005
Exkursion in die Kunsthalle Leoben
Mensch und Kosmos
Präkolumbische Kunst aus Mexiko
Die Kunsthalle Leoben zeigt gemeinsam mit dem Kunsthistorischen Museum Wien mehr als 300 Kunstobjekte aus 40 mittelamerikanischen Museen.
Die einstigen Hochkulturen Mesoamerikas - wie die der Olmeken, Zapoteken, Tolteken, Mayas oder Azteken - hatten eine ganz besondere Beziehung zu Göttern und dem Universum. Anhand von Stein- und Tonskulpturen höchster künstlerischer Qualität, kostbarsten Jade- und Goldobjekten sowie einer aufwändigen architektonischen Gestaltung werden die Besucher in die transzendente Welt dieser Kulturen entführt, in deren Mittelpunkt "der Mensch als die Säule des Kosmos" steht.
Abfahrt 9.00 Uhr (vom Museum für Völkerkunde)
Rückkehr ca. 18.00 Uhr
Kosten:
25 € (Busfahrt, Eintritt, Führung) 30 € (für Nichtmitglieder) Bitte um Anmeldung bis spätestens 16. Juni 2005 unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder v*@ethno-museum.ac.at
Die Exkursion findet nur bei genügend Teilnehmern statt.
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