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HERBSTPROGRAMM 2008:

Marita, Häuptling der Ngapuhi, mit einer Parawai bekleidet, Bay of Islands, Nordinsel. Foto: Anonym, vor 1892, Fotosammlung Museum für Völkerkunde Wien

Marita, Häuptling der Ngapuhi, mit einer Parawai bekleidet, Bay of Islands, Nordinsel. Foto: Anonym, vor 1892, Fotosammlung Museum für Völkerkunde Wien

Mittwoch, 15. Oktober 2008, 18.30 Uhr
Vortrag
Die traditionelle Tätowierung der Maori Neuseelands und ihre westliche Rezeption
Dr. Georg Schifko, Ethnologe, Wien

Die Tätowierkunst hat bei den Maori eine Hochblüte erfahren und daher wurde dieser kulturellen Manifestation auch attestiert, das "most characteristic race emblem of old Maoridom" zu sein. Bei den Maori wurden sowohl Frauen als auch Männer tätowiert, letztere aber in einem viel größerem Ausmaß. Dabei kam in Neuseeland eine Methode zur Anwendung, die nirgendwo sonst praktiziert wurde. Einerseits kannte man die in ganz Polynesien verbreitete Stichtätowierung, andererseits wurde aber die Haut auch mit einem dechselartigen Gerät aufgeschnitten, damit man anschließend die Tätowierfarbe einbringen konnte. Die Tätowierungen waren in früheren Zeiten ein Zeichen von Prestige und Würde und werden auch heute im Zuge einer kulturellen Renaissance geradezu als Verkörperung ihrer Kultur angesehen. Im Vortrag wird auch auf die - von den Indigenen Neuseelands zum Teil heftig kritisierte - westliche Rezeption der Maori-Tätowierungen anhand von Beispielen aus Film, Literatur und Werbung eingegangen.

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Hoftänzer im Palast Solo. Foto: Alex Dea, 1998

Hoftänzer im Palast Solo
Foto: Alex Dea, 1998

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 18.30 Uhr
Vortrag
Die Sprache des Tanzes in Indonesien
Dr. habil. Jani Kuhnt-Saptodewo, Leiterin der Sammlung Insulares Südostasien, Museum für Völkerkunde Wien

Die Aufführung eines Tanzes ist ein Akt der Mediation, der Vermittlung unterschiedlicher Botschaften. Diese Botschaften können sowohl an die Menschen selbst als auch an die transzendente Welt gerichtet sein. Der Tanz funktioniert somit als "Sprache", mit der die Kommunikation zwischen Menschen und Gottheiten ermöglicht und gewährleistet wird. Jede Tanzbewegung enthält Symbole. Die Symbole werden durch eine "mediale Sprache" übertragen, die nur in dem entsprechenden kulturellen Kontext zu verstehen ist.

Anhand verschiedener Video-Kurzfilme werden Tänze aus Indonesien gezeigt und erläutert.

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Montag, 17. November 2008, 18.00 Uhr
Preview: Führung durch die Ausstellung
Kunstvoller Widerstand. Krise und Kreativität in Sri Lanka

Dr. Sylvia Kasprycki und Dr. Doris Stambrau, Kuratorinnen der Ausstellung
Nur für Mitglieder des Vereins Freunde der Völkerkunde

Wir freuen uns besonders den Mitgliedern des Vereins Freunde der Völkerkunde im Rahmen einer Preview noch vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung eine Führung mit den Kuratorinnen anbieten zu können. Anschließend haben Sie noch Gelegenheit die Ausstellung alleine zu besuchen. Der Getränkestand (Verkauf) des Vereins wird Erfrischungen anbieten.

Bitte um Anmeldung unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

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Mittwoch, 19. November 2008, 19.00 Uhr
Srilankischer Tanzabend
Aanshu Prathibha Dance Troupe

Im Zusammenhang mit der Sonderausstellung "Kunstvoller Widerstand. Krise und Kreativität in Sri Lanka" wird Dank der Vermittlung des Kooperationspartners Serendib Gallery (Colombo) die Aanshu Prathibha Dance Troupe Beispiele einer anderen für Sri Lanka wichtigen traditionellen Ausdrucksform vermitteln - dem Tanz.

"Aanashu Prathibha" bedeutet "ein klein wenig Talent" und verweist auf die Tatsache, dass zur tänzerischen Perfektion weit mehr als nur "ein klein wenig Talent" erforderlich ist - nämlich harte Arbeit.

Weitere Details und Eintrittspreise entnehmen Sie bitte einer gesonderten Einladung.

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Ho Chi Minh, Gipsbüste, Vietnam, 21. Jahrhundert. Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Ho Chi Minh, Gipsbüste, Vietnam, 21. Jahrhundert. Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Mittwoch, 19. November 2008, 17.30 Uhr und
Mittwoch, 14. Jänner 2009, 18.00 Uhr
Führung durch die Schausammlung Süd-, Südostasien und Himalayaländer
Dr. Christian Schicklgruber, Leiter der Sammlung Süd-, Südostasien und Himalayaländer, Museum für Völkerkunde Wien

Begrenzt auf 30 Teilnehmer. Bitte um Anmeldung unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

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Kuna Knaben spielen die Panflöte - eines der traditionellen Instrumente der Kuna, die bei keinem Fest fehlen dürfen, Rio Sidra, Foto: Edith Hobsig, 2003

Kuna Knaben spielen die Panflöte - eines der traditionellen Instrumente der Kuna, die bei keinem Fest fehlen dürfen, Rio Sidra, Foto: Edith Hobsig, 2003

Mittwoch, 26. November 2008, 18.30 Uhr
Vortrag und Mitgliederversammlung
"Riten, Feste, Traditionen"
Das zeremonielle Leben der Kuna in den San Blas Inseln - einst und heute.

Dr. Edith Hobsig, Ethnologin, Wien

Riten, Feste und Traditionen der Kuna sind ein untrennbarer Bestandteil ihrer Identität und fest in das alltägliche Leben eingebunden - auch in das Moderne. Die Feste, allen voran die beiden Initiationsfeiern, die nur für Mädchen bzw. junge Frauen durchgeführt werden, waren und sind der traditionelle Knotenpunkt, um den sich das gemeinschaftliche Leben bildet. Die Teilnahme an der [großen] Initiationsfeier ist für alle Dorfbewohner verpflichtend. Die meisten Kuna fühlen sich dieser Tradition noch verbunden, obwohl einige von ihnen lange Anreisen und Probleme mit Arbeitgebern in Kauf nehmen müssen, um bei dem wichtigen Fest in ihrer Dorfgemeinschaft sein zu können. Aber es sind auch schon Stimmen zu hören, die die Sinnhaftigkeit dieser Tradition bezweifeln.

Auch das weitere Leben der Kuna Frauen und Männer - wie Heirat, Schwangerschaft, Geburt, Krankheit und Tod ist von Traditionen bestimmt und wird durch Rituale begleitet. Geleitet und beschützt werden die Kuna dabei von Spezialisten, Frauen und Männern, die sich durch besondere spirituelle Fähigkeiten auszeichnen und aus diesem Grund hohes Ansehen innerhalb der Kuna Gesellschaft genießen.

Auf besonderen Wunsch geht die Referentin in diesem Vortrag vor allem auf das zeremonielle Leben der Kuna in den San Blas Inseln in Panama ein und betrachtet einige ihrer rituellen Gewohnheiten näher. Anhand einzelner Beispiele soll auch auf die Unterschiede eingegangen werden, wie rituelle Abläufe in der ethnographischen Literatur beschrieben wurden und wie die Referentin sie während ihres Aufenthaltes in der Kuna Yala erlebt und erfahren hat.

Im Anschluss an den Vortrag und die Mitgliederversammlung laden wir Sie zu einem Umtrunk ein.

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Mittwoch, 3. Dezember 2008, 16.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung
Straps and Bands. Textilien aus der Sammlung Foitl
Elisabeth Tarawneh, Textilrestauratorin, Museum für Völkerkunde Wien

Anhand der gezeigten Bänder wird über die Herstellung wie auch über die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten der hergestellten Brettchengewebe gesprochen.

Begrenzt auf 30 Teilnehmer. Bitte um Anmeldung unter 525 24-5052 oder -5053 oder info@ethno-museum.ac.at

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Brustschmuck mit Walzahnanhänger, Hawai'i-Inseln, Inv. Nr. 72.136, Slg. J. Ginz 1904. Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Brustschmuck mit Walzahnanhänger, Hawai'i-Inseln, Inv. Nr. 72.136, Slg. J. Ginz 1904
Foto: Fotoatelier KHM, 2008

Mittwoch, 17. Dezember 2008, 18.30 Uhr
Ethnographisches Kabinett*
Mana und Kapu - in Demut achten. Gegenstände, Weltbild und Wertschätzung im alten und neuen Hawai'i
John Marshall, Vorstandsmitglied des Vereins Freunde der Völkerkunde und Dr. Gabriele Weiss, Leiterin der Sammlung Ozeanien und Australien, Museum für Völkerkunde Wien

Handwerkliche, künstlerische und spirituelle Fähigkeiten, soziale und ethische Kompetenz, politischer und wirtschaftlicher Erfolg wurden in der hawaiischen Kultur mit wertvollen Schmuckstücken aus Walzähnen und Schildpatt, Kleidung aus Federn und bemalten Baststoffen, Waffen und Gefäßen aus edlen Hölzern ausgezeichnet. Der abgebildete Walzahnanhänger ist an zwei dicken Strängen aus fein geflochtenen Menschenhaaren befestigt. Dieser Brustschmuck wurde von hochrangigen Männern und Frauen getragen und war Kennzeichen von Macht und Würde (mana). In Notzeiten wie Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen oder zur Vorbereitung großer Feste konnten spezielle Erlässe (kapu oder tabu) verhängt werden. Nach einer turbulenten Entdeckungs- und Kolonialgeschichte, ökonomisch motivierten Annexionen, politischen Widerstandsbewegungen und dem japanisch-amerikanischen Pazifikkrieg 1942-44 wurde die Hawaii-Inselgruppe am 21. August 1959 von Präsident Eisenhower zum 50. Bundesstaat der USA erklärt.

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