WINTERPROGRAMM 2012:
Abenteuer Wissenschaft:
Etta Becker-Donner in Afrika und Lateinamerika
Im Rahmen der Ausstellungen finden drei Themennachmittage statt. Die spannende Mischung aus Führungen, Vorträgen,
Filmen und einem Konzert wird jeweils von einem passenden kulinarischen Angebot begleitet.
Stelzentänzer im Hof eines Mano-Oberhauptes in Sacripie
Foto: Etta Donner, 1934-37, MVK Archiv der Fotosammlung
Samstag, 21. Jänner 2012, 12.00 – 18.00 Uhr
BRASILIEN
14.00 Uhr
Vortrag
Auf den Spuren von Etta Becker-Donner in Rondônia
Dr. Claudia Augustat, Leiterin der Sammlung Südamerika, Museum für Völkerkunde Wien
Im Juli 2011 besuchte Claudia Augustat auf den Spuren von
Etta Becker-Donner Kommunitäten der Kanoê und Warí. Der
Vortrag zeigt wie die Sammlungen von Etta Becker-Donner
durch die wissenschaftliche Forschung der letzten 26 Jahre
in einen historischen Kontext gestellt werden können. Er
zeigt aber auch, wie wichtig der persönliche Kontakt zwischen
Museumsmitarbeitern und Vertretern indigener Gemeinschaften ist.
15.30 Uhr
Filmpräsentation
Corumbiara
Brasilien 2009/117 Min./OmeU
Regie: Vincent Carelli
Der mehrfach preisgekrönte Film folgt den Spuren eines
Massakers an Indigenen aus der Region der brasilianischen
Ortschaft Corumbiara im Bundesstaat Rondônia. Corumbiara
war 1985 sowie 1995 Schauplatz von Ermordung, Vertreibung
und Zerstörung indigener Gemeinschaften durch
lokale Holzfirmen und Farmer. Der Videomacher und Leiter
des brasilianischen Projekts „Video nas Aldeias“, Vincent
Carelli, filmte Hinweise und folgte den Ermittlungen zu einer
Serie von Morden in der Region. Gemeinsam mit dem
FUNAI-Mitarbeiter Marcelos Santos brauchte Carelli Jahre,
bis er die Überlebenden von drei zuvor nicht kontaktierten
Gruppen ausfindig machen konnte. Darunter befand sich
auch eine Gruppe der Kanoê, die in der Ausstellung „Abenteuer Wissenschaft“ vertreten sind. Der Film zeigt die über
20 Jahre dauernde Suche nach Beweisen des Genozids und
Schilderungen der Überlebenden. Über 20 Jahre verfolgte
Vincent Carelli mit der Kameradieses bereits in Vergessenheit
geratene Massaker und schuf damit ein Zeitdokument sondergleichen.
Samstag, 25.2.2012, 12.00 bis 18.00 Uhr
LIBERIA
14.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung
Etta Donner und ihre Liberia-Forschungen
Dr. Barbara Plankensteiner, Leiterin der Sammlung Afrika
üdlich der Sahara und Kuratorin der Ausstellung
15.30 Uhr
Vortrag und Filmvorführung
Im Hinterland von Liberia. Etta Donner 1934 - ein Maskenfest der Dan 1974
Dr. Eberhard Fischer, Kunstethnologe, Zürich
Film:
Das große Maskenfest
Liberia 1974, ca. 35 Min.
Regie: Eberhard Fischer, in Kooperation mit Ulrike und Hans Himmelheber
Samstag, 10.3.2012, 12.00 bis 18.00 Uhr
LATEINAMERIKA
In Zusammenarbeit mit dem Lateinamerika-Institut Wien
14.30 Uhr
Vortrag
Etta Becker-Donner und die lateinamerikanische Volkskunst
Prof. Dr. Angelina Pollack-Eltz, Ethnologin, Wien
16.00 Uhr
Konzert
Coro Eurolatinoamerican
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Die Entstehung des Waldes Makuna, Kolumbien,
1973, Slg. Ptak/Trupp, Museum für Völkerkunde Wien.
Foto: Fotoatelier KHM
Mittwoch, 25. Jänner 2012, 18.00 Uhr
Themenführung durch die Ausstellung
Wald/Baum/Mensch: Amazonien
Dr. Claudia Augustat, Leiterin der Sammlung Südamerika,
Museum für Völkerkunde Wien
Die Führung ist begrenzt auf 30 TeilnehmerInnen.
Bitte um Anmeldung unter 52524-5052 oder -5053 bzw.
info@ethno-museum.ac.at
Zeremonialmatte der Dayak Dayak, Kalimantan, Indonesien,
vor 1970, Slg. Papp, Museum für Völkerkunde Wien
Mittwoch, 8. Februar 2012, 18.00 Uhr
Themenführung durch die Ausstellung
Wald/Baum/Mensch: Insulares Südostasien
Dr. Jani Kuhnt-Saptodewo, Leiterin der Sammlung Insulares
Südostasien, Museum für Völkerkunde Wien
Die Führung ist begrenzt auf 30 TeilnehmerInnen.
Bitte um Anmeldung unter 52524-5052 oder -5053 bzw.
info@ethno-museum.ac.at
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Djita Salomé, genannt „ Salome, das blaue Weib“.
September 1927
Foto: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin,
Universität Heidelberg
Mittwoch, 22. Februar 2012, 18.30 Uhr
Vortrag
Krank? Obszön? Oder nur Kurios?
Die Darstellung tätowierter Schausteller zu Beginn des
20. Jahrhunderts am Beispiel der Heidelberger Sammlung
Schönfeld
Mag. Igor Eberhard, Ethnologe, Wien
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Tätowierte in der
euroamerikanischen Gesellschaft zumeist entweder Exoten
aus fernen Ländern oder „Asoziale“, Seeleute oder „Zirkusmenschen“.
Tätowierte wurden bei Vorführungen bestaunt,
aber ansonsten stigmatisiert, aus der Öffentlichkeit vertrieben
oder im 3. Reich umgebracht. Anfang des 20. Jahrhunderts
begann auch der Hautarzt und Medizinhistoriker Walther
Schönfeld seine Karriere. Er wurde bald zur Koryphäe
für Syphilis und für Dermatologie. Parallel dazu begann er
sich für das für ihn eher kuriose und fremde, manchmal
krankhafte, und dem damals aussterbende Phänomen der
Tätowierung zu interessieren. In den folgenden Jahrzehnten
fotografierte, sammelte und dokumentierte er Tätowierungen,
ihre Träger und ihre Geschichte. Die Starktätowierten
und reisenden „Zirkusmenschen“, die von der Zurschaustellung
ihrer Körper lebten, übten dabei eine besondere Faszination
aus. In diesem Vortrag soll untersucht werden, wie die
Sammlungen Schönfelds, seine zahlreichen Publikationen
und auch seine persönliche Sicht das Bild von Tätowierungen
ägten und evtl. auch veränderten.
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Mittwoch, 7. März 2012, 18.30 Uhr (in deutscher Sprache)
Donnerstag, 8. März 2012, 19.00 Uhr (in engl. Sprache)
Vortrag
Reise zu den Naga
John Marshall, Vorstandsmitglied des Vereins Freunde der Völkerkunde
Dr. Christian Schicklgruber, Leiter der Sammlung Süd-, Südostasien
und Himalaya, Museum für Völkerkunde Wien
Von 1. Februar bis 11. Juni zeigt das Museum für Völkerkunde
die große Sonderausstellung „Naga, Schmuck und Asche“.
Zur Vorbereitung dieser Ausstellung reisten John Marshall
und Christian Schicklgruber letzten April nach Naga-Land
in Nordost-Indien, um einerseits Objekte zu erwerben und
andererseits Informationen zu den Objekten aus der Sammlung
des Museums zu gewinnen. Anhand von Lichtbildern
zeigen die beiden nicht nur Landschaften und berichten
über ihr Zusammentreffen mit der dörflichen Bevölkerung,
sondern bieten auch ganz persönliche Einblicke in ihre Reise,
wie sie geschlafen, was sie gegessen und welch wertvolle Freundschaften sie mit den Naga geschlossen haben.
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Synchrontherapie von 2 Therapeuten verstärkt den Ordnungseffekt der
Anwendung. Foto: Wolfgang Schachinger
Dienstag, 20. März 2012, 18.30 Uhr
Vortrag
Ayurveda – Geschichte und Gegenwart, praktische Anwendung
in Europa – Nutzen für Ihre Gesundheit
Dr. Wolfgang Schachinger, Arzt für Allgemeinmedizin, Ried
Ayurveda, die traditionelle Medizin des indischen Subkontinentes,
wird bei uns immer populärer. Dazu gibt es viele
offene Fragen: Wann und wo ist der Ursprung des Ayurveda?
Wie war Ayurveda in früheren Jahrtausenden verbreitet, welche
Bedeutung hatte er? Wie ist die Situation des Ayurveda
in Indien heute? Die Globalisierung des Ayurveda, Verbreitung
und gesetzliche Grundlagen in Europa werden ebenso
behandelt wie die Anwendungen, welche heutzutage in Europa
besonders populär sind. Welchen Nutzen kann Ayurveda
für unser Gesundheitssystem haben? Ist Ayurveda eine „Alternativmedizin“
oder kann er eine Rolle in der „Integrativen
Medizin“ spielen? Und schließlich die wichtigste Frage: kann
ich selber gesundheitlich von Ayurveda Medizin profitieren?
Wenn ja, muss ich dazu nach Indien reisen?
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SCHON MITGLIED?