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HERBSTPROGRAMM 2005:

Tätowierte Japaner, um 1880<br>Museum für Völkerkunde Wien, Fotosammlung Inv.Nr. 1284
Tätowierte Japaner, um 1880
Museum für Völkerkunde Wien, Fotosammlung Inv.Nr. 1284

Mittwoch, 5. Oktober 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Tätowierkunst in Japan (mit Lichtbildern)
Mag. Marc Schwaiger, Kunsthistoriker, Wien
Bereits als die ersten Europäer im ausgehenden 19. Jahrhundert nach Japan kamen, bewunderten sie die großflächigen Tätowierungen, welche die Angehörigen der unteren Schichten oft zu tragen pflegten. Sie waren sogar dermaßen von den Hautverzierungen angetan, dass sich viele Europäer und Amerikaner und sogar Hochadelige von japanischen Tätowierern ein Souvenir anfertigen ließen. Bis heute hat sich in der japanischen Tätowierung wenig verändert und sie erlebt seit den letzten 15 Jahren eine wahre Renaissance.
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Dienstag, 11. Oktober 2005, 19.00 Uhr
Gemeinsam mit dem Zeitschriftenverlag St. Gabriel und dem Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien. Freier Eintritt
Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien, Universitätsstraße 7, 4. Stock, Hörsaal A
Podiumsdiskussion
100 Jahre Anthropos - Der Mensch im Mittelpunkt
Univ.-Prof. Dr. Thomas Fillitz, Prof. Dr. Christian F. Feest, P. Christian Tauchner, SVD, Karin Hintersteiner
Moderation: P. Franz Helm, SVD
Im Jahr 1906 gründete P. Wilhelm Schmidt, SVD, im Missionshaus St. Gabriel in Mödling bei Wien die internationale Zeitschrift Anthropos als Sprachrohr einer aus seiner Sicht "modernen Ethnologie, die (mit wechselnden Erscheinungsorten) bis heute das auflagenstärkste ethnologische Fachorgan des deutschsprachigen Raums geblieben ist. In einer Podiumsdiskussion aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des Anthropos werden Fragen der Ethnologie in der heutigen Zeit aus dem Blickwinkel von Universität, Museum, Publizistik und Mission erörtert.
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Mittwoch, 12. Oktober 2005, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Stimmen der Geister - Sakrale Musikinstrumente aus Amazonien
Dr. Claudia Augustat, Kuratorin für Südamerika
Sakrale Musikinstrumente gehören zu den wichtigsten Ritualgegenständen in Amazonien. Sie verleihen Geistwesen und Ahnen eine Stimme und spielen vor allem bei Initiationsriten eine bedeutende Rolle. Ihre Herstellung und Verwendung unterliegt Tabus, die nicht-initiierte Männer, Frauen und Kinder ausschließen.
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Mittwoch, 19. Oktober 2005, 18.00 Uhr
Gemeinsam mit der Anthropologischen Gesellschaft Wien. Freier Eintritt
Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien, Universitätsstraße 7, 4. Stock, Hörsaal A
Vortrag
Robert Heine-Gelderns Theorien im Licht neuer wissenschaftlicher Forschung
Ass.-Prof. Dr. Helmut Lukas, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Robert Heine-Geldern (1885-1968) war ein sehr vielseitiger Wissenschaftler, der in seinen Forschungen (vor allem zu den Kulturbeziehungen Südostasiens und Ozeaniens) ethnologische, prähistorische, archäologische und indologische Konzepte mit einander verband. Trotz seiner kulturhistorischen Orientierung stand Heine-Geldern wegen seiner empirischen und undogmatischen Einstellung der Wiener Schule der Ethnologie sehr kritisch gegenüber. Der Vortrag versucht, die wissenschaftliche Arbeit Heine-Gelderns in Beziehung zu seiner Biographie und zum sozialen und politischen Kontext der Zeit zu setzen und die Ergebnisse seiner Forschungen mit jenen der heutigen Wissenschaft zu vergleichen.
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Samstag, 5. November 2005
Exkursion
in die Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen
Führung und Diskussion
Mag. Klaus Neumann, Regionalleiter Niederösterreich, Wien, Burgenland, SOS - Menschenrechte Österreich
Ort: Otto-Glöcklstraße 24/9
2514 Traiskirchen
Vorbehaltlich der Genehmigung durch das Bundesministerium für Inneres. Anmeldung erbeten unter Tel. 534 30-212 oder -270 oder info@ethno-museum.ac.at
Treffpunkt: 14.00 Uhr
Haltestelle: Traiskirchen (Badner Bahn)
Anfahrtsweg: mit der Badner Bahn von Wien Oper
Abfahrtszeit z.B. 12.55 oder 13.10 Uhr von Wien Oper
Ankunft Traiskirchen 13.46 oder 14.01 Uhr

SOS-Menschenrechte Österreich entstand 1993 im Zuge der Aktion "Lichtermeer" und ist in den Bereichen der Gewährleistung, Sicherstellung und Einmahnung von Rechten benachteiligter Gruppen, insbesondere unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge, und (obdachloser) Asylwerber österreichweit aktiv.
Im Dezember 2000 wurde eine Clearingstelle in der Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen eröffnet, wo derzeit täglich rund 200 Hilfe suchende Menschen beraten und betreut werden. Die Beratungstätigkeit liegt vor allem im medizinischen und gesundheitlichen Bereich, der sprachlichen, schulischen und beruflichen Ausbildung, sowie der rechtlichen Beratung und Verfahrensbegleitung.
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Mittwoch, 9. November 2005, 18.30 Uhr
Ort: Kunsthistorisches Museum Wien, Medienraum
(Zugang über den Haupteingang Maria-Theresienplatz, Einlass: ab 18.15 Uhr)

Mitgliederversammlung des Vereins Freunde der Völkerkunde und Vortrag
Zur Frage der Herkunft der Sahara-Tuareg

Prof. Franz Trost, Wien
Zahlreich sind die Meinungen und Theorien über den Ursprung und die Herkunft der Tuareg, deren Einwanderung in die zentrale Sahara in mehreren epochalen Wellen erfolgte und mit der beginnenden Islamisierung Nordafrikas im 11. Jahrhundert ihren Höhepunkt fand. Ein charakteristisches Merkmal der traditionellen Tuaregkultur ist die hierarchische Schlichtung ihrer Sozialstruktur, deren genaue Untersuchung uns Kenntnisse über die Herkunft der "verschleierten Menschen der Wüste" liefert.
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Mittwoch, 16. November 2005, 18.00 Uhr
Club V*
Vom Flug der Bolas nach Chavín, oder
Der Laie als Fachmann (mit Lichtbildern)

Prof. Dr. Christian F. Feest spricht mit
Ing. Wilhelm Diessl, Linz
Ing. Wilhelm Diessl, bis 1987 im Industrieanlagenbau tätig, verfolgte seit den 1950er Jahren ein Interesse an altamerikanischen Kulturen, das durch seine technischen Kenntnisse und unstillbare Neugier Lücken der Forschung schließen half. Im Gespräch mit Christian Feest berichtet er von der Forscherkarriere eines akademisch unbelasteten "Amateurs", die ihn vom Studium der Flugbahnen der Wurfwaffen der Pampas zur Veröffentlichung eines Buchs über die Archäologie der peruanischen Sierra de Ancash (Huantar, San Marcos, Chavín, 2004) führte.
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Mittwoch, 23. November 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Der javanische Maler Raden Saleh (1811-1880)
Sein Leben und seine Beziehung zu Österreich

Dr. Werner Kraus, Kulturwissenschaftler, Passau
Raden Saleh war der erste javanische Intellektuelle der in Beziehung zu Europa trat. Er lebte 23 Jahre in Holland, Deutschland und Frankreich. Dabei wurde er nicht nur Teil der europäischen Kunstgeschichte, sondern nahm auch Teil am gesellschaftlichen Diskurs seiner Zeit. Eine besonders enge Freundschaft verband Saleh mit Arthur Graf Mensdorff-Pouilly und dessen Bruder Alexander Graf Mensdorff-Pouilly, Fürst Dietrichstein zu Nikolsburg, Außenminister von 1864-66. Von ihm malte er ein großes Porträt, das sich heute im Besitz der Königin von England befindet.
In den 1870er Jahren schenkte Raden Saleh, durch Vermittlung von Arthur Mensdorff-Pouilly, Kaiser Franz Joseph ein javanisches Genre-Gemälde, das sich heute im Besitz der Österreichischen Galerie befindet.
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Mittwoch, 30. November 2005, 18.30 Uhr
Vortrag
Zur Neugestaltung des Museums für Völkerkunde

Prof. Dr. Christian F. Feest, Direktor
Achtzehn Monate vor der Wiedereröffnung des gegenwärtig im Umbau begriffenen Museums für Völkerkunde Wien bietet der Vortrag einen ersten Blick hinter die Kulissen der inhaltlichen Neugestaltung der Schausammlung und die Planungen für die ersten Sonderausstellungen des Hauses.
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Busabfahrt in Wadi Halfa, 4. Februar 2001 aus "Traveling Along the Nile" von John Tylo
Busabfahrt in Wadi Halfa, 4. Februar 2001
aus "Traveling Along the Nile" von John Tylo

Mittwoch, 7. Dezember 2005, 18.00 Uhr
Film
"Traveling Along The Nile"

John Tylo, Filmemacher, Weitersfelden
Ein avantgardistischer "Reisefilm" im Museum für Völkerkunde. Das Museum erklärt fremde Kulturen mit ihren Mannigfaltigkeiten an kulturellen Äußerungen, John Tylo hingegen zeigt sie - ohne Ansatz eines Erklärungsversuches, ohne Kommentar, nur mit Originalton. Der Film erscheint beinahe ungeschnitten, die Kamera fängt über lange Strecken (im zeitlichen als auch räumlichen Sinn) das ein, was ein Reisender sieht, der im Bus entlang des Nils durch Afrika fährt.
Diskussion mit John Tylo
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Hausmodell der Toraja, Sulawesi. Museum für Völkerkunde Wien
Hausmodell der Toraja, Sulawesi
Museum für Völkerkunde Wien

Mittwoch, 14. Dezember 2005, 18.00 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Das Universum im Haus
Traditionelle Architektur Indonesiens

Dr. Jani Kuhnt-Saptodewo, Kuratorin für Insulares Südostasien
In vielen traditionellen Gesellschaften Indonesiens spiegelt das Haus die Vorstellung des Kosmos wider. Die Konstruktion des Hauses symbolisiert den Makrokosmos: die Oberwelt, wo die Gottheiten und die Ahnen wohnen, die mittlere Welt der Menschen und die Unterwelt mit ihren Geistern und Dämonen. Dabei wird das Dach mit der Oberwelt assoziiert, die Wohnfläche mit der Welt der Menschen, der Raum zwischen den Stützpfeilern eines Pfahlhauses mit der Unterwelt.
Anhand von Hausmodellen wird die Struktur der Häuser besprochen.
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